— 30 —
Liebe wankt und bricht nicht. Seine Heilandsliebe
hat uns hier gesucht, gefunden und gerettet. Hat
er uns zu lieben angefangen, so wird er uns zu lieben
nimmer aufhören. Er reißt den Faden, der zwischen
ihm und uns gesponnen ist, nimmer ab; seine Treue
und Liebe trägt uns über Tod und Grab hinein in
sein ewiges Reich. (Diese meine Behauptung steht
auf ehernen Wirklichkeiten, sie ist denkrichtig; drum
st sie wahr, wie alles, was von Wirklichkeiten aus
denkrichtig erschlossen ist, wahr ist und zu seiner Zeit
in Erfüllung geht).
So kann ich denn in das Wort von „dieser
Wüstenei“ in Tersteegens sonst so herrlichem
Wanderlied nicht einstimmen: Ich bin schon hier
nicht in der Wüste sondern in der Heimat; und der
Vater ist bei mir an jedem schönen und an jedem
schweren Tag mit seinem Geist und seinen Gaben.
Und aus diesem irdischen Vaterhaus kehr ich heim
in ein noch viel besseres Baterhaus, wo mich der
Bater überschwenglich trösten wird.
Sowohl als auch. Das Reich ist erschienen
und kommt jeden Tag mehr. Die Geschichte,
welche die Menschheit vorwärts und aufwärts
führt, rechtfertigt den Reichsgedanken.
Und die Liebe Gottes, welche auesgegossen
ist in unfre Herzen, rechtfertigt
unfre Hoffnung, daß Er einst alle Unzulänglichkeit
des irdischen Gotteereiches in
einem jenseitigen Gotteereiche vollenden
wird.
—oe—