Full text: Tagebuchblätter. Erster Band. (1)

346 Elftes Kapitel 3. November 
noch für drei oder vier Wochen vollen Proviant haben.“ Die Ber— 
liner Pastete gab ihm Anlaß, des Forellenreichtums in den Varziner 
Gewässern zu gedenken und zu erzählen, wie man dort vor einiger 
Zeit in einem Teiche, der nur von einigen kleinen Quellen gespeist 
werde, eine fünfpfündige Forelle „von dieser Länge (zeigt es mit 
den Händen) gefangen habe, wovon alle Förster der Umgegend sagen, 
daß sie sich das nicht mit rechten Dingen erklären können."“ 
In betreff unfrer Stellung zu den von den Franzosen vorzu- 
nehmenden Wahlen erinnere ich in der Presse an folgendes Beispiel, 
das uns bestimmen kann, und auf das wir die hinweisen können, 
die einen Ausschluß Elsaß-Lothringens von der Abstimmung für 
beispiellos erklären wollen. Ein Amerikaner teilt uns mit, daß bei 
dem letzten Kriege der Vereinigten Staaten mit Mexiko 1 ein Waffen- 
stillstand abgeschlossen worden ist, der den Zweck hatte, den Be- 
wohnern dieses Landes Zeit zu lassen, sich eine neue Regierung 
zu geben, die mit den Vereinigten Staaten Frieden schließen könnte, 
und daß dabei die Provinzen, deren Abtretung von ihnen verlangt 
wurde, nicht zu der Wahl zugelassen worden sind. Es ist dies 
der einzige Präzedenzfall, der zu der jetzigen Lage paßt, er paßt 
aber auch vollständig. 
Donnerstag, den 3. November. Früh schönes klares Wetter. 
Von sieben Uhr an brüllen schon die eisernen Löwen auf dem Mont 
Valérien wieder ganz gewaltig in die umliegenden Waldthäler hinein. 
Ich machte Auszüge aus der Morning Post vom 28. und 
29. Oktober für den König. Es sind zwei Artikel über die Kaiserin 
Eugenie, die von Persigny oder dem Prinzen Napoleon herrühren 
sollen. Die Behauptung dieser Artikel, daß von uns bei den Ver- 
handlungen mit den Abgeordneten der Kaiserin bloß Straßburg 
und ein schmaler Landstreifen der Saargegend mit etwa einer Viertel- 
million Einwohnern beansprucht worden sei, beruht, wie der Chef 
mir sagt, auf einem Mißverständnis. 
Ich werde beauftragt, zu telegraphieren, daß der Kanzler Herrn 
Thiers infolge der gestrigen Beratung einen fünfundzwanzigtägigen 
Waffenstillstand auf der Basis des militärischen Statusquo an- 
geboten habe. Thiers kommt um zwölf Uhr wieder und verhandelt 
  
1 1845—1849.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.