II.
Abriß der Ortsgeschichte.
Erster Abschnitt.
Mas Land und seine territoriale Gestaltang.
Von Karl August Muffat.
Erstes Kapitel.
Zeit der Herrschaft der Römer.
Daß von dem zum heutigen Kreise Oberpfalz-Regensburg gehörigen Gebiete
das Land jenseits der Donau nur wenige Spuren von der einstigen
Anwesenheit der Römer aufzuweisen habe, dagegen der diesseits dieses mächtigen
Stromes gelegene Strich der wahrhaft klassische Boden des Bayerlanlandes
sei, wurde schon vorne (S. 143 ff.) bei Aufzählung der Kunst= und
Geschichtsdenkmale aus der Römerzeit besprochen und zugleich ein Bild von
jenem dem Einfluße des Regens in die Donau quer gegenüber errichteten
Hauptlager, castra regina, und der daraus hervorgegangenen Stadt Regensburg
entworfen und nachgewiesen, was sich innerhalb dieses Lager-Vierecks
an Gebilden römischen Kunst= und Gewerbfleißes vorgefunden.
Ergänzend sei hier noch bemerkt, daß die Zeitangaben der noch erhaltenen
Denkmale in die Jahre der Consule Cibo und Libo, 204 n. Chr., Albinus
und Aemilianus 206 n. Chr., Sabinus und Venustus 240 n. Chr. fallen,
in deren ersterem der vorne (S. 144) erwähnte Tempel des Merkur aus
einer von Alter zerfallenen Kapelle wieder hergestellt worden war. Zahlreich
erscheinen auf den Grabsteinen die Namen von Tribunen, Offizieren, Zeichenträgern,
Buchhaltern, Reutern, Veteranen, ehrenvoll Entlassenen der dritten
italischen Legion, welche von Mark Aurel Antonin ungefähr 176 n. Chr. in