Die Reichsbank von 1901 bis zum Ausbruch des Weltkrieges 5
3. November 1904 mit einem Aufgeld von 44“ begeben wurden. Das erzielte
Aufgeld floß im Betrage von 10,5 Millionen im Jahre 1901 und im Betrage
von 13,2 Millionen im Jahre 1904 dem Reservefonds zu, der hierdurch den
Betrag von 64,8 Millionen Mark erreichte und damit den im Bankgesetz vorgesehenen
Höchstbetrag überschritt.
Wie oben bemerkt und wie in der Jubiläumsdenkschrift „Die Reichsbank
1876 bis 1900“ eingehend dargelegt, hatten die ersten 25 Jahre des Zentralnoteninstituts
im Zeichen eines erfreulichen Aufstiegs der deutschen Volkswirtschaft
gestanden. Von 1901 bis zum Beginn des Weltkrieges setzte sich dieser
Aufstieg in wachsendem Maße fort. Nur vorübergehend wurde die steigende
Entwicklung durch kurze Perioden des Stillstandes und des Rückganges unterbrochen.
Sämtliche Gebiete des wirtschaftlichen Lebens nahmen an ihr teil.
Vor allem gilt dies von der für die deutsche Volkswirtschaft besonders
wichtigen Montanindustrie. Die Gewinnung von Roheisen hatte sich im deutschen
Zollgebiet von 2 Millionen Tonnen im Jahre 1875 auf 8½ Millionen Tonnen
im Jahre 1900 gehoben. Im Jahre 1913 war sie weiter bis auf 197/ Millionen
Tonnen gestiegen. Der Verbrauch an Eisen, der 1875 bis 1900 von 2,3 Millionen
auf 9,1 Millionen Tonnen zugenommen hatte, erhöhte sich bis zum
Jahre 1913 auf reichlich 18⅛½ Millionen Tonnen.
Die Förderung von Steinkohle einschließlich der von Braunkohle, die
sich im Jahre 1875 bercits auf 47,8 Millionen Tonnen gestellt hatte und bis zum
Jahre 1900 auf 149,8 Millionen Tonnen gesteigert worden war, erfuhr bis zum
Jahre 1913 eine weitere Steigerung auf 277,3 Millionen Tonnen, also nahezu
eine Verdoppelung. Hand in Hand mit der Kohlenförderung wuchs auch der
Kohlenverbrauch im Inlande. Er hatte sich 1875 auf 47,5 und 1900 auf
149,8 Millionen Tonnen beziffert. 1913 stellte er sich auf nicht weniger als
260,2 Millionen Tonnen, was einem Verbrauch von 1128 Kg im Jahre 1875,
von 2662 kg im Jahre 1900 und von 3870 Kg im Jahre 1913 auf den Kopf
der Bevölkerung entspricht.
Die steigende Aktivität der Wirtschaft kommt ferner in den Ziffern des
Eisenbahnverkehrs klar zum Ausdruck. Die Streckenlänge des deutschen Bahnnetzes,
die sich von 28 182 KEm im Jahre 1875 auf 49 878 Kkm im Jahre 1900
erweitert hatte, siellte sich 1913 auf 61 159 Kkm. Sie wuchs noch schneller
als die Einwohnerzahl des Reiches; denn während 1875 und 1900 auf je
100 000 Einwohner eine Streckenlänge von 65,9 bezw. 89,1 km entfallen war,
Die
wirtschastliche
Entwicklung