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setzten Unterstützungen sind keine öffentlichen Armenunterstüt-
zungen.*)
Die Rechtsansprüche und -verbindlichkeiten des deutschen
Militärversorgungsrechts sind überwiegend öffentlich-rechtlicher
Natur; prüft man aber die einzelnen Rechtssätze und Rechtsgebilde
auf ihr innerstes Wesen, so findet sich, daß sie vielfach mit dem
bürgerlichen Recht in inneren und äußeren Zusammenhängen
mannigfaltiger Art stehen.
Der besondere Stoff des öffentlichen Versorgungs- (darunter
auch des eigentlichen Militärversorg.-)rechts erhält seine besondere
Eigenart und Färbung durch seine enge Beziehung zur medizini-
schen Wissenschaft — und zwar in einem doppelten Sinne: ein-
mal in dem ausgleichenden und prozessualen Sinne, daß Schädi-
gungen des körperlichen, geistigen, seelischen Gleichgewichts
Voraussetzungen für die einzelnen Ansprüche und Verbindlich-
keiten aus dem öffentlichen Versorgungsrecht sind, und daß es
für die Verwirklichung solcher Rechte der zuverlässigen ärztlichen
Feststellung jener Mängel bedarf; zum anderen in dem mehr
aufbauenden und organisatorischen Sinne, daß das öffentlich-recht-
liche Versorgungswesen die Pflege und Förderung der öffentlichen
Gesundheit, die Erhaltung und Wiederherstellung gesundheitlieher
und wirtschaftlicher Werte im großen und im einzelnen, und die
fruchtbare Verwertung geminderter Arbeitskräfte zum (Gegen-
stand hat.
Dem Arzt und dem Techniker kommt im öffentlichen Für-
sorgewesen der Gegenwart und Zukunft eine besondere Aufgabe
zu. Auch bei der rechtsdogmatischen und bei der rechtspolitischen
Bearbeitung des öffentlichen Versorgungsrechts, namentlich aber
bei der Feststellung der Natur und der Aufgaben des öffentlich-
rechtlichen Versorgungswesens muß man auf diese innere Beziehung
Gewicht legen.
Eine grundlegende Lehre im allgemeinen Teil des öffentlichen
Militärversorgungsrechts ist — insbesondere auf medizinischen und