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Sie durch die Nation geht. Es freut mich das für Sie als eine
wahrlich im höchsten Maße verdiente Anerkennung, und es erwärmt
mir das Herz, daß solche Gesinnungen sich in so großer Verbreitung
kundtun; denn es ziert die Nation in der Gegenwart, und es stärkt
die Hosfnung auf ihre Zukunft, wenn sie Erkenntnis für das Wahre
und Große zeigt, und wenn sie ihre hochverdienten Männer feiert
und ehrt. An solcher Feier teilzunehmen, ist mir und meinem
Hause eine besondere Freude, und wir wünschen Ihnen durch beifolgendes
Bild (die Kaiserverkündigung in Versailles) auszudrücken,
mit welchen Empfindungen dankbarer Erinnerung wir dies tun;
denn dasselbe vergegenwärtigt einen der größten Augenblicke der
Geschichte des Hohenzollernhauses, dessen niemals gedacht werden
kann, ohne sich zugleich auch Ihrer Verdienste zu erinnern. Sie,
mein lieber Fürst, wissen, wie in mir jederzeit das vollste Vertrauen,
die aufrichtigste Zuneigung und das wärmste Dankgefühl
für Sie leben wird. Ihnen sage ich daher mit diesem nichts, was
ich Ihnen nicht oft genug ausgesprochen habe, und ich denke, daß
dieses Bild noch Ihren späten Nachkommen vor Augen stellen wird,
daß Ihr Kaiser und König und sein Haus sich dessen wohl bewußt
waren, was wir Ihnen zu danken haben. Mit diesen Gesinnungen
und Gefühlen endige ich diese Zeilen, als über das Grab hinaus
dauernd,
Ihr dankbar treu ergebener Kaiser und König
Wilhelm.
Eine Reichstagsrede. Von August Falcke.
Vor dem schlichten Reichstagsgebäude harrt eine große Menschenmenge
auf den Reichskanzler. Man weiß, daß er über die
Wehrhastmachung des Reiches ein wichtiges Wort sprechen wird.
Die Tribünen im Reichstagshause sind dicht besetzt; in der Hofloge
bemerkt man das ernste Gesicht des einstigen Thronfolgers, bes
Prinzen Wilhelm. Von den Reichsboten fehlen nur wenige. Alle
fühlen, daß in diesen Stunden die Augen der ganzen Welt auf das
schlichte Haus in der Leipziger Straße gerichtet sind. Durch den
Saal geht ein unruhiges, erregtes Summen und Flüstern.
Plötzlich wird's still; Bismarck tritt in Begleitung seines
Sohnes Herbert ein. Der Reichskanzler setzt sich an seinen Platz.
Jetzt erhebt er sich, und sein Auge überfliegt die Versammlung.
Nun spricht er von Deutschlands Lage zu den Nachbarvölkern;
dann kommt er zu seinem Hauptzweck; er rechnet einmal mit