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Aussage des Unterstaatssekretärs dringen die militärischen Behörden
sehr darauf, dass die Mobilmachung angeordnet werde,
da jede Verspätung Deutschland um einige seiner Vorteile bringe.
Doch bis jetzt sei es gelungen, dem Drängen des Generalstabs,
der in der Mobilisierung den Krieg erblickt, zu widerstehen. Wie
dem auch sei, die Mobilmachung kann von einem Augenblick
zum andern beschlossen werden. Ich weiss nicht, wer in den
« Lokal-Anzeiger », ein im allgemeinen halbamtliches Blatt, eine
verfrühte Nachricht gebracht hat, die geeignet ist, die Gemüter
in Frankreich zu erregen.
Ich habe übrigens die triftigsten Gründe zu der Annahme,
dass alle Mobilmachungsmassnahmen, die vor der Veröffentlichung
des allgemeinen Mobilmachungsbefehls durchgeführt
werden können, hier getroffen werden, wo man möchte, dass
wir unsere Mobilisierung zuerst bekannt geben, um uns die Verantwortung
dafür zuzuschieben.
Jules Cambon.
Nr. 106.
Herr Rene Viviani, Ministerpräsident und Minister des Aeussern,
an Herrn Paul Cambon, französischen Botschafter in
London.
Paris, den 30. Juli 1914.
Ich bitte Sie, Sir Ed. Grey die folgenden Nachrichten über
die französischen und deutschen Kriegsvorbereitungen zur
Kenntnis zu bringen. England wird daraus ersehen, dass wenn
auch die französische Republik entschlossen ist, sie es nicht ist,
die agressive Massnahmen trifft.
Wollen Sie die Aufmerksamkeit Sir Ed. Greys auf den
vom Ministerrat heute früh gefassten Beschluss lenken : Obgleich
Deutschland seine Deckungsmassnahmen einige hundert
Meter von der Grenze, an der ganzen Front von Luxemburg bis
zu den Vogesen, getroffen und Deckungstruppen in ihre Kampfstellungen
gebracht hat, haben wir unsere Truppen 10 Kilometer
von der Grenze ferngehalten und ihnen verboten, näher an sie
heranzurücken.
Unser für die Offensive berechneter Plan sah jedoch vor,