Full text: Fremdwörterbuch von Dr. Daniel Sanders; Band 1; Jahrgang 1891. (1)

Campagne 
Landmann. -agne (-änf), f.; —, —: s. Cam- 
pagna: 1) Feld; Landaufenthalt: Maison lmäsöng! 
de c. od. C., Lanrhaus c.; Die C—nn. L##ewald Genf. 
99; 102 ½. —2) Felrzug. G. 2 5, 1 2c.; C.-Dienst. 
Hatl, 21, 289; Spielhagen Pr. 3. 154 c.; Gefahren 
einer Winter-C. 8, 131 2c.; Übrtr.: Während der 
Wahl-C. [des Wahlkampfs 2c.] veranstalteten die 
meisten Blälter Separatausgaben, welche die C.-Aus- 
gaben genannt werden. Volksz. 16. 261 2c. — 3) 
(l. 2) bei Gewerben, wo es darauf ankommt, daß 
der begonnene Betrieb bis zu seiner Beenigung 
möglichst ununterbrochen in Gang bleibt, — die 
Zeitdauer od. Periode eines solchen Betriebs, z. B.: 
die Zeitdauer eines Ofens in einer Eisen= (Karmarsch 
1, 575), Glas= (2, 136) Hütte 2c.: Während vieler 
Berriebs-Cn wirdt bier ein gutes Roheisen erzeugt. 
DVittitlj. 18, 333; In der Brenn-C. lder Spiritus- 
brennereien! 1866—67 2c. U 13. 20, 280 2c. — 4) 
(seem., vgl. Caranne, Capanje) das Verdeck über 
der obersten Kaju#lte: Die C. stumm, der Mastkorb 
leer. Kreiligrath SW. 1, 357 2c.; Die „Kampanje“ 
reicht vom Besabnmast bis zum Heckbord. Vorn bat sie 
ein zierliches Geländer, den Kampanjebogen. Bobrik 
365; Kampanje= lod. National--) Flagge. edd. 
290 ꝛc.; bei Heyle: Das Campän, vgl. ferner: Das 
Kamärsje ist der Name eines schmalen Ganges ober- 
halb der Kafüte des Kapitäns. v. dem aus derselbe seine 
Befehle ertheilt. Banner Rebell v. Lüleck 1, 25. — 5) 
als Spielausdr.: Ein Paroli (s. d.) de c., ein be- 
trügerisch gebognes Paroli; Eine case (kaf'] de c., 
beim Tricktrack, ein unberechtigt gemachtes (d. h. 
mit 2 Damen besetztes) Neld c. agnuole (it. 
—anj-), m., —; -n: Landmann: Bei der Hürte des 
Cn. PHtyst N. 127 2c., in ganz it. Form: Cam- 
pagnuol-o, Mz.: -i. -än, n.: s. Camragne 3. 
äng (it.), f.; -äne: 1) s. Campagna. — 2) Glocke 
(s. d. Ss.), z. B.: Die C. del defünti, die Torten= 
glocke, läutete. Zank Bild. 1, 349 2c.; Das Herz ist 
bier so unbrauchbar, wie eine Lunge unker der luftleeren 
C. lder Luftrumpel. Häleis Bul. 192 2c. äne, 
f.; —m: Campana; auch: Keffelgewölbe unterm 
Festungswall mit Schießlöchern nach dem Graben 
binaus. anella, f.; elle: Glöckchen, Schelle, 
Klingel 2c.; auch als Name von Wirthshäusern: 
Der Abend wurde bei einer Foglietta Orvieto in der 
Palombella od. C. zugebracht. Bodenstedl E. 1, 207; 
Die „Goetbe-Kneipe“ Goethe's C. Gutzkow 3Z. 8, 
32. anctla, f.; étte: Glockenspiel. -aniförm, 
a.: glockenförmig. -anile, m., —; —8, kli: 
Glockentburm: Der C. des Kreml. Ualß. 20, 197 
(s. Kolokolnik), auch: Art Wendelschnecke, Türbo 
iẽrebra. -anje: s. Camragne 3. anolög (lat.= 
gr.), m., -en, —s; -en: Einer, der den Glockenguß 
lehrt. Dazu: C-ie, f.; c-isch, a. -änula, k.; 
—8, len [/§ 24, 1!: „Glöckchen“, Glockenblume: 
Violblaue Kampanulen. Berlepsch 56; C—s umschlingen 
die Sihlütze. ISohl Par. 2, 22; die ganze Gatt.: 
Camranulacekn. ärius (mlat.), m. I§ 24, 21: 
Feld-, Flur-Hüter, = Schütz. ed ör (span.), m., 
—# z;-es: Kämre, Kämpfer 2c.: Von dieser Sitte führte 
der Cid den Namen Barraz od. C., d. h. Herausforderer. 
Campu 601 
Scho 2, 109. — Campeche (frz. kangpäsch'): s. 
Kampesche. — Campelogie (gr.), f.; —(eyn: Lehre, 
Lehrbuch von den Krümmungen, Kurven (s. d.), 
Kampylogrammik. — Campement! (krz. kang’'mäng), 
n., —; —: das Lagern v. Truppen; Feldlager 2c.: 
Häuser, die nebst mebrern hölzernen Kasernen ein ansehn 
liches C. bilren. Junghuhn Java 67. — Kampemeter 
(gr.), m., —#; uv.: Krümmungslhalbymesser. — 
Kamposche: Stadt u. Bai in Meriko. Daber: 
Kl(-n)-Hotz. Blauholz, s. Hämator#lin. — Campest- 
er llat., § 24, 3, risö); -risch, a.: zum Feld 
gehörig, nam.: dort wachsend 2c. — (Kampf-), 
Kämphl-er (ar. 2c.), m., —#; uv., zöre: eine von 
den fluchtigen Olen sich hauptsächl. nur durch die 
Nichistüssigkeit unterscheidende Gattung Pflanzen- 
stoffe, darunter nam. der aus dem K.-Baum, 
Läürus ccmphora, gewonnene, v. durchdringen- 
dem Geruch, als Arznei angewandt rc., s. Kormoarsch 
2, 338. vgl. Ohen 2, 114 ., s. auch: Bambus-K. 
od. Tabaschir (s. d.); Daryl 2c., auch: Das Haar, 
sonst moschusschwarz, will werden k.-weiß,! der Busen 
k.-kalr, der sonst war moschusheiß. Rücher! BrE. 330 rc.; 
K.-Aster, Tarchonänthus camphorälus; = Essig, 
Lösung v. K. in Efsig;-Geist,-Spiri#us; baltig; 
Harz, nam. von Cinnämomum cämphora (K.= 
Zimmt); Klisse, Unxia; = Krarv, Anuthosper- 
mum; = Kraut, Camphorésme: = Milch, k.-haltige 
Emulsion; -Ol, v. der K.-Neder Dryobälanops 
cämphora; auch: eine Mischung von Ol u. K.; 
Pflanze, Klisse = Spiritus, Auflösung v. K. 
in Spiritus;-Zimme) , s. o. .Sarzc -erieren, 
tr.: mit Kampher mischen: Das tampberierte Ter- 
rentindl. folke Th. 1, 169. in, u., —(e)s; 0: 
höchst gereinigtes Terpentinöl: Die v. W. M#ung er- 
fundene K.= od. v. ihm s. g. Vesta-Lampe. Karmorsch 1, 411. 
Sora, f. 18 24, 1): Kampher. — Kämphu, m.: 
Art feiner chines. Thee (Campoe, Camroy, Cancho, 
Campn, Sumlo od. Semlo. Enkcykl. f. Kaufl. 730a, 
vgl. Ohen 3. 1182). — Camp--feren (frz.), intr. 
(baben): v. Truppen 2c.: im Feld liegen, lagern: 
Campierpfabl, Standpfahl. - Aleting (engl.), 
s. M. —o: 1) (span.) m., n., —#; —: a) Feld rc., 
nam.: sieprenartige Ebne. 3rehm Bild. 87; Sab. 
400; Große C—z od. offne Ebnen. Slodus 7, 139b; 
Ihr werdet einen armen Teufel bei solchem Weiter nicht 
wieder in das C. hinansjagen wollen. Gertäcker WW. 
20 :2c. — b) Art spanischer Wolle. — 2) (it.) m., 
n., —; -i: a) Feld 2c., z. B. auch von manchen 
Plätzen in Städrten. Uat3. 20, 129; Resie, welche 
das C. vaccino Jwatsch-, das Kuhfeld] umgeben. 
Guhl 2. 146, v#gl. Forster It. 1, 190 2c.; nam. auch: 
Beim Eintritt in den C. sáAnto (6—, Gottesackerl. 
87; Die klassischen Campi santi v. Italien. Garunl. 
16, 10a 2c. — b) „Acker“, als Feldmaß in Nord- 
italien. — Camp-on, on#: s. Kamphu. — 
Kämpong, n., —#; —s: auf Java — Dorf. Ausb. 
39, 904a; 949a; 1244 a 2c.; Junghuhn 36; 17; 60; 
70 2c. (s. Patok). — Kamptülikon (gr.), n., —; 
0: Material, aus sein gemahlnem Kork u. Kaut- 
schuf od. Guttarercha, stark zusammengerresst, zu 
Fußböden 2c. Uaur 14, 218b. — Cämpu: s.