Full text: Geschichte des Kurstaates und Königreiches Sachsen. Zweiter Band: Von der Mitte des sechzehnten bis zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts. (2)

1746 
442 Kurfürst Friedrich August II. 
1731—1746 geschehenen Verwilligungen ergab die Summe von 
40,715645 Thalern. So drückende Anforderungen aber auch 
dadurch an die Stenerkraft des Landes nöthig wurden, so lag 
doch das Hauptübel nicht in der absoluten Höhe dieser Summen; 
denn die Maschinerie der Besteuerung war unter August dem 
Starken in der That so zweckmäßig geordnet worden, daß sie 
das Mögliche leistete, sondern darin, daß dieselben entweder 
gar nicht oder nur zum geringen Theil für des Landes Noth-- 
durft und zu denjenigen Zwecken verwendet wurden, für welche 
sie verwilligt waren; sie flossen in Brühls und seiner Secretäre 
Taschen. Eine klare Einsicht in den Finanzetat war den Ständen 
niemals verstattet. Die nothwendige Folge war, daß der Credit 
der Steuer zu wanken begann; zur Erhaltung desselben wurden 
auf dem Landtage von 1742, obgleich die Steuerkraft des 
Landes bereits auf das Nußerste angespannt war, 14 Qua- 
tember und 7½ Pfennige vom Schocke für jedes der nächsten 
sechs Jahre, ferner eine erhöhte Weinsteuer, eine Vermögens- 
und Einkommensteuer steigend von 2 bis 8% auzgeschrieben, 
welche letztere 1746 in eine Titel-, Nang= und Gewerbesteuer 
verwandelt wurde. Allein da auch diese neuen Hilfsquellen in 
dem unergründlichen Schlunde der brühlschen Verschwendung 
von 400312 Fl. 12 Gr., wozu 1750—1761 noch neue 14 Pf., also 
183750 Thlr. kamen. Die Landsteuer ergab zu 16 Pf. auf das Schock 
von der genannten Schockzahl 2410000 Fl. jährlich. Die Qnatemberstener, 
1 Gr. von dem Manne auf den Quatember, welche in den Städten 
17fach und 40 ½/1fach auf dem Lande, also vom Bürger mit 17 Gr., vom 
Landbewohner mit 1 Thlr. 16 Gr. 6 Pf. bezahlt wurde (1743—1749), 
brachte damals nach jener Schockzahl 25000 M. Gülden oder 21875 Thlr., 
also 40à 885937 Thlr. 12 Gr. jährlich ein. Die Zahl der Onatember 
wurde von 1750 bis 1761 mit 14 nenen vermehrt, daher der Betrag 
auf 1,592187 Thlr. 12 Gr. amouchs. Die obige Zahl der Schocke gilt 
bloß von den sieben Kreisen und war nur Mittelzahl. Die volle Summe 
aller Schocke, 7,160885, würde den doppelten Betrag ergeben haben; 
allein davon waren nach der Schätzung von 1768 nur 4,907736 gang- 
bare, 189134 moderirte, 1,735940 decremente, 293341 caduke, 34732 
ermangelnde. Kursächsischer Finanzstaat in Büschings Magazin XI 
(1777), S. 26 ff. und Canzler, Tableau historique de I’Electorat de 
Saze (1786) I, 27.
	        
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