Full text: Geschichte des Kurstaates und Königreiches Sachsen. Zweiter Band: Von der Mitte des sechzehnten bis zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts. (2)

490 Der siebenjährige Krieg. 
geschickt vereitelt wurde. Als sich Daun hierauf zum directen 
Angriff auf das nur mit einer schwachen Garnison und mangel- 
haften Festungswerken versehene Dresden anuschickte, traf der 
Commandant, General Schmettau, sofort Vorbereitungen zur 
Niederbrennung der Vorstädte, verwies den fürbittenden 
Nath an den Kurprinzen, der vielleicht Daun zu dem Ver- 
sprechen bewegen möchte, Dresden nicht anzugreifen, sonst werde 
er geuöthigt sein beim ersten Schuß der Osterreicher seine Dro- 
hung auszuführen. Da aber der Kurprinz sich zu einem Ein- 
griff in die Operatlonen der Kaiserlichen nicht für antortsirt 
hielt, so ließ Schmettau, sowie der Angriff begann, 10. No- 
vember, die pirnaische und wilsdruffer Vorstadt durch General 
Meyr anzünden; 280 Häuser verbrannten. Als Daun ihm 
sein Erstaunen über diese allem unter Christen üblichen Kriegs- 
recht zuwiderlaufende Einäscherung der Vorstädte einer Residenz 
ausdrücken ließ, erhielt er von Schmettau die Antwort, „er 
babe Befehl sich bis auf den letzten Mann zu halten, das 
Schicksal der Stadt hange von dem Marschall ab; lasse dieser 
stürmen, so werde er die Straßen Haus für Haus bis aus 
Schloß vertheidigen"“. Daun verstand die Warnung und um 
nicht die Residenz des Verbündeten seiner Kaiserin der 
völligen Vernichtung, die Familie desselben der größten Gefahr 
auszusetzen, zog er sich den 16. November, zumal auch Frie- 
drich aus Schlesien zum Entsatz Dresdens, Dohna und Wedell 
aus der Ukermark und Pommern zur Deckung Torgau's und 
Leipzigs herbeieilten, in ein Lager zwischen Pirna und Gieß- 
hübel, bald nachdem er die Werke des Sonnensteins hatte 
spreugen lassen, nach Böhmen zurück und uöthigte dadurch 
auch die Reichsarmee ihre Winterquarliere statt im west- 
lichen Sachsen in Franken zu suchen 1). Zum zweitenmale war 
die verheißene Befreiung Sachsens mißlungen; Prinz Heinrich 
übernahm aufs neue den Oberbefehl daselbst mit dem Haupt- 
1) Schmettau's Leben, S. 3/3. v. Schöning a. a. O. J. 
301 f. Huschberg, S. 478. Tageregister von Dreßden, was vom 5. 
bis zum 14. November sich zugetragen hat (Histor.-geogr. Nachricht von 
Dresden 1761).
	        
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