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Zinsmann verwandelte. Dank sey es dem Fegfeuer und
der Laienfurcht vor dem Fegfeuer, daß Schenkung von
Bauren und Vieh, daß Schenkung von Hoͤfen und Appertinenzstuͤcken
der Hoͤfe mit unermuͤdeter Verschwendung
durchs eilfte und zwoͤlfte Jahrhundert fortgieng, und daß
endlich die wiederholtesten Beispiele einer allmaͤhligen Befreiung
der Leibeigenen eines Klosters oder Kirche den Anfang
eines neuen Zustandes machten, der aber selbst noch
in der Mitte des zwoͤlften Jahrhunderts mehr nur die Hoffnung
einer allgemein bessern Zukunft euthielt, als daß er
schon wirklich ein schoͤner Anfang derselben gewesen waͤre.
Das Beispiel der Niederländischen Landbauer, die Henrich
der Löwe herbeirief, und die er mit Freiheiten begabte, wie
man schwerlich einheimische Beispiele in Sachsen bisher gehabt
hatte, mag zwar wohl hierauf auch einige Nachfolger
erweckt haben, wenigstens ist die einzeln langsame Wirkung
dieses Beispiels gewisser, als die gerühmte allgemeine Aufhebung
der Leibeigenschaft, welche eine Folge der Kreuzzüge
gewesen seyn soll *).
Doch hat aber endlich unstreitig, auch zwischen Weser
und Leine wie früher am Rhein und am Neckar, erst das
*) J. H. Böhmer in seinen Exercitat. in Pandect. T. I. Exercit.
XIX. ist meines Wissens einer der ersten Deutschen Gelehrten,
der sich in der Geschichte der Deutschen Leibeigenschaft
auf diese Wirkung der Kreuzzuge bezog. Unstreitig hat er
zum Beweise seines Satzes die klaren Stellen einiger Chroniken,
aber der ganze historisch bekannte Zustand des Landvolks
nach den Zeiten der Kreuzzüge widerspricht eben so unstreitig
der Erzählung dieser Chroniken. Man ist in der Geschichte
gar zu geneigt, alles Revolutionenweise vorgehen zu lassen,
was doch, in der Natur selbst, gewöhnlich nur durch einen
langsamen glücklichen Zusammenftuß günstiger Umstände geschieht.