DVer Johanniler · Orden.
diejenigen in Frankreich verloren hatte, erschien am 9. Juni 1798 Bonaparte auf seinem
Zuge nach Egypten unvermuthet vor Malta. Verrath, Zwiespalt und Muthlosigkeit überlieferten
ihm die Insel nach einigen Tagen fast ohne Schwertstreich.
Bald nach dem Verluste Malta's zerfiel der einst so majestätische Ordensbau vollends
in Trümmer, und nur wenige Ueberreste entgingen der gänzlichen Vernichtung.
1799 wurde der Orden in Bayern aufgehoben; nach dem Frieden von Amiens, 1802,
lösten sich die aragonische und die kastilische Zunge vom Stamme ab und bildeten fortan
unter der Großmeisterschaft der spanischen Krone ein selbstständiges Ganzes; wenige Jahre
später erfolgte endlich in fast allen europäischen Staaten die Einziehung der Ordensgüter
als Staatseigenthum, — so daß zuletzt den Johannitern nur noch einige Besitzungen in
Böhmen, Sieilien und Sardinien verblieben.
Von Malta verlegte der Ordens-Konvent seinen Sitz nach Catania, 1826 nach
Ferrara und 1834 nach Rom, woselbst er noch gegenwärtig sich befindet. Nach seiner in
den Jahren 1839—1841 erfolgten Wiederherstellung in Oesterreich und Italien besitzt der
Orden nummehr die Großpriorate von Rom, Neapel, Venedig und Prag. Er steht unter
einem vom Papste gewählten stellvertretenden Großmeister, neunt sich Johanniter-Malteser-Orden,
und nimmt nur katholische Edellente in seine Mitte auf.
Nachdem in Preußen durch das Säkularisations-Edikt vom 30. Oktober 1810 die
Balley Brandenburg nebst dem Herrenmeisterthum und den Kommenden derselben gänzlich
aufgelöst worden war, errichtete König Friedrich Wilhelm III. zum ehrenvollen Andenken
der erloschenen Balley am 23. Mai 1812 den Königlich Preußischen
Johanniter-Orden.
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