Die kommunistische Zukunftsgesellschaft unserer
Sozialdemokratie.
1. Der kommunistische Zukunftsstaat.
Es hat lange gedauert, sehr lange, ehe die Herren Führer
unserer Sozialdemokratie wenigstens einen Zipfel des geheimniß-
vollen Vorhangs lüfteten, hinter welchem das Reich ihrer kom-
munistischen Zukunft verborgen ist.
Nach mannigfachen und jahrelangen Anzapfungen vieler Partei-
genossen, zahlreicher Abgeordneter im Reichstage, und nach dem
bitteren Worte Bismarck's im Reichstage am 9. Februar 1876: „Den
Wegweiser zu den Zielen der Pariser Kommune finden wir auf
allen Wegen der Sozialdemokratie. Es sind das eben Gebilde,
die von dem Verführten nur im Dunkel, unter der Blendlaterne
der Verführer gesehen werden; wenn sie hinreichend an die Sonne
kommen, so müssen sie in ihrer Unausführbarkeit und verbrecherischen
Thorheit erkannt werden"“ — erst da ermannte sich Bracke in
Braunschweig 1876 in einer Wahlflugschrift unter dem ironischen
Titel: „Nieder mit den Sozialdemokraten!“ Einiges über die kom-
munistische Zukunftsgesellschaft zu enthüllen. Seine Enthüllungen
erregten aber begreiflicher Weise den Zorn des obersten kommuni-
stischen Donnerers Herrn Liebknecht; da Bracke so unvorsichtig ge-
wesen war, zu behaupten, daß diejenigen der wenigen Millionen-
und Milliardenmenschen, welche bei Gründung der kommnnistischen
Zukunftsgesellschaft noch lebendig sein würden und der dann folgen-
den „Expropriation“ gutwillig zustimmen, als Anerkennung für ihre
gemeinnützige, kommunistische Handlungsweise, geehrt und entschädigt
werden würden. Eine solche „Ehrung“ widerspricht aber selbstver-
ständlich der allgemeinen Gleichheit auf's schnödeste, und die von
Bracke den vormaligen Eigenthümern versprochene „Entschädigung“
würde selbstverständlich die unterste und heiligste Grundlage der
ganzen kommunistischen Gesellschaft, die Abschaffung alles Privat-
eigenthums verletzen und erschüttern.
Sehr ermuthigend für andere Zukunfts-Gesellschafts-Phantastiker,
nunmehr auch ihre Offenbarungen betreffs des kommunistischen
12——
11