Full text : Geschichte der Hohenzollern.

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Brandenburg,  Zilenzig,  Crossen,  Züllichau  wurden  Zeugen  ihres  segenbringenden
  Gewerbfleißes.  Der  Kurfuͤrst,  welcher  einen  sehr  richtigen  Takt  fuͤr  jede
nützliche  Lebensbeschäftigung  und  für  Alles,  was  diese  förderte,  eine  offene
Hand  besaß,  nahm  sie  nicht  nur  zuvorkommend  auf,  sondern  unterstuͤtzte  ihre
Bestrebungen  mit  Vorschüssen,  die  vortrefflich  angelegt  ihm  und  mehr  noch  seinen
  Unterthanen  reiche  Früchte  trugen.  Ackerbau  und  Gewerbe  kamen  empor,
der  Handel  blühte;  kurz  die  Wohlhabenheit  stieg  unter  der  thätigen  Regierung
des  sorgsamen  Fürsten  so  sehr,  daß  es  bei  seinem  Tode  keinen  wüsten  Hof,  kein
leeres  Haus  in  dem  von  der  Natur  nicht  allzugesegneten  Lande  gab.

Bei  dieser  rasch  steigenden  Blüthe  war  es  wohl  kein  Wunder,  daß  Sinn
für  Genuß  und  Luxus  sich  unter  den  Einwohnern  verbreitete,  ein  Uebel,  gegen
welches,  wie  wir  gesehen  haben,  schon  früher  bei  minder  befriedigenden  Verhältnissen
  ernste  Maßregeln  genommen  worden  waren.  Natürlich  sah  auch  Johann
  Georg  dem  Umsichgreifen  schwelgerischen  Aufwandes  nicht  gleichgültig  zu.
Die  Magisträte  wurden  von  ihm  veranlaßt,  Verordnungen  gegen  die  Schwelgerei
  bei  öffentlichen  und  Privatfesten  zu  geben,  und  Berlin  ging  hierbei,  wie
wir  aus  einer  weitläufigen  Polizeiordnung  vom  Jahre  1580  sehen,  mit  einem
guten  Beispiele  voran.  Durch  solche  Bestimmungen  wurden  Kleidung,  Schmuck
und  sonstiger  Aufwand  für  die  vier  verschiedenen  Klassen,  in  welche  man  die
Bewohner  der  Stadt  theilte,  genau  festgestellt,  und  Strafen  auf  die  Uebertretung
der  Vorschriften  gesetzt.

Jedoch  ging  der  umsichtige  Herrscher  in  diesem  Punkte  nicht  so  weit  als
sein  Oheim  Johann.  Er  selbst,  obschon  ein  Freund  der  Sparsamkeit,  ließ  es  nicht
an  dem  nöthigen  Prunke  fehlen,  wenn  öffentliche  Feste  oder  hohe  Besuche  die
Aufrechthaltung  seines  fürstlichen  Ansehens  erheischten.  Es  wird  von  glänzenden
Kitterspielen  und  nach  Art  jener  Zeit  geschmackvollen  Hoffesten  berichtet,  welche
denen  an  den  Höfen  großer  Monarchen  wenig  nachgegeben  haben  müssen.  Bei
solchen  Gelegenheiten  ist  auch  von  dramatischen  Darstellungen  die  Rede,  wie
etwa  am  Hofe  seiner  großen  Zeitgenossin  Elisabeth,  obgleich  die  Erzeugnisse  der
märkischen  Muse  gewiß  weit  hinter  den  Schöpfungen  des  genialen  Schützlings
der  großen  Britenherrscherin  zurückblieben.  Allein  Ausgaben  der  Art  wurden
von  den  Ersparnissen  bestritten,  denn  seines  Vaters  Beispiel,  dessen  Schulden
er  redlich  getilgt  hatte,  hielt  ihn  von  allen  übermäßigen  Ausgaben  zurück.

Durchaus  friedlicher  Natur,  und  zur  Zeit  von  auswärtigen  Gefahren
wenig  bedroht,  hatte  der  Kurfürst  nicht  das  Bedürfniß  kostspieliger  kriegerischer
Vorkehrungen,  denn  die  Zeit  der  auch  im  Frieden  gerüsteten  stehenden  Heere
war  damals  noch  nicht  gekommen  selbst  die  größten  europäischen  Mächte  hatten
erst  einen  unbedeutenden  Anfang  damit  gemacht.

Nichtsdestoweniger  venachlässigte  er  auch  bei  der  Aussicht  auf  ungestörten
Frieden  den  Schutz  des  Landes  für  etwa  eintretende  Kriegsfälle  nicht.  Deshalb
vervollständigte  er  die  Befestigungen  um  Spandau,  Peitz  und  Küstrin,  errichtete
neue  um  Driesen  in  der  Neumark,  und  füllte  Zeughäuser  so  wie  Pulvermagazine