Geschoßhebestropp — Geschoßraum.
zen, in der übergangszet u den Feuerwassen
auch Kugeln geschossen. Aus den
Geschützen wurden anfänglich ausschließlich
teine in Kugelform geschossen, doch
sollen die Engländer bereits 1346 ei serne
Geschosse verwendet haben; in Augsbur
sollen 1378 von Aaran eiserne Voll= un
Hoblngelngegossen. worden sein. Fürst
Malatesta von Rimini hat, nach Valturius,
i. J. 1433 Bomben (s. d.), aus zwei
durch Schrauben verbundenen Halbkugeln
bestehend, erfunden. Für die glatten Kanonen
wurden eiserne Voll-, Stück= oder
Paßkugeln bald allgemein; Steinkugeln,
aus nicht spaltendem, festeim Gestein, bei
Belagerungen häufig erst an der Gebrauchsstelle
gefertigt, blieben bis Mitte
des 17. Jahrh. im Gebrauch; nebenbei
wurden aus den Mörsern Streugeschosse,
Steinevon 1—2 kg Gewicht, Kartätschen,
Sbiegelgranaten, unter
Anwendung von Hebespiegeln (s. d.) geworfen,
eine Geschoßart, die in manchen
Artillerien noch heute gebräuchlich, in
Deuschlaud Eude der 60er Jahre ausgeschieden
ist. Bei den gezogenen Geschützen
treten an die Stelle der Kugeln Langgeschosse,
der Kürze wegen gezogene Geschosse
genannt. Man unterscheidet: Granaten,
Lang-, Ring-, Doppelwand= und
Hartgußgranaten (s. Granaten), Shrap-=nels
und Kartätschen. Bei gezogenen Geschützen
werden ausschließlich Hohlgeschosse,
Vollgeschosse nur noch für Anschießzwecke
verwendet. Brand= und
Leuchtgeschosse sind mit Brand= oder
Leuchtsatz gefült und dienen zum Entzünden
brennbarer Körper oder zum Erleuchten
von Terrainteilen; sie sind in Deutschland
nicht mehr gebräuchlich. Die Langgeschosse
sind keineswegs eine Erfindung der
Neuzeit. Im Ilckede von 8 wird
ein gezogenes Hinterladungsgeschütz mit
Keilverschluß beschrieben und abgebildet,
ausdem Spitzgeschosse mit Warzenansätzen
e schossen wurden; 1627 schossen die Engäuder
vor La Rochelle vom Nürnberger
Clarner erfundene cylindrische Granaten
mit günstigem Erfolg; 1649 konstruierte
Simienowicz oblonge Granaten mit angeschraubten
Windflügeln zur Verhütung
des Auffallens auf den Zünder. Die
151
Schuwalows (s. d.) hatten Langgeschosse
mit rechteckigem Onerschnitt; in Frankreich
wurden 1756 von Robins ellipiische,
1770 zu La Fere cylindrische Geschosse
versucht. Guyton de Morveau schlug 1808
einen vorn halbkugelförmigen Cylinder
mit Bleiring zur Absperrung des Spielraums
vor; vgl. Geschütze.
Geschoßbebestropp, eine zweiteilige
Kette, deren eines Ende einen über den Geschoßkopf
zu legenden Ring trägt, deren andres
in einen Haken endigt, der in den Ring
der Bodenschrauben von Hartgußgranaten
gehakt wird. Der G. ist nur in der Marine
bei Anwendung eines Geschoßkrahns
im Gebrauch; s. Geschoßkammern.
Geschoßhebezange greift mit Ansätzen
in zwei sich gegenüberstehende Löcher im
Geschoßkopf. Durch die öseuförmigen Euden
der andern Zangenarme geht ein Ring,
der die G. schließt, wenn man an ihm anhebt.
Die G. ist bei 21 cm und größern
Geschossen sowie bei 15 cm Shrapnels im
Gebrauch; s. Geschoßkammern.
Geschoßkammern (Bome n- oder
Granatkammern)liegen, wenn es die
Tiefe der Schiffe gestattet, gedeckt gegen
direktes Feuer unter der Wasserlinie.
Gegen Senkschüsse deckt man sie durch
starke Eindeckungen. Wasserhähne gestatten
ihr Unterwassersetzen bei Feuersgefahr.
Die G. größerer Schiffe haben Erleuchtungsnischen
(s. Beleuchtung). Die
Geschosse werden mit den Geschoßhebeangen
oder Geschoßhebestroppen
4 erfaßt, mittelst Winden angehoben,
auf Geschoßkarren gelegt und zum Geschüt
Gcfahren oder man fährt sie mit
einer Geschoßkatze auf einer unter Deck
angebrachten Schienenleitung direkt zum
G chü. Die Leute, die an Bord den
Munitionstransport besorgen, heißen die
Bombenkammermannschaft, gehören
sie zur Geschützbedienung, die Geschoßholer.
Der Munitionstransport
an Bord, das Bombenkammererercitium,
ist eine derwichtigsten Ubungen;
er erfordert auf Schiffen wie König Wilhelm
der deutschen Marine 130 Mann.
Geschoßladestelle, s. Ladesysleme.
Geschoßraum, s. Batterie 3) und
Geschütze (S. 156).