chien. Hölzerne Theater, bei besondern Gelegenheiten errichtet, dann zum
Theil wieder abgebrochen, hatte Rom, wie aus mehrern Schriftstellern er-
hellet, häufig. Selbst das prachtvolle Theater des Scaurus scheint ganz von
Holz gebaut gewesen zu seyn, weil schon zu Plinius Zeiten nichts mehr da-
von übrig war. ‘Doch auch von Qnaterwerk hatte Rom mehrere Theater.
Solche erbauten Pompejus und Cornelius Balbus, auch Kaiser Augustus,
zu Ehren seines Neffen Marcellus, nach dessen Namen er dasselbe benannte.
Von diesen uns bekannten steinernen Theatern, ist jetzt nur noch ein Theil
des letzten vorhanden, in dem äussern Mauerwerk , welches in drei, über-
einander stehenden, Arkaden bestand. Der jetzige Pallast Corsini ward in
neuern Zeiten darauf gebaut.
Dieselbe Verschiedenheit des Hauptbaumaterials findet man noch jetzt
bei Theatern. Wohlstand und Gröfse eines Ortes geben hier den Maasstab.
Sind Ehre und Kunst, in Ausführung eines Theaters, nicht nach dem Werth
seiner Materialien, sondern nur nach der geschickten, dem Zweck entspre-
chenden Einrichtung zu beurtheilen, gehören Schönheit und Ausschmückung
nur zu der äussern Vollkommenheit ; so stehen wir, auch in jener Hinsicht,
in dem Bau unserer Theater den Alten noch weit nach- Wenige haben wir
aufzuweisen, welche in akustischer und optischer Rücksicht so gut angelegt
sind, als die Theater der Alten.
Nebentheile eines Schauspielhauses.
Auss:r den Haupttheilen eines Theaters, dem Auditorium und der
Bühne , fordert man gewisse Nebentheile. Dahin gehören: Garderoben,
Aus- und Ankleidezimmer für die Schauspieler, Magazine für Decorationen ,
auch, wo möglich, ein MahlerSsal. Für die beiden ersten Bedürfnisse mufs,
wo möglich, zunächst an der Bühne, rechts und links, gesorgt werden, da-
mit die Schauspieler leicht und ohne Umwege die nöthigen Kleidungsstücke
erhalten, und aus diesen Zimmern auf die Bühne treten können. Magazine
für die vorräthigen Versetzstücke und andern Requisiten, so wie der Mahler--
Saal, sollten ebenfalls, wenn es möglich ist, in der Nähe der Bühne sich
befinden, weil oft ein augenblicklicher Gebrauch einer oder der andern Sache