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mit der Flagge der nationalen Dartelen. (Sehr richtig!) Mich will man unter dieser Flagge
angreifen als angeblichen Berächter der großen und starken nationalen Traditionen, auf die die
alten Harteien dieses hohen Hauses mit Recht stolz sind. Zum Beweise wird angefährt, daß
lch mit den Sozialdemokraten liebäugelte und die Flaumacher begünftige.
Meine Herren! Soll ich in diesem Kriege, wo es nur Deutsche gibt, mich an Darteien
halten! Wohl weiß ich, die Unterscheidung zwischen nationalen Harteien und anderen hat in
den politischen Kämpfen vor dem Kriege viel bedeutet. Aber es wird doch die schönste Frucht
sein, die dieser Krieg uns im Innern bringt, daß wir diese Unterscheidung in Zukunft endgülkig
fahren lassen, weil sse keine Berechtigung mehr hat, weil das Nationale sich eben von selbft
versteht. (Lebhaster Zeifall.) Meine Hoffnung darauf ist unerschütterlich, krotz der Herren um
Ciebknecht, mit denen das Bolk nach dem Kriege abrechnen wlrd. (Zuruf!) Darteikämpfe wird
es auch in Zukunft geben, so schwer wie bisher. Aber dürfen wir darum immer wieder mit
dem alten Schema von nationalen und antinationalen Harteien operieren? (Begeisterte Zustimmung.)
Ich sehe die ganze Nation in Heldengröße um ihre Zukunft ringen. Unsere Söhne und
Brüder, in freuer Kameradschaft kämpfen und sterben sie miteinander. Da ist die gleiche Liebe
zur Helmat in allen, mag die Hesmat ihnen BZesitz und Reichtum einschließen oder ihnen nur
die Stätte gewesen sein, an der ihrer Arme Kraft ihnen das TLeben friske. Diese heilige Flamme
der Heimatsliebe stählt allen das Herz, daß sie in tausendfacher Gefahr dem Tode trotzen und
den Tod leiden. Nur ein vollkommen vertrocknetes Herz kann sich dem erschütternden Eindruck
von der Größe und Irkraft dleses Zolkes entziehen, kann sich der heißesten Liebe zu diesem
Volke erwehren. (Stürmischer Beifall.)
Und das soll ich trennen, soll ich nicht einigen! Da soll Angst und Sorge um die Kämpfe
der Zukunft dle Kräste sähmen, die wir brauchen, um den großen Kampf der Gegenwart zu
bestehen? Nein, melne Herren, der Glaube an mein Volk und dle Liebe zu meinem Volk, sie
geben mir die felsenfeste Gewißheit, daß wir kämpfen und siegen werden, wie wir bisyer gekämpft
und gestegt haben. (CLebhaftes Zravol)
Ich will schließen, meine Herren.
Unsere Feinde wollen es auf das TLetzie ankommen lassen. Wir fürchten nicht Tod und
Teufel. Auch nicht den Hungerteufel, den sie uns ins Land schicken wollen. Die Männer, die
draußen um VBerdun fechten, die unter Hindenburg kämpsen, unsere solzen Zlaufacken, die Albion
gezelgt haben, daß die Ratten beißen (Beifall), sie sind von einem Geschlecht gezeugt, das auch
Enibehrungen zu tragen weiß. Diese Entbehrungen sind da — ich sage das ruhig und offen
auch dem Auslande — aber wir tragen sse. Und auch in diesem Kampsfe geht es vorwärts.
(Bravol) Ein gnädiger Himmel läßt eine gute Ernte heranreifen. Es wird nicht schlechter,
es wird besser werden als im vorigen schweren Jahre und als es setzt Ist. (Lebhaste Zustimmung.)
Diese Rechnung unserer Feinde auf unsere wirtschaftlichen Schwierigkeiten wird trügen. Ein
anderes Exempel mit großen Zahlen hat unsere sunge Marine am 1. Juns scharf korriglert.
Auch dieser Sieg wird uns nicht ruhmredlg machen. Wir wissen wohl, England ist damit
noch nicht geschlagen. Aber er ist uns eln Wahrzelchen unserer Zukunft, in der Deutschland
auch auf den Meeren für sich volle Gleichberechilgung und damit auch für kleinere Zölker
dauernde Freiheit der setzt durch englische Alleinherrschast verschlossenen Seewege erkämpfen wird.
Das ist das helle und verheißungsvolle Licht, das der 1. Juni in die Zukunft wirft.
(Stürmischer Zeifall im ganzen Hause und auf den Tribünen. Der größte Teil der Ab-,
geordneten hat sich erhoben. Immer sich erneuernde Bravorufe und Händeklatschen. Der Reichs,
kanzler danki wiederholi. Der Beifall erneuert sich nochmals, wle der Dräsident bekannt gibt,
daß ein Antrag auf Vertagung eingebracht sei.)
Nach dieser Rede wird auf Antrag des Abgeordneten Dr. Spahn (Zentrum) Vertagung
beschlossen. (W. T. B.)
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