Full text : Großherzoglich Sachsen Weimar-Eisenachisches Regierungs-Blatt aufs Jahr 1821. (5)

weiter  folgende  Anfragen  an  die  Regierung:
1.  Wie  gestalteten  sich  Bierverbrauch  und  Bierpreis
  im  Felde  und  in  den  besetzten  feindlichen
Gebieten?  2.  Welche  Mahnahmen  gedenkt  die
Kal.  Staatsregierung  zu  ergreisen,  um  das
Mißverhältnis,  das  zwischen  fortschreitender
Bierpreiserhöhung.  und  sinkender  Güte  des
Bieres  bei  zum  Teil  recht  beträchtlichen  Gewinnen
  vornehmlich  der  Großbrauereibetriebe
obwaltet,  abzustellen?  3Z.  Wie  weit  sind  die
von  der  #Agl.  Staateregierung  bereils  zugesagten
  Maßnahmen  gediehen,  welche  geeignet  sind,
die  aus  dem  Art.  5,  des  Malzausschlaggesetzes
  für  jene  Brauereien  sich  ergebenden
Härten  zu  beseitigen,  die  nach  einer  mehr  als
zweijährigen,  durch  die  Kriegsurmrkungen  veranlaßten
  Stillegung  des  Betriebes  infolge  der
Wiederaufnahme  der  Biererzeugung  von  einer
25  prozentigen  Erhöhung  der  Malzausschlagsätze
  betroffen  werden?  Ju  dem  Einnahmeposten
aus  dem  Malzausschlag  behält  sich  der  Berichterstatter
  Antrag  vor.

Die  militärische  Erziehung  der

Jugend.

In  seinem  Bericht  über  den  Kultusetat,  Ausgaben
  auf  Erziehung  und  Bildung,  äußert  sich
der  Berichterstatier  Abg.  Dr.  Wohlmuth  auch
über  die  Frage  der  militärischen  Erziehung  der
Jugend  und  ventiliert  diese  Frage  hinsichtlich
des  Unierschiedes  zwischen  der  miltärischen  Ju--genderziehung
  während  des  Krieges  und  näch
dem  Kriege.  Eine  militärische  Jugenderziehung
gemäß  den  Bestimmungen  der  Ministerialenlschliehung
  während  des  Krieges  hält  der  Berichterstatter
  für  eine  eiserne  Notmendigkeit.  Ihr
gegenüber  können  und  müssen  auch  andere  Ause
gaben  der  Schule  zurücktreten,  und  es  lam
recht  wohl  einer  Beschränkung  des  wissenschaftlichen
  Unterrichtostofjes  mährend  dieser  Zeit
das  Wort  geredet  werden.  Hingegen  ist  die
mililärische  Jugenderziehung  nach  dem  Kriege
oder  in  Friedenszeiten  zwar  eine  von  manchen,
aber  keineswegs  eine  allgemein  erhobene  Forderung,
  und  von  nornherein  ist  festzustellen,  daß
die  Gründe,  welche  eine  militärische  Jugenderziehung
  während  des  Krieges  erbeischen,  nicht
angeführt  werden  können  fur  eine  militärische
Jugenderziehung  in  Friedenszeiten.  In  Friedenszeiten
  besteht  kein  unabwendbarer  Zwang,
die  militärische  Ausbildung  in  abnorm  abgekürzter
  Zeit  und  Form  zu  vermitteln.  Die  Notwendigkeit
  einer  militärischen  Jugenderziehung
im  vormilitärpflichtigen  Alter  zu  Friedenszeiten
  ist  nicht  erwiesen,  und  ein  dahingehender
Zwang  wäre  darum  jedenfalls  nicht  am  Platz.
Das  wirklich  Noluendige  und  Zuveckdienliche
für  die  lörperliche  Ausbildung  vermögen  die
verschiedenen  Schularten  zu  leisten.  Der  Krieg
hat  bisher  keineswegs  gelehrt,  daß  wesentliche
Weiterungen  notwendig  sind.  Die  freiwilligen
Jugendvereine  werden  es  gern  übernehmen,  der
körperlichen  Ausbildung,  der  Bewegung  im
Freien,  dem  Wandern  und  Spielen  im  Freien
ein  erhöhtes  Augemmerl  zuzuwenden.

Jur  Sicherung  der  Lebenemttel,

Erhöhung  der  Kartoffelhöchstpreise.


Berlin,  18.  Jan.  Im  Laufe  der  letzten
Tage  waren  im  preußischen  Landwirtschaftsministerium
  die  Vertreter  sämtlicher  deutschen
Landwirtschaftekammern  versammelt,  um  die
Frage  der  Kartoffelversorgung  Deutschlands  zu
erörtern.  Es  wurde  klargelegt.  daß  wohl  genug
Kartoffeln  in  Deutschland  vorhanden  seien,  daß
aber  die  Landwirte  mit  der  Herausgabe  ihrer
Vorräte  zurückhalten.  Die  Gründe  dafür  sind,
daß  den  Landwirten  das  Füttern  mit  Kartoffeln
bei  den  jetzigen  hohen  Futterpreisen  mehr  Gewinn
  sichert,  als  die  Lieferung  von  Kartoffeln
an  die  Bevölkerung,  nachdem  die  Höchstpreise
der  Kartoffeln  festgesetzt  worden  lind.  Es  wurde
ferner  darauf  hingewiesen,  daß  eine  Steigerung
der  Preise  um  1  Mk.  bis  1.20  Mk.  für  eine
starke  Familie  bis  zur  Neuernte  eine  Mehrausgabe
  von  etwa  7  Mk.  bedeutet,  was  als  nicht
erheblich  angesehen  werden  könne.  Der  Vertreter
  des  preußischen  Landwirtschaftsministeriums
  erkannte  die  von  den  Landwirtschaftskammern
  ins  Feld  geführten  Gründe  im  allgemeinen
an  und  sagte  zu,  daß  eine  Erhöhung  der  Kartoffelhöchstpreise
  in  Erwägung  gezogen  werden
solle.  Wie  hoch  die  Erhöhung  sein  wird,  soll
so  bald  als  möglich  bekannt  gegeben  werden.
Auch  die  Spannung  zwischen  Produzenten=  und
Kleinhandelspreis,  die  jetzt  1.30  Mk.  beträgt,
soll  erhöht  werden.  Man  hat  eine  Spannung
von  1.75  Mk.  vorgeschlagen.

Neue  Bestimmungen  über  den  Verkehrmit
  Brotgetreide.

Berlin,  18.  Jan.  Die  Anordnungen  des
Direktoriums  der  Reichsgetreidestelle  über  anderweitige
  Regelung  des  Verkehrs  mit  Brotgetreide
  sind  nunmehr  an  die  Kommunalverbände
  ergangen.  Es  wird  hiernach  bestimmt:
1.  Zur  Herstellung  von  Wehl  ist  vom  16.  Januar
  1916  ab  Nogen  b.  is  zu  82  Prozent  und
Welzen  bis  zu  80  Prozent  auszumahlen.  Die
Herstellung  von  Kommißbrot  und  Schrotmehl
14  Brotkereitung  ist  hiervon  nicht  berührt.

Diese  Vorschrift  gilt  für  alles  Brotgetreide,  das
den  Mahlen  zum  Auzmahlen  gbergeben  wird,

 

listorische

 

also  auch  für  Brotgetreide  von  Selbstlversorgern.
  2.  Hinterkorn  darf  von  den  Kommunalverbänden
  nom  16.  Jannar  191  zur  Verfütlerung
  nicht  mehr  freigegeben  werden.  Alle
leim  Dreschen  und  Reinigen  absfallenden  Mengen
  an  zerschlagenen  und  verkümmerten  Körnern
  u#u.  müssen  an  den  Kommissionär  der
Reichsgetreidestelle  oder  des  Kommunalverbandes
  al  eliefert  werden.  Es  darf  also  von  den
Landuwirten  kein  Hinterkorn  mehr  zurückbehalten,
verschrotet  oder  rerfüttert  werden,  neder  ohne
noch  mit  Erlaubnis  des  Kommunalverbandes.
Z.  Die  Mehlmenge,  die  täglich  auf  den  Kopf
der  versorgungsberechtigten  Zirilbevölkerung
verkraucht  werden  darf,  wird  wie  im  Vorjahre
vom  1.  Februar  1916  ab  auf  200  Gramm  festgesetczt.
  4.  Die  Menge,  die  von  Seldsftversorgern
  unter  den  von  den  Kommunalverbänden
vorgesc,  riebenen  Kontrollmaßregeln  verwendet
merden  darf,  nird  ebenfalls  vom  1.  Februar

1916  ab  auf  den  Kopf  und  Monat  wieder  auf

neun  Kilogramm  Brotgetreide  sestgesetzt.  Dabei
  entspricht  vom  1.  Februar  1916  ab  ein
Kilogramm  Brotgetreide  8010  Gramm  Mehl.
Ein  Selbstversorger  darf  hiernach  für  die  Zeit
vom  1.  Februar  bis  15.  August  1916,  also
für  61:  Monate,  insgesamt  58.5  Kilogramm
Brotgetreide  auf  den  Kopf  zurückbehallen.
Sollte  bei  einem  Selbstversorger  schon  eine
Aussonderung  des  Brotgetreides  nach  dem
Monatesatz  von  10  Kilogramm  erfolgt  sein,
so  ist  von  ihm  die  überschießende  Menge  Getreide
  sofort  an  den  Kommissionär  der  Reichsgetreidestelle
  alzuliefern.

Zur  hunderisahrfeler  der  Tiroler
K  serjäger.

Zunsbruck.  13.  Jan.  Der  Berg  Jsel,  die
Stätle  der  Tiroler  Freihritstähnpfesah
  gestern  ein  einfaches,  würdiges  Fest:  T  e
Tiroler  Kaiserjäger,  das  ruhmreiche  Regiment
der  Landeskinder  aus  Tirol  und  Vorariberg,
legingen  bie  Gedenkseier  an  den  11#/  jährigen
Bestand  des  Gründunge  Negiment:,  des  „Kai
serjäger  Regiments“,  dessen  Inhaber  nach  der
Stistungeurkunde  der  jeweilige  Herrscher  der
öfterreichischungarischen  Monarchie  ist.  Die
Straßen  der  Tiroler  Landeshauptstadt  durchzog
  früh  die  Militärmusik  mit  llingendem  Spiele,
dann  fand  auf  dem  Berg  Isel  in  der  Kreuztapelle,
  welche  die  Gruft  des  Tiroler  Heldengenerals
  Fenner  v.  Feunberg  birgt,  eine  Feldmesse
  stait,  zelebriert  vom  Erbland-Hoflaplan
Prälaten  Zacher,  dem  Abt  des  Stiftes  Wilten.
Hierauf  hielt  der  Ergänzungs.  Wezirlokommandant
  von  Innol  ru#  C  Oberstleutnant  Weißlopf.
der  die  Geschichte  der  Tiroler  Kaiserjäger  bis
in  die  neuere  Zeit  schreil..  eine  Ansprache  vor
der  Generalität,  demn  Of  fiiziertorpo  und  den
Festgästen,  die  in  ein  Hoch  auf  den  allerhöchsten
  Kriegeherrn  und  Regimentsinhaber  ausllang.
  Am  Denkmal  der  gesallenen  Kaiserjäger,
  am  Monument  Andrä  Hofers,  im  Militärfrieddof
  und  am  Grabe  des  Obersten
Potschla,  der  die  ältere  Geschichte  der  Kailerjager
  versaßt  hatte.  wurden  Kränze  niedergelegt.
  Am  Abend  veranstaltete  die  Regiments-Ersatmusik
  ein  Konzert  zugunften  des  Kriegsinralidensonds
  des  Regiments.  Das  eigentliche
  Fest  der  Grundung  ist  der  Friedenzzeit
rorkehalten,  wenn  unsere  Kaiserjäger  siegreich
heimgele##ert  sein  merden.  Die  „Tiroler  Soldatenzeitung“
  bringt  in  ihrem  amtlichen  Teil
einen  Armeelefehl  des  Landesverteidigungokommandanten
  von  Tirol,  r.  Daull,  in  dem  es
heißt:  „Ströme  Tiroler  Blutes  sind  geflossen
und  in  Treue  und  Ehrfurcht  neigen  wir  uns

 

im  Angedenten  dieser  Helden.  Aber  das  kostbare
  Opfer  iit  nicht  umsonst  gebracht;  denn
wol#in  uir  heute  unseren  Blid  menden  ringsum

  slatiern  unsere  Fabnen  im  Glanze  des  Sieages,
  und  am  hundertsten  Jahreslage  stehen.
die  Kaiserjäger  als  treue  Wächter  auf  den
Bergen  der  geliebten  Heimat.  Baid,  Kaiserjäger,
  wird  die  Stunde  schlagen,  in  der  wir
den  heimtückischen  Feind  endgültig  niederzwingen
  für  immer,  zum  Heile  des  Vaterlandes.
zum  Ruhme  unseres  erhabenen  Kaisers  und
önigs,  des  allerhöchsten  Inhabers  Franz
Joseph  J.“

Seeschiedene  Nacbeichies.

Mainz.  18.  Jan.  Auf  dem  Truppenübungsplatz
  bei  Gosenheim  stürzte  ein  Flugzeug  mit
zwei  Insassen,  das  sich  zum  Flug  nach  Darmstadt
  erhoben  hatte,  ab.  Der  eine  Insasse,  Oberleutnant
  Schröder,  verbrannte,  sein  Begleiter,
Bizefeldwebel  Zimmermann,  ist  schwer  verletzt.
  (Z.)

Künchener  Neulsteulen.

München,  18.  Jan.
lerger  (Lederfabrik  in  München)  haben  dem
Magistrat  den  Betrag  von  250000  Mark  in
5  oiger  Reichsanleihe  zur  Errichtung  einer  Stiftung
  überwiesen,  deren  Zinsen  zur  Unterstützung
von  hilfsbedürftigen,  würdigen  Kriegern,  Invaliden,
  sowie  deren  Wituen  und  Waisen  ohne
Untersch  ied  der  Konfession  verwendet  werden  sol- 



 

Die  Gebrüder  Hessellen.

  Die  Stiftung  soll  den  Namen:  „Gebrüder-Per

  n  "/tragen.
te  M
nete  m  8  der  ——  t  e

 

"

bahnunglück.  Ein  Wagen  der  Linie  30  stieß
mit  einem  die  Straße  überquerenden  Kohlenwagen
  zusammen.  Ein  auf  der  vorderen  Plattform
  des  Straßenbahnwagens  stehender  Fahrgast
  wurde  schwer  verletzt.  Der  Wagen  selbst
ist  arg  beschädigt,  dien  vordere  Plattform  vollständig
  eingedrückt.  Die  Schuld  soll  an  dem
Führer  des  Kohlenfuhrwerkes  liegen.

Bcyerische  Nachrichler.

Dinkelsbühl,  18.  Jan.  Der  Bauer  Georg
  Müller  aue  Nestelberg  begab  sich  diele
Woche  auf  den  Viehmarkt  nach  Ellwangen  zum
Ochsenkauf.  Dort  riet  ihm  ein  Fremder,  den
Kauf  in  Eggenrot  zu  betätigen,  wohin  er  den
Müller  auch  begleitete.  Auf  dem  Wege  übersiel
  der  Fremde  plötzlich  den  Bauersmann  und
nahm  ihm  seine  Barschaft  mit  1600  Mk.  ab.
Der  Beraubte  verständigte  sofort  die  Gendarmerie
  in  Ellwangen,  von  wo  aus  telephonisch
das  Signalement  des  Räuters,  der  in  der
Richtung  auf  Eagenrot  entflohen  war,  nach
Rosenberg  gegeben  wurde.  Dem  Landjäger  in
Rosenberg  gelang  es  auch,  den  Straßenräuber
bei  seinem  Eintreffen  in  diesem  Orte  sestzunehmen.
  Hier  entpuppte  sich  der  Täter,  der
nach  längerer  Vernehmung  das  Verbrechen  mgesland,
  als  der  verheiratete  Biehtreiber  Felir
  Blau  aus  Hall.  Er  wurde  ins  Landgerichtsgefängnis
  eingeliesert.

TLandshut,  18.  Jan.  Eine  Garnison  sollte
Geiselböring  in  Niederbayern  erhalten.  Wie
verlautet,  war  schon  eine  militärische  Abordnung
dort,  um  Erhekungen  zu  pflegen.  Die  Gemeindevern
  altung  hat  aber  jetzt  beschlossen,  wegen  der
hohen  Rosten  auf  den  Plan  zu  verzichten.

Bamberg,  18.  Jun.  Am  Monlag  brach
in  der  Dessauerschen  Pechsabrik  Feuer  aus,  das
durch  die  großen  Robmaterialienvorräle  reiche
Nahrung  fand.  In  laum  zwei  Stunden  war
die  ganze  Fabrikanlage  eingeäschert.  Große
Peck-,  Harz"  und  Oelvorräte  sind  mitverbrannt,
elenso  für  etma  10u/01000  Mkl.  Leder,  das  in
einer  angel  auten  Halle  untergebracht  war.  Der
Gesamtschaden  beträgt  600110  Mk.  Die  Entsiehungsursache
  ist  unbekannt.

h  on

Bad  Aibling,  18.  Jan.  Am  Montag  siel
der  Gärtner  Schönfuß  des  Kurhotels  Ludwigobad
  am  Badehause  infolge  Bruches  von  Sprossen
  in  ansehnlicher  Höhe  von  der  Leiter  kopfüber
zu  Boden.  Er  erlitt  nelen  anderen  Verlehungen
einen  Oberarmbruch  und  eine  Zersplitterung
des  Fersenbeines.

Au  b.  Aidling,  18.  Jan.  Die  Versammlung
des  Vollsvereins  für  das  tath.  Deutschland
am  letzten  Somtag  nahm  einen  erfreulichen

Verlauf.  Zahlreich  haben  sich  Männer  und
Frauen,  auch  aus  den  umliegenden  Gemeinden
eingefunden.  Landtagsabgeordneter  Scharnagl
berichtete  über  die  wirtschaftliche  Lage  Deutschlands
  über  die  Aushungerungspolitik  Englands,
  über  das  Verhältnis  von  Produzenten
und  Konsumenten  und  über  die  Aussichten  nach
dem  Kriege.  Er  erntete  reichsten  Beifall.  Patriotische
  Lieder  und  Gedichte  sanden  ebenfalls
allseitigen  Anklang.

Willing.  18.  Jan.  Wie  verlautet,  stehen
die  Triebu#erlbesitzer  der  hiesigen  Gemeinde  zurzeit
  mit  einem  Großtraftner!  wegen  Verlaufs
ihrer  Wasserlraft  in  Verllandlungen.  Ec  ist  ein
Werl  für  Licht  und  Kraft  bei  Willing  geplant.

 

 

 

eerenn“
Rosenheim,  19.  Jan.
Auszeichnungen  im  Felde.  Der  Unterofsizier
  Fritz  Schropp  im  1.  Jus.-Reg.,

Schmiegersohn  des  Rathausvernalters  Winter
in  Rosenheim,  wurde  mit  dem  Eisernen  Kreuz
ausge:  eichnet.  Die  Auszeichnung  wurde  ihm
im  Felde  vom  König  selbst  überreicht.

ie  Verwundeten  im  Kaiserbad
nehmen  an  Frend  und  Leid  der  Stadt  regen
Anteil.  Auch  wenn  ein  tapferer  Mitlämpfer  in
heimischer  Erde  zur  letzten  Ruhe  gebettet  wird,
geben  sie  ihm  das  letzte  Geleite.  Auch  am
letzten  Samstag  fehlten  sie  nicht,  als  Herr
Kaufmann  Alois  Reich  zu  Grabe  getragen
wurde.  Sie  folgten  mit  ihrer  Führung  dem
Sarge  und  widmeten  dem  Verewigten  ein  trauerndes
  Gedenken.  Ehre  den  Wackeren,  die  ihres
eidenden,  Zustandes  nicht  achten  und  also  Pielät
  üben

Krie  *•  Zehnerl.  Die  bayerische  Münze
hat  vom  Reichsschatzamt  die  Prägung  von  eisernen
  Zehnpfennigstücken  zugewiesen  erhalten.
Wann  mit  der  Prägung  begonnen  wird,  steht
noch  nicht  sest,  zumal  das  Prägematerial  noch
nicht  in  München  eingetroffen  ist  und  zudem
von  den  kewiesenen  eisernen  Fünferln  erst  ein
Teil  ausgeprägt  ist.

Der  erste  Balkanzug  in  der  Richtung
nach  dem  Westen  ist  am  Dienstag  Mittag  in
Konstantinopel  abgefahren.  Die  Abfahrt  gehalten
  sich  sehr  festlich  unter  Hae  Teilnahme
der  Bevöllerung.  Der  Zug  ist  voll  besetzt.  E
wird  morgen  Donnerstag  u  9.15  Uhr  bende
in  München  eintreffen,  also  etwa  um  8.15  Uhr
durch  Rosenheim  fahren.

Nach  schwerer  Krankheit  geht  Herr

ferschmiedmeister  J.  Voggenauer  in  Rolenheim
  leiner  Genesung  entgegen.  Er  erkrankta

 

an  Blinddarmentzündung  und  mußte  sich
einer  Operation  nach  München  begeben.  E

Justand  war  bereits  bedenklich,  doch  nahm
Operation  einen  sehr  guten  Verlauf,  sodaß
Voggenauer  bald  wieder  völliger  Genesung
erfreuen  dürfte.  Zu  diesem  guten  Ausgang
glückwünschen  mir  ihn  bestens.  Seine  zahlrei
Geschäftöfreunde,  die  bisher  nur  gewohnt
ren,  ihn  steis  rastlos  tätig  zu  sehen,  werden
freuen,  wenn  Hr.  Voggenauer  die  Leitung
nes  umfangreichen  Betriebes  bald  selbst  wie
wird  führen  können.

Der  Pensionistenverein  Rosenhe
hielt  jüngst  seine  gut  besuchte  ordentliche  Ge
ralversammlung.  Bei  Erstatiung  des  Jahrn
berichts  wurde  darauf  hingemiesen,  daß  infe
seinerzeitigen  Beschlusses  der  Pensionisten-L
desverband  und  damit  auch  der  hiesige  Or
verein  mit  Rücksicht  auf  die  durch  den  Krieg
schassene  Lage  sich  jeder  öffentlichen  Agitat
um  Aufbesserung  der  Altpensionisten  enthal
habe,  ein  Alt  der  Entsagung,  der  gewiß  die
erkennung  der  Regierung  und  der  Oeffentlich
verdienen  dürste.  Freilich  sei  infolge  der  fur
Laren  Kriegoteuerung  die  Eristenz  vieler  P
sionisten  und  Staatsdienermwituen,  deren  Bez
schon  vor  dem  RKriege  ganz  unzulänglich  war
aufs  äußerste  erschuert  und  gefährdet.  Es
darum  dankbar  anzuertennen,  daß  die  cht
lichen  Gewerlschaften  und  der  Bayer.  Post--EisenLahnerverband
  in  ihrer  Eingabe  um  #
nmährung  von  Teuerungszulagen  auch  für
Pensionisten  eingetreten  seien.  Der  Pensionist
verein  Nosenheim  habe  durch  den  Beitritt  ei
Anzahl  Traunsteiner  Pensionisten  einen  erfr
lichen  Mitgliederzuwachs  belommen.  Die  w
schaftliche  Tätigleit  des  hiesigen  Vereins  sei  a
im  versflossenen  Jahre  nach  Möglichleit  z
Nutzen  der  Mitglieder  sortgesetzt  worden.  1
Vereinolassier  erilatiele  sodann  Kassabericht!
erhielt  Entlasiung.  Es  murde  beschlossen,
die  ganze  Dauer  des  Krieges  nur  die  hal!
Jahresbeiträge  zu  erkeben  und  dem  Verein
Namen  „Pensionistenverein  Nosenheim  Tra
stein“  unter  entsprechender  Statutenänd''#n
leizulegen.  Nach  Erörlerung  mirtschaftlicher?
gelegenheiten  und  Wiederwahl  des  bisherit
Vorstands  schloß  der  Vorsitzende  mit  einer
triotischen  Huldigung  die  Versammlung.

Krauten-Unterstützungs-Vere
„Concordia'.  Die  am  verflossenen  So
tag  im  Flötzinger  Löchl  abgehaltene  orde
liche  Generalversammlung,  die  das  33.  J.
des  Bestehene  des  Vereins  binter  sich  hat,  wu
vom  eriten  Vorstand,  Herrn  Ziegler,  eröfft
Eingango  warf  er  einen  Rückblid  auf  das.  1
den  des  Welttrieges,  dem  leider  auch  von
57  im  Felde  slehenden  Mitgliedern  won"
zum  Opfer  gefallen  sind,  und  zwar  die  H#r
Mascher,  Brannreuther  und  Sterzl.  Der  A
sorderung,  sich  zum  Zeichen  der  Trauer  ###
den  Sitzen  zu  erbeben,  wurde  bereitwilligst  Fo
geleistet.  In  Erledigung  der  Tagesordm
wurde  der  vom  Kassier  Widemann  mustergül
geführte  Kassabericht  der  Unterstützungske#
verlesen,  der  über  bas  Wirken  des  Vereins!#
seine  Tätigkeit  sehr  erfreuliche  Resultate  zeis
Bei  einem  Mitgliederstand  von  254  orde
lichen  und  5  Ehrenmitgliedern  sind  im  verst
senen  Vereinsjahre  2128.20  Ml.  Einnahn
und  1669.98  M..  Ausgaben  zu  verzeichn
Der  Barbe#tand  beträgt  82.3.31  Mk.,  sor
sch  lieht  die  Kasse  mit  5423.33  Mk.  ab,  wo#
460XK  Mi.  verzinslich  angelegt  sind.  Auch
Krieger  und  deren  Familien  murde  in  weit
gehendem  Maße  gedacht,  um  ilnen  ihr  Los
erleichtern.  An  Familiennnterilützungen  w
den  237.20  Mk.  und  für  Liebesgaben  82
Mark  verausgabt,  somie  570.00  Mk.  fur  s#
lausende  Beitrage  der  im  Felde  stehenden  r
glieder.  Auf  Vorschlag  des  Vorflandes  Zi
ler  murden  neuerding?  3—50  Mk.  für  Un
slützung  der  verheirateten  Familienangehöri
an  Barmitteln  und  der  ledigen  an  Liebesga
zugewiesen.  Dem  Kassier  wurde  ein  jährlit
Betrag  von  200  Mk.  als  Manlogeld  bewill
Der  Kassabtericht  der  Fierbelasse  zeigte  eb
falls  segensreiches  Wirlen.  In  sieben  Ster
sällen  wurden  2384.30  Mk.  ausbezahlt.
Eimahmen  weisen  einen  Betrag  von  2636
Mark  auf,  so  daß  ein  Ueberschuß  von  251
Mark  zu  verzeichnen  ist.  Das  verzinslich
gelegte  Stammkapital  beträgt  11  951.92  ?.
Somit  steht  der  Sterbekasse  ein  Barvermö
von  12  103.84  Mk.  zur  Verfügung.  Das  Ga
zeigt,  daß  auch  das  verflossene  Vereinsjahr
beiden  Kassen  bereicherte  und  somit  der
kunft  unbesorgt  entgegengesehen  werden  ka

Hierauf  wurde  der  schön  und  ausführlich
gesaßte  Jahresbericht  durch  den  1.  Schriftfüh
Stöckl  verlesen.  Der  Punkt  Neuwahl  fand
durch  rasche  Erledigung,  daß  der  Gesamta
schuß  durch  Akklamation  wieder  gewählt  w’n.
und  er  sich  bereit  erklärte,  die  Leitung  des  *#
eins  für  das  Jahr  1916  zu  übernehmen.
ein  im  Felde  stehendes,  zurzeit  in  Urlaub,!
weilondes  Mitglied  wurde  eine  Sammlung
anstaltet,  die  einen  ansehnlichen  Betrag  für
tapferen,  Vereits  zweimal  verwundeten  ul
der  hergestellten  Mitkämpfer  eintrug.  Auch
dachte  der  Vorstand  des  Mitgliedes  Kellh
welches  mit  dem  Ludwigs-Kreuz  ausgezei
murde.  Der  2.  Vorstand  Mörtl  dankte  im!
men  des  Ausschusses  und  der  Mi  lie  l
1.  Vorstand  Jiegler  für  seine  —  iche
tigkeit  im  Vereine,  worauf  die  so  schon
lausene  Versammlung  gelschlolsen  wurde.