Full text: Archiv für öffentliches Recht. Band 28 (28)

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hatte in dieser ältesten Zeit zu zahlen, wer einen Adeligen 
tötete. ANDREAS HEUSLER zieht mit Glück das Beispiel der 
schweizerischen Landsgemeinden heran, um diese Verhältnisse 
zu beleuchten: „Adel und Beamte — so verstehen wir das Ver- 
hältnis der taciteischen nobiles und principes, Gegenüber 
der früher besonders bestimmt ausgesprochenen Ansicht, daß 
unter principes überhaupt nur der Adel zu verstehen sei, 
principes und nobiles identisch seien, ist in neuerer Zeit 
die Auffassung zur Vorherrschaft gelangt, daß der bestimmte 
Gegensatz von Adelsstand und Beamtenstand, Erblichkeit und 
freier Wahl des Volkes darin ausgedrückt sei. Rein doktrinär 
betrachtet ist das richtig; tatsächlich kam es mehr auf die 
erstere Ansicht hinaus. In den schweizerischen Demokratien, die 
uns in so vielem an das alte germanische Gemeinwesen mahnen, 
haben sich viele Jahrhunderte hindurch ähnliche Erscheinungen 
erhalten. Hochangesehene Geschlechter, etwa die Reding in 
Schwyz, sind in konstantem Besitze der Ehrenämter ihrer Länder, 
mit jubelndem Mehre beruft sie die Landsgemeinde zu den 
Würden der Landammanns, des Landesfähndrichs uff. Kein Ge- 
danke, daß eine verfassungsmäßige Pflicht des Volkes bestände, 
seine Häupter aus diesen Geschlechtern zu wählen, aber sie ge- 
nießen seit alter Zeit das Vertrauen, sie haben vermöge ihres 
Wohlstandes Zeit und Mittel gehabt, sich den öffentlichen 
Dingen zu widmen, sie kennen die Geschäfte, sie sind die 
Wägsten und Besten, und auch wenn sie es nicht wären, so 
haben sie durch Besitz und Macht der Verwandtschaft einen oft 
unerhörten Einfluß, der ihre Wahl trotz möglichen Gegenström- 
ungen sichert. So denken wir uns auch die alten germanischen 
Adelsgeschlechter, als die seit uralter Zeit mit der Führung des 
Volkes betrauten und dadurch geheiligten Geschlechter, deren 
Ursprung ehrfurchtsvolle Verehrung von den Göttern herleitete. 
Und so ist auch das alte Volkskönigstum zu verstehen, das sich 
bei einzelnen Völkerschaften findet, besonders bei den östlichen.
	        
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