370 Künstliche Ernährung des Säuglings.
zurückgehen. Das sind für den empfindlichen Säuglingsmagen keine gleichgültigen
Verhältnisse!
„Die Milch muß also sterilisiert, respektive von Keimen
befreit werden, weil dadurch nicht nur die Zersetzung derselben
verhütet, sondern auch das Eindringen von Pilzkeimen aus
der Milch in den Verdauungsapparat des Kindes hintangehalten
wird.“ So sagt Dr. Hochsinger in seinem Buche „Die Gesundheitspflege
des Kindes im Elternhause“. Abschluß der Milch vor dem Einfluß der
Luft und große Hitze machen sie keimfrei; man mußte also gutverschlossene
Gefäße für jede Portion schaffen und diese abgemessene Milchmenge in einer
Soxhlet= (Milch-Sterilisier-) Apparat.
Nach Ollendorf-Wilden.
Weise zum Kochen bringen, die wohl die Keime tötet, nicht aber neue Verunreinigung
in die Milch bringt. Dazu diente das „Wasserbad" (Kochtopf
mit den ins Wasser gestellten Flaschen), dann die gläsernen Flaschen
mit festem Gummiverschluß. Am besten bewährte sich jener von Ollendorf-Wilden
in Bonn. Unsere Zeichnung veranschaulicht den ganzen Apparat
mit allen seinen Nebenbestandteilen. Man benutzt ihn in folgender Weise:
Gleich nach dem Melken vermischt man die Milch in der vom Arzt vorgeschriebenen
Art (Wasser und Milchzucker), füllt die zum Tagesgebrauch
bestimmten Flaschen, die für jüngere Kinder 150, für ältere 200 bis 250
Kubikzentimeter umfassen, verschließt sie mit den Gummikapseln und stellt sie
in das kalte Wasser in den Kochtopf. Dann stellt man diesen auf den
heißen Herd und läßt ihn 50 Minuten kochen. Da die Gummikapseln
kleine Ventile enthalten, kann die innerhalb der Flaschen sich erhitzende Luft
samt Dampfblasen durch diese entweichen, und die Flaschen werden vor
dem Zerspringen bewahrt. Hierauf nimmt man sie aus dem WMasserbade
heraus und stellt sie an einen kühlen Ort. Der dem Apparat beigegebene