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stischen Feststellungen den Wert der Ernährung mit sterilisierter Milch zu ermitteln,
hatte keinen Erfolg, da es sich zeigte, daß die Säuglingsernährung mit sterilisierter
Milch so unbedeutend sei im Vergleich zu der gesamten Tiermilchernährung, daß eine
Beurteilung darnach ausgeschlossen sei. Camescasse will die vielfach festgestellte
schlechtere Verdaulichkeit pasteurisierter Milch auf die Vernichtung der für die Verdauung
wichtigen, in der Milch enthaltenen Fermente zurückgeführt wissen, eine Seite
der Frage, die auch Jensen und Plattner in Rücksicht ziehen und die vor allem neuerdings
von v. Behring in den Vordergrund der Betrachtung gestellt worden ist. Auch
Backhaus erwähnt die Bedeutung dieser Erscheinung. v. Behring glaubt nämlich
mit Bertrand, daß die enzymatischen Wirkungen der Milch dem an Proteinsubstanzen
gebundenen Kalk und Magnesium zu verdanken seien und daß mit der Hitzedenaturierung
dieser Verbindungen eine Zerstörung der Enzyme und eine mit dieser einhergehende
Verminderung des Nährwertes der Milch eintrete. Der Veränderung des Milchzuckers
durch Wärmewirkung von 100 ° mißt er keine, der Veränderung des Kaseins
(Jensen und Plattner) und des Lecithins (Bordas und Rasczkowsky) bei dieser
Temperatur wohl eine trophische Bedeutung bei.
Fermente.
Hiermit kommen wir auf das Gebiet derjenigen Wärmeveränderungen der Milch,
die auf die Zerstörung oder Schwächung von Fermenten zurückgeführt worden sind.
Seit dem Nachweise von Fermenten in der Milch durch Schönbein, Arnold, Raudnitz,
Storch, Dupouy, Babcock, Spolverini, Bellei, Utz u. a. ist ihre Eırforschung,
insbesondere auch ihre Wärmeempfindlichkeit Gegenstand zahlreicher Untersuchungen
geworden. Rullmann zeigte, daß nach Gerber und Forster pasteurisierte
Milch (1 St. bei 70° unter Umschütteln) die Guajakreaktion (Peroxydase), die
bei 10 Min. langem Erhitzen der Milch auf 75° verschwinde, noch zeige. Schweitzer
erwähnt das gleiche für Milch, die während 1—1"s St. von 65° auf 58° gebracht worden,
sei. Gillet gibt die Zerstörungstemperatur der „Oxydase“ zu 79° an; Seligmann
zu 75° 1 Min. bezw. 72° 10 Min., Buttenberg zu 70° 30 Min. und 75° 15°. Rullmann
endlich fand in einer neueren Untersuchung, daß die Peroxydasereaktion noch
positiv war bei Milch, die kurze Zeit auf 68° bezw. 70 ° erhitzt war, negätiv bei
während 1 St. auf 69 °—-70 ° erhitzter Milch. Jensen und Plattner geben als Vernichtungstemperatur
der Peroxydase folgende Daten an: Momentan 80°; 5° 75°;
30‘ 72,5 °;, 50° 70°. — König gibt an 73°—-74° Neumann-Wender 83°.
Über die Katalase stellte Renard fest, daß sie bei 75 ° zerstört werde. Nach
Seligmann, der allerdings bakterielle Tätigkeit für die Ursache dieser Erscheinung
annimmt, hört die Funktion bei 30 Min. langem Erwärmen der Milch auf 67 ° bezw.
bei 1 Min. langem Erwärmen auf 68 ° auf. Lam gibt die noch niedrigere Temperatur
von 30 Min. 63 ° an und die gleiche Angabe macht v. Itallie. Bier dagegen sagt,
daß die Katalase bei 10 Min. langem Erwärmen auf 65 ° nur auf die Hälfte ihrer Stärke
zurückgehe, und erst beim Aufkochen der Milch ganz vernichtet werde. Neumann-Wender
gibt 80° als Vernichtungstemperatur der Reduktase an (Schardingers
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