Full text : Abriß der Staatsbürgerkunde.

Äußere  Entwickelung.  29

 

 

 

 

 

 

 

Tabelle  II.
Verteilung  der  Ein-  und  Ausfuhr  auf  die  wichtigsten  Warengruppen  1910.
Einfuhr  Ausfuhr
.
Mill.  —  Mill.  ,
5  Wichtigste  Einfuhrartikel  6  5  Wichtigste  Ausfuhrartikel
##  *
Rohstoffe  u.  Halb=  Baumwolle  560  Mill  4+
fabrikate  frr  f000  57/  Volle  39%0  26  Steinkohle  320  Mill.“
Industriezwecke  Kautschuk  200,  «
z  Häute  u.  Felle  400  „  „
Maschinen  500  Mill.  A
«  Eisenwaren  620  „  „
Fabrikate  1400  15  1800  64/Baumwollwar.  370  „  „
i  Wollwaren  260  „  „
Seidenwaren  180  „  „
Weizen  380  ,
Nahrungs=  und  2
.  220025Gerste  310»»750108ucker  200  „  „
Genußmittel  Kaffee  1715.
Lebende  Tierer  300  3  10  —
8900  100  7460/  100.

 

 

 

 

noch  in  der  Lage  sein,  die  Bedürfnisse  seiner  Bewohner  zu  befriedigen,  und  ohne
die  große  Ausfuhr  an  Fabrikaten  müßten  Hunderttausende  von  Händen  ruhen.

Daß  Deutschland  in  diesem  Wettkampf  der  Länder  um  die  Eroberung  des
Weltmarktes  in  den  letzten  Jahrzehnten  ein  nicht  zu  unterschätzender  Gegner
geworden  ist,  zeigt  Tabelle  III,  besonders,  wenn  wir  die  Entwickelung  der  drei
westeuropäischen  Großmächte  England,  Frankreich  und  Deutschland  vergleichen.

Tabelle  III.
Ein=  und  Ausfuhr  der  wichtigsten  Länder  1885  und  1908.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*1  1
ç-  ç  Z  Gesamthandel
Einfuhr  in  Steigerung  Ausfuhr  in  Steierung  1908
in  Millarden  Milliarden  —
Name  des  Landes  5  der  Ein-  der  Aus--  un  Mil-  in  -
·  fuhriu0-»  fuhrinOxolmdeUWelk
1885l1908  .  1885I1908  handels
3  .
Deutschland  3,1  8,8  166  8,1  71,0  127  15,3  12,3
Großbritannien  7,6  12,1  60  5,5  9,3  68  21,4  17,2
Ver.  Staaten  2,4  5,0  108  3,  7,8  152  12,8  10,3
Frankreich  4,0  5.7  19  —  65  11,0  8,9
Niederlande  1,8  4,8  164  1,5  40,0  164  8,8  6,8
Belgien  21  4,3  107/  1,9  3,6  87  7,,  6,4

Um  auf  dem  Weltmarkt  dauernd  festen  Fuß  zu  fassen,  müssen  wir  unsere
Interessen  im  Auslande  auch  nachdrücklich,  unter  Umständen  mit  Gewalt,
schützen  können.  Die  große  deutsche  Handelsflotte  würde  einen  sehr  schweren
Stand  haben,  wenn  nicht  eine  kräftige  Kriegsflotte  im  Auslande  Achtung  verschaffte.
  Aber  auch  die  Sicherheit  im  Innern  des  Landes,  die  allein  die  Industrie
  ermutigen  kann,  große  Geldsummen  in  ihren  Unternehmungen  anzulegen,
läßt  sich  nur  aufrechterhalten,  wenn  alle  fremden  Angriffe  mit  gepanzerter

Faust  zurückgewiesen  werden  können.  —
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