Full text: Fürst Bismarck und der Bundesrat. Zweiter Band. Der Bundesrat des Zollvereins (1868-1870) und der Bundesrat des Deutschen Reichs (1871-1873). (2)

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dieser Gruß nicht nur dem württembergischen General und Bundesratsmitgliede 
galt. 1) 
Kriegsminister von Suckow. 
Zur Ergänzung dessen, was wir oben S. 155 über den General v. Suckow 
bemerkt haben, lassen wir nachstehend noch einige Bemerkungen folgen, welche 
seine politische Wirksamkeit und speziell sein Verhältnis zu Bismarck in ein 
helleres Licht setzen. 
Sybel nennt im VI. Band seines Werkes „Die Begründung des Deutschen 
Reichs“ Seite 216 Suckow einen „Feuerkopf von unaufhaltsamer Logik, un- 
erschrockener Thatkraft und rastlosem Thatendrang, einen Mann von allseitig durch- 
dachten Grundsätzen, einen Idealisten, der aus der Begeisterung für seine Ideale den 
felsenfesten Glauben an den Sieg der guten Sache zog und sich durch keine 
Feinde und keine Zweifel irre machen ließ". Suckow hatte das Glück, schon 
in verhältnismäßig jungen Jahren, als er noch Hauptmann war, einen Blick 
in das Getriebe der großen Politik zu werfen, als er am 28. Juni 1859 in 
Begleitung seines Chefs, des Generalquartiermeisters v. Wiederhold eine Reise 
nach Berlin machte, um dort an den Militärkonferenzen der deutschen Mittel- 
staaten, wegen des Krieges in Italien, teilzunehmen. Am 30. Juni empfing 
der Prinzregent, nachmalige Kaiser Wilhelm, die Offiziere mit folgender bisher 
unveröffentlichten Ansprache: 
„Es hat mich sehr gefreut, daß mein Wunsch, Sie hier zu sehen, so 
schnell in Erfüllung gegangen ist. Wenn ich einerseits bedaure, daß ich Ihnen 
heute schon Lebewohl sagen soll, so kann ich Ihnen andererseits für die 
schnelle und einheitliche Erledigung Ihrer Geschäfte nur meine Befriedigung 
aussprechen. 
„Da Politik Ihren Besprechungen fern bleiben sollte, halte ich es für an- 
gemessen, Ihnen eine kurze Darlegung der meinigen zu geben. Das Zustande- 
kommen des Kongresses durfte erwartet werden; ich ließ den Kaiser von Oester- 
reich wiederholt und jetzt wieder durch den Erzherzog Albrecht beschwören, 
ja nichts zu thun, was demselben hinderlich sein könnte, andernfalls ich ihm 
meine Unterstützung nicht geben könne. Oesterreich hat darauf durch seinen An- 
griff den Krieg provozirt und dadurch dem Kaiser Napoleon das Recht gegeben, 
seinem Bundesgenossen zu Hülfe zu kommen; so ist die Kriegsfackel angezündet 
und der europäische Krieg heraufbeschworen worden. 
„Nun führten die Ereignisse die Oesterreicher wieder über den Ticino zurück, 
der status quo ante war wieder hergestellt, und ich hoffte, der Kaiser Napoleon 
1) Dem Nachruf entnommen, welchen die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ Faber 
du Faur nach seinem Hinscheiden widmete.
	        
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