108 Von den Bad-Ehehafts“-Gerechtigkeiten.
zies des dinglichen Rechts ausdrücklich aufgeführt
und die Klagen auf Schutz im Besitz werden im
Civilkoder II, 5, 5. 12, Nr. 1 ausdrücklich zu den
Realansprüchen gezählt, wofür sich auch die Anm.
zu dieser Stelle sub Nr. 1 und zu 8. 10, Nr. A
ibid. entschieden aussprechen und als Grund hievon
anführen, weil sich diese Klagen in dem Possessionsrechte
fundiren. — Einzelne Besitzhandlungen
in der Klage anzuführen, ist daher
nicht erforderlich. «
GE.v.7.Dez.1841.Reg.Nr.683s-äs.
3.
Bur Lehre von den Bad-Ehehafts-Gerechtigkeiten 1).
Der Besitzer einer schon im 17. Jahrhundert
errichteten Badehehaft klagte auf den Grund eines
nach vorliegenden Judikaten für unaufkündbar erklärten
Ehehaftsbriefs gegen mehrere mit dem ihm
gebührenden Badlohne im Räckstande gebliebenen
Besitzer ehehaftspflichtiger Realitäten auf Bezahlung
des rückständigen Badlohns. In dem der
Klage zu Grunde gelegten Ehehaftsvertrage waren
sowohl die Dienstleistungen und Verpflichtungen
des jeweiligen Ehehaftsbaders, als auch die in gewissen
Natural-Abgaben an Getreide und in Holzsuhren
bestehenden jährlichen Gegenleistungen besti
mt, welche die Ehehaftsverwandten, d. i. diejenigen
Gemeindeglieder der Ortschaften, für welche
das Ehehaftsbad errichtet wurde, deren Grundbesitzungen
der Ehehaft einverleibt sind, als Badlohn
zu verabreichen und zu prästiren haben, ohne Un-1)
Ehehaftsgerechtigkeiten oder Ehehaften sind
Rechte der Gemeinden, gewisse öffentliche Gewerbe gegen
gewisse Verbindlichkeiten zu halten. Dahin gehört
das Recht eine Tafern, eine Schmiede, eine Mühle,
ein gemeines Bad zu halten. S. Westenrieder
glossarium S. 120. Das Nähere über diese Materie
enthalten die Anm. zum bayer. Landr. Th. II, Kap. 8,
88. 17 — 20.