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doch sein Vater nie beigetreten war *), zeigten mehr als
zu deurlich, wie leicht der junge Herzog zu regieren sey,
und man wußte kaum, ob vielleicht von einem Prinzen voll
eigener Plaue und Unternehmungen mehr zu fürchten gewesen
seyn würde, als von der verführten Gutwilligkeit Friedrich
Ulrichs, der durch die Bosheit oder Schmeichelei der
herrschenden Hofparthie verleitet, in kurzem selbst auch die
natürliche Schuldlosigkeit seines Temperaments verlor 299).
Schon dritthalb Jahre nach angetretener Regierung er- 1616
gieng ein Befehl ins ganze Land, der eine Neuerung ankün-"-bebr.
digte, welche so sehr auch schon unter Henrich Julius darauf
vorbereitet war, in Wolfenbüttel unter den Räthen grosses
Mißbergnügen, und im ganzen Lande Mistrauen und
Murren rege machte. Anton von Streithorst auf
Schliestädt wurde zum Oberhofmeister, Geheimenrath.
und Hofrichter ernannt, vier von Adel waren ihm als Regicrungs=
und Geheimeräthe zugeordnet 52##), welche mit
ihm als höchstes Landeskollegium die allgemeine Oberaufsicht
haben, und bei allen wichtigeren Angelegenheiten vorzüglich
*) Proposstion Herz. Jo. Fr. von Wirtemb. an Herz. Fr. Ulr.
zu Braunschw. wegen Beitritt zur Union 27 Dec. 1613 und
des Herz Fr. Ulr. Erklärung darauf, 30 Dec. 1613. f. Sattlers
Gesch, der Herzoge von Wirt. VI. Th. Beil. n. 23. 24.
*o) Im königl. Wecker (s. Mosers Hofrecht. 2 V. S. 5) heißt es
— Fr. Ulr. sey so in steter Völlerep, daß er schwerlich zu sich
selbst kommen und seine Gedanken sammeln könne. Horneius
in Or. Iunebr. 1655 habila p. 26. Sobrietalem tum in adolescentia
tum ullimis annis ita coluit, ut nemo principum magis,
quamuis in inuentute et lorentibus rebus polalorum greges,
quibus sepius fere tum erat, transuersum olim rapuissent.
*#?½) Diese vier waren Jobst und Eberhard von Wephe,
Haus von Mützevahl, Barthold von Rautenberg.