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der richterlichen Befugnisse des Konsuls übertragen, Die Zu-
ständigkeit des Konsuls ist die der Amtsgerichte, die des
Konsulargerichtes die der Schöffengerichte und Land-
gerichte!®. Auf die vor die Schwurgerichte oder in erster Instanz
vor das Reichsgericht gehörigen Strafsachen erstreckt sich die Kon-
sulargerichtsbarkeit überhaupt nicht; dieselben sind den zuständigen
inländischen Gerichten zu überweisen. Berufungen gegen die Ent-
scheidungen des Konsuls oder des Konsulargerichtes gehen, so weit
sie überhaupt zulässig sind, an das Reichsgericht’‘. Für die Ent-
scheidung der bürgerlichen Streitigkeiten sind maßgebend die Reichs-
gesetze, das preußische Landrecht und die das bürgerliche Recht
betreffenden allgemeinen Geseize der preußischen Landesteile, in
denen das allgemeine Landrecht Gesetzeskraft hatte, in Handelssachen
in erster Linie das in dem Konsulatsgerichtsbezirke geltende Handels-
gewohnheitsrecht; für die Entscheidung der Strafsachen das Reichs-
strafgesetzbuch und die sonstigen Strafbestimmungen der Reichs-
gesetze. Der Konsul hat das Recht, Polizeiverordnungen mit An-
drohung von Geldstrafen bis zu 150 Mark zu erlassen. In Straf-
sachen, in denen das Konsulargericht in erster Instanz erkannt hat,
stelit das Begnadigungsrecht dem Kaiser zu”,
2.K.G.G. 8 6.
5 K.G.G. 88 7, 10.
16 K.G.G. 8 14.
7 K.6.G. $& 72.