Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfzehnter Band. (15)

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Lurus  treibenden  Völkern  Preiß  zu  halten.  Dieß  gilt  denn
auch  so  von  einzelnen  Menschen.  Je  mehr  Hülfsquellen  der
Mensch  in  sich  selbst  hat,  immer  mehr  zu  produziren,  je
höher  kann  denn  auch  ohne  allen  Schaden  seine  Lust,  viel
und  mannigfaltig  zu  genießen,  steigen.  Für  ihn  ist  eben
diese  Lust  nur  eine  weitere  Triebkraft  seines  Genies,  indeß
sie  die  Qual  des  Schwächeren  und  Unfähigeren  seyn  würde;
und  es  ist  gar  nicht  zu  berechnen,  bis  zu  welchem  Grade
von  Fruchtbarkeit  eben  jene  Triebkraft,  sobald  für  sie  ein
solches  animirendes  Prinzip  da  ist,  steigen  kann.  b)  Jemehr
  ein  Volk  mehr  fabrizirendes,  und  manufakturirendes
  und  handeltreibendes  als  ackerbauendes
  Volk  ist,  desto  weiter  liegt  auch  sein
Maxrimum  entfernt;  und  ein  Volk  dieser  Art  kann
gewöhnlich  nicht  einmal  recht  gedeihen,  wenn  nicht  die
Genußlust  oder  die  Gierigkeit  desselben  bis  zu  einem  gewissen
  Grade  der  Reizbarkeit  gekommen  ist.  Denn  dieß  erst
bringt  die  Kräfte  in  Thätigkeitt,  weckt  die  Könstler-Genies,
schärft  und  verfeinert  den  Geschmack,  vervielfältigt  den  Absatz.
  c)  Auch  mit  der  geographischen  Größe  eines
Staats  steht  die  Entfernung  bis  zum  Maximum
in  einem  direkten  Verhältnisse,  d.  h.  je  kleiner  der
Staat  ist,  je  schneller  ist  er  auch  in  seiner  Entwicklung  bei
dem  Grenzpunkte,  jenseits  dessen  der  Lurus  schädlich  wirkt.
Aus  diesem  Grunde  kann  z.  B.  Petersburg,  wo  sonst  fast
lauter  ungünstige  Umstände  in  dieser  Beziehung  eintreten,
sich  ohne  eigentlichen  Nachtbeil  einem  so  ungeheuren  Lurus
überlassen.  Endlich  steht  auch  d)  jenes  Maximum  in
gleichem  Verhältnisse  mit  der  Fruchtbarkeit  des
Landes.  Je  mehr  das  erfinderische  Genie  der  Einwohner
dem  Lande  abgewinnen  und  endlich  beinahe  abpressen  kann