Contents : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

 

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Aummer  110

Mittwoch,  12.  Mal  1016

Humme

 

bestinuntel  it  fusendier..  Die  porlamentarssche
Sitzung  vom  20.  Mai  wird  bistorische  Bedeukung
  haben.  Sie  wird  die  entscheidende  Sitzung
sein,  welche  Italien  ohne  Zögern  in  den  Krieg
reißen  soll.  Das  voraussichtliche  Resullat  der
nächsten  Sitzung  wird  nur  in  dem  Falle  scheitern,
  daß  das  Wiener  Kabinett  sich  noch  rechtbeitig
  entschlieszt,  alle  Bedingungen  und  Forderungen
  Italiens  anzunchmen.  Die  Regierung
wird  sich  von  ihren  Forderungen,  wolche  die  berechtigten
  Wünsche  des  Landes  völlig  befriedigen,
  in  keinem  Punlte  abbringen  lassen.  (.3.)

Zürich,  10.  Mai.  Der  „Tagesanzeiger“
meldet  aus  Rom  über  Chiasso:  Nicht  mehr  wegzulengnende
  neue  Tatsachen  lassen  den  bestimmten
  Schluß  zu,  daß  die  endgültige  Entscheidung
über  Italiens  Stellungnahme  dem  Parlament
vorbealten  bleibt,  das  am  20.  Mai  zusammentreien
  wird.  (Z.)

Wien,  10.  Mai.  Die  Lage  ist  bis  zur
Stunde  noch  sehr  ernst  und  sehr  kritisch,  aber
auch  heute  noch  nicht  hoffnungslos.  Es  besteht
kein  Zweifeia,  daß  die  Mehrbeit  des  italienischen
  Ministeriums  in  Rom  sich  mit  dem  Gedanken
  eines  kriegerischen  Eingreifens  vertraut
gemacht  hat.  Ekrasowenig  ist  es  aber  zweifelbaft,
  daß  die  groß.  Metrheit  des  italienischen
Volkes,  wahrsck  ziellich  auch  die  Mehrheit  der
italienischen  Kammer,  vor  dem  Gedanken  des
Krieges  zmrückschrecken.  In  Italien  fühlt  man
doch,  daß  es  ein  Wahnsinn  wäre,  einen  Krieg
zu  rislieren,  wo  man  ohne  ihn  durch  das  Entgeg
  enkommen  Oesterreich-Ungarns  seine  Wünsche
zum  großen  Teil  befriedigen  könnte.  Giolittis
  Anwesenheit  in  Rom  ist,  wie  auch  aus
italienischen  Blättern  hervorgeht,  für  die  Entwicklung
  der  Dinge  von  Bedeutung.  (3.)

Der  Kampf  der  Parteien.

Lugano,  10.  Mai.  Die  Standhaftigkeit
der  Neutralisten  wird  von  der  Hetzpresse  bekämpft.
  Die  Neutralisten  werden  als  „Rebellen
und  Verräter“  gebrandmarkt.  Die  nationalistische
  „Idea  Najionale“  droht  offen  mit  der
Auflehnu:  ig  des  Landes,  falls  die  Regierung
vor  den  österreicl  ischen  Drohungen  zurückweiche
  oder  zentmürdigende  Landgeschenke“  annehmen
  wollte,  die  jedenfalls  unzureichend  seien.
Urverlenntar  gewinnt  die  Friedensliebe  im
Parlament  an  Boden.  Man  beschuldigt  die
Regierung,  die  Kammer  vertagt  zu  haben,  um
ihre  neutralistische  Mehrheit  vor  unwiderrufliche
  Tatsachen  zu  stellen.  Die  Turiner
„Stampa“  stellt  fest:  Da  immer  noch  keine
Entscheidung  getroffen  sei,  habe  sich  die  Hoffnung
  auf  Erhaltung  des  Friedens  belebt.  Ein
Hinauszögern  des  schicksalschweren  Entschlusses
lasse  nur  die  Deutung  zu,  daß  noch  nach  einer
friedlichen  Lösung  gesucht  werde.  Die  sozialistische
  Fraktion,  die  heute  zusammentritt,  wird
eine  Tagesordnung  gegen  den  Krieg  beschliessen.
  Das  gesamte  Personal  der  österreichischen
Botschaft  beim  Valilkan  ist  gestern  aus  Rom
abgereist.  Nur  der  Botschafler  selbst  ist.  geblieben.
  (3.)

Eine  mannhafte  Warnung.

Rom,  9.  Mai.  Parlamengl#  Crispi  stellt
in  der  „Concordia“  fest,  daß  die  Mehrzahl  der
ernsten  Politiler  den  Krieg  perhorresziere,  aber
nicht  den  Mut  besitze,  gegen  den  verbrecherischen
Wahnsinn  der  Kriegshetzer  anzulämpfen.  Alle
diese  Parlamentarier  seien  übrigens  überzeugt,
daß  bei  dem  ersten  italienischen  Miherfolg,  wenn
die  Armee  an  der  Grenze  stehe,  im  Innern  des
Landes  die  Revolution  ihr  Haupt  erheben
werde.  Pala#nenghi  Crispi  appelliert  an  die
Vernunft  der  aliener,  um  das  Verhängnis
aufzuhalten.  (J.

Italiens  Vorlercitungen.

Zürich,  10.  Mai.  Die  sen  Jürcher  Jeiing“
  meldet  aus  Rom:  Wie  „C  i##rnale  d'  Itaia“
  behauptet,  sind  in  der  geitrigen  Ministersitzung
  wichtige  Beschlüsse  gefaßt  worden.  Sie
letreffen  die  Aufrechterhaltung  der  Ordnung  im
Innern  des  Landes.  Es  ist  nicht  zu  bezweifeln,
daß  bei  der  Prollamation  der  Mobilisierung
und  der  Abgrenzung  der  Kriegszonen  die  gesamte
  öffentliche  Gewalt  der  Militärbehörde
ugeteilt  wird.  Die  Militärbehörde  wird  daher
  auch  für  den  Schutz  der  inneren  Ordnung
sorgen  müssen.  Ein  Dekret  des  Königs  unterstellt
  alle  auf  den  von  der  Marine  requirierten
Schiffen  bediensteten  Mannschaften  den  Kriegsgesetzen.
  (3.)

Gegen  den  Krieg.

Zürich,  10.  Mai.  Nach  dem  „Avanti“
veranstalteten  die  einberufenen  Resetoisten  bei
ihrer  Abfahrt  von  Cesena,  Oneglia,  Montagnana
  und  Rimini  Kundgebungen  gegen  den
Krieg.  In  Montagnana  durchschnitten  die  Demonstranten
  die  Telegraphendrähte  und  durchzogen
  mit  Fahnen  und  dem  Ruf  „nieder  mit
dem  Krieg“  die  Stadt.  Polizei  und  Karabinieri
  zerstreuten  sie.  In  Oneglia  beteiligten  sich
viele  Tausende  von  Personen  an  der  Kundgebung.
  (3.)

Gegen  den  Lügenklüngel.

WTB.  Rom,  10.  Mai.  Die  „Idea  Nazionale“
  läßt  sich  in  einem  aus  Wien  datierlen
Telegramm  melden,  daß  die  Regierungen  von
Berlin  und  Wien  als  Gegenbedingung  für  ihre
Konzessionen  an  Ztalien  die  sofortige  Anerlen- 



nung  der  deutschen  Annerion  Belgiens  verlangten.
  Zugleich  begeht  die  Jeitung  aber  die
Unvorsichtigkeit,  ein  Londoner  Telegramm  zu
publizieren,  demzufolge  nach  einer  Meldung  aus
Rotterdam  an  die  „Daily  He#ail“  in  Brüssel
und  Antwerpen  Anschläge  angeheftet  seien,  die
die  Annexrion  Belgiens  für  den  15.  Mai  ankündigen.
  Damit  zeigt  die  „Idea  Naozionale“
deutlich,  wo  und  wie  ihre  Wiener  Meldung  entstand,
  die  natürlich  nur  darauf  berechnet  ist.
unter  Ausnutgzung  des  Belgienrummels  die
Kriegshetze  gegen  Deutschland  zu  verstärken.

WITB.  Rom,  9.  Mai.  Die  türkische  Botschaft
  dementiert  heute  in  energischster  Form  das
in  hiesigen  Blättern  verbreitete  Gerücht,  daß
an  den  Kämpfen  in  Tripolis  türkische  OÖssiziere
beteiligt  seien.  Sie  weist  deutlich  darauf  hin,
daß  angesichts  der  Herrschaft  Euglands  über
das  Mittelmeer,  wie  die  Begrenzung  von  Tripolis
  durch  England  einerseits  und  Frankreichs
anderseite  man  eine  etwaige  Unruhestiftung  in
Lilby#en  nur  auf  gewisse  andere  Quellen  zurückführen
  könne.

WTB.  Rom,  10.  Mai.  Der  „Osservatore
Romano  dementiert  die  Blättermeldung  von  der
Abreise  des  Personals  der  österreichisch-ungarischen
  Botschaft  beim  Heiligen  Stuhl  und  erklärt,
  daß  nicht  nur  kein  Mitglied  der  Botschaft
Rom  verlassen  hat,  sondern  daß  das  Personal
der  Botschaft  in  einigen  Tagen  noch  um  einen
neuen  Sekretär  vermehrt  werde.

4  ·

Dee  Türkfei  im  Vellkrieg.

Drei  Bataillone  des  Landungskorps

  aufgerieben.

WITB.  Konstantinopel,  10.  Mai.  Das
Große  Hauptquartier  meldet:  An  der  Dardanellenfront
  bei  Ari  Burun  machte  der  Feind
gestern  nacht  vier  verzweifelte  Angriffe,  wurde
aber  durch  unsere  Bajonettangriffe  vollständig
zurückgeworfen.  Der  Feind  erlitt  sehr  schwere
Verluste.  Ungefähr  drei  seiner  Bataillone  wur
den  aufgerieben.  Heute  gegen  mittag  brachte
der  Feind  unaufhörlich  seine  zahlreichen  Ver
wundeten  in  seine  Boote.  Im  Süden  bei  Sedil
Bahr  machte  der  Feind  unter  dem  Schutze  des
Feuers  seiner  Schiffe  vom  Meeresufer  aus  chnen
Angriff,  der  dank  unseres  Gegenangriffes  erfolglos
  blieb.

Erkrankung  des  Generals  d'Amade.

Paris,  10.  Mai.  Die  Agence  Havas  meldet
  aus  London:  Es  wird  versichert,  daß  der
Befehlshaber  des  französischen  Expeditionskorpe
vor  den  Dardanellen,  General  d'Amade,  seil
acht  Tagen  erkrankt  ist.  Es  soll  schon  eine
Besserung  eingetreten  sein.  (3Z.)

Paris,  10.  Mai.  Petit  Parisien  meldet:
General  d'Amade,  der  Befehlshaber  des  französischen
  Expeditionskorps,  wird  demnächst  nach
Paris  zurücktehren.  Die  Regierung  wird  ihm
eine  Mission  übertragen.  Sein  Nachfolger  wird
General  Gourand,  der  sich  bei  den  Operationen
  in  Marokko  einen  großen  Namen  machte.

—.

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China  und  Jupan.
Eine  japanisch  chinesische  Entente.
WITB.  Petersburg,  10.  Mai.  Die  Petersburger
  Telegraphenagentur  meldet  aus  To
lio:  Der  japanische  Gesandte  in  Peling,  Hioto,
ist  beauftragt  worden,  eine  Entente  mit  China
vorzubereiten,  die  vorauesichtlich  in  der  Woche
vor  Beginn  der  außzerordentlichen  Session  des

Parlaments  geschlossen  werden  wird.

Näuchener  Nealnteilen.

München,  10.  Mai.  Auf  der  Auer  Dult
mußte  am  Sonntag  ein  Fierant,  der  über
Deutschland  abfällige  Aeußerungen  gemacht
hatte,  vor  dem  Publikum  flüchten.  Er  wurde
aber  eingeholt  und  verprügelt  und  schließlich
nahm  ihn  die  Polizei  fe

Bayerliche  Nachrichten

Straubing,  10.  Mai.  Ein  überraschendes
Ergebnis  hatte  die  Abrechnung  über  den  Mehlverbrauch
  in  unserer  Stadt  für  den  Monat
April.  Es  zeigte  sich  nämlich,  daß  185  Zentner
Mehl  mehr  verbraucht  wurden,  als  der  Stadt
von  der  Landesvermittlungsstelle  zugewiesen
worden  waren.  Dieser  Mehlverbrauch  ist  nur
dadurch  zu  erklären,  daß  sich  einzelne  Bäcker
und  Mehlländler  nicht  an  die  bestehenden  Vorschriften
  hielten.  Da  diese  185  Zentner  wieder
eingespart  werden  müssen,  4  beschloß  der  Magistrat,
  daß  vom  25.  Mai  ab  die  Mehlmarke
auf  ein  halb  Pfund  (statt  bisher  15  Weißbrote)
  nur  mehr  10  Weißbrote  abgegeben  werden
  dürfen.

Dinkelsbühl,  10.  Mai.  In  dem  reizenden
Dinkelsbühl,  das  seine  reichen  architektonischen
und  landschaftlichen  Schönheiten  aus  der  Vergangenheit
  herübergerettet  hat  und  vorbildlich
zu  schützen  weiß,  hat  sich  Laschen  Magistrat
und  Gemeindekollegium  ein  Streit  um  die  Pap- 



 

 

pelallee  an  der  Näördlingerstraße  entsponnen.
Das  Kollegium  will  die  100  Bäume,  weil  augrenzende
  Grundstücke  dadurch  geschädigt  sein
sollen,  fällen  lassen,  während  der  Magistrat
auf  unbedingte  Erhaltung  der  Bäume  dringt.
Zum  Entscheid  wurde  nun  die  Regierung  angerufen.


Bamberg,  10.  Mai.  Die  K.  Distriktsschulinspektion
  Ludwigstadt  untersagte  den  Volksund
  Fortbildungsschülern  das  Fußballspielen,
das  nicht  nur  die  Sitten  verrohe,  sondern  das
den  in  der  Entwicklung  begriffenen  menschlichen
Körper  auch  schweren  Gefahren  aussetze.  Besonders
  Herzleiden,  die  sich  frühzeitig  einstellten,
  seien  gar  oft  die  Folge  dieses  Spiels.  Das
Bezirksamt  bestätigte  nicht  nur  das  Verbot,
sondern  wies  noch  die  Ortspolizeibehörden  zur
strengen  Unterdrückung  des  Fußballspieles  an.

Seserisches  Leeriand.

Bad  Aibling,  19.  Mai.  Der  seit  17  Jahren
beim  Bierbrauer  Schäffler  in  Vagen  als  Taglöhner
  angestellte  71  Jahre  alte  Matthias
König,  Krieger  von  1866  und  1870  /71,  verletzte
sich  bei  einem  Sturz  über  den  dortigen  Kellerlerg
  derart  am  Kopfe,  daß  er  bald  darauf
verschied.

Bas  Ail  ing,  10.  Mai.  Seit  Ausbruch  des
Krieges  sind  aus  der  Pfarrei  Aibling  bisher
32  Krieger  fürs  Vaterland  gefallen.  Im  Kriege
1870  71  haben  hingegen  2  Niblinger  den  Heldentod
  gesunden.

Kommunales.
Sitzung  des  Magistrats-MKollegiums

 

 

Rosenheim.

7.  Mai  1915.
Verehelichungszeugnis  erhält  Fabrikarbeiter
Anton  Schildhauer  mit  der  Fabrikarbeiterin

Anna  Winkler  von  Frauenberg.

Auf  Ansuchen  wird  dem  Sattlermeister  Alois
Robeus  von  hier  das  Bürgerrecht,  und  zwar
gebührenfrei  verliehen  wegen  20  jähriger  alliver
  Dienstzeit  bei  der  hiesigen  freiwilligen
Feuerwehr.

Das  Heimatrecht  erhalten:  1.  Maschinenhausgehilfe
  Martin  Stock  von  Ramlesreuth,  2.  Magazinsarbeiter
  Josef  Oettl  von  Pietzing,  3J.  Magaziner
  Georg  Vutas  von  Vogtareuth,  4.  Ma
schinenhausgehilfe  Simon  Stegner  von  Lauterbach.


Die  Rechnung  des  städt.  Gaswerkes  pro  1913
wird  mit  dem  Abschlusse  Einnahmen  84  110.76
Mark,  Ausgaben  836  375.45  Mk.,  Passiorest
2264.69  Mk.,  Reinvermögen  180)0  070.50  Mt..
jene  des  Reservefonds  mit  Einnahmen  576.83
Mark,  Ausgaben  503.72  Mk.,  Altivrest  73.11
Mark,  Reinvermögen  14273.11  Mk.  erinnerungslos
  zur  Abhör  gebracht.

Zur  Kenntnis  dient:  die  Regierungs-Entschl.
vom  21.  April,  inhaltlich  welcher  im  Vollzuge
des  Art.  14  Abs.  1  des  Schulbedarfsgesetzes
der  Bauschbetrag  für  die  Volksschulen  der  Stadt
Rosenheim  mit  Wirlung  vom  1.  Januar  1915
an  für  die  nächsten  sechs  Zahre  auf  14205
Mark  festgesetzt  wurde.

Genehmigung  zur  Anleitung  von  Lehrlingen
erhält  Schlossermeister  Wilhelm  Walz.

Die  etatsmäßig  als  jährliche  Veteranenspende
zur  Verfügung  stehenden  601)  Mk.  sollen  pro
1915  am  10.  Mai  in  Gaben  à  2100  Mk.  an  die
von  den  beiden  hiesigen  Veteranenvercinen  rorgeschlagenen
  30  Veteranen  zur  Terteilung  gelangen.


Gegen  das  Gesuch  des  Maurerpaliers  Joham
  Straßer  um  Bewilligung  zur  Erbauung
eines  Wohnhausneubaues  mit  Stallung  an  der
verlängerten  Prinzregentenstraße  auf  Plan  Nr.
354  und  35512  in  der  Steuergemeinde  Westerndorf
  wird  eine  Erinnerung  nicht  erhoben.

Der  Tabaktag  in  Nosenheim.
(Schluß.)

Der  Abend  vereinte  nochmals  die  Einwohnerschaft
  Rosenheims  zu  einer  Feier  im  Hotel
„Deutscher  Kaiser“.  Der  Fünferlocrein  hatte
die  Veranstaltung  übernommen  und  für  ein
schönes,  reichhaltiges  Programm  gesorgt.  Her
#ren  des  Orchestervereins,  des  Konzertverchns
München  und  unserer  Stadtkapelle  stellten  das
Orchester,  das  von  Herrn  Kapellmeister  Meyer
dirigiert  wurde.  Dem  einleitenden  Marsche
„Unter  dem  Freiheitsbanner“  und  einer  „Lustspiel-Ouverture“
  folgte  das  von  Allen  gesungene
  „Festlied“.  Hr.  Michl  Kämpfl  richtete
einige  kernige  Worte  der  Begrübung  an  die
Anreesenden,  denen  die  *  des  Hrn.
Mathes  sich  anreihte.  sie  uns  in  poetischer
  Form,  mit  —  He  und  wundervoller
  Sprache.  Zehn  Monate  liegen  wir  nun
im  Kampfe  mit  den  Nationen.  Sommer  und
Herbst  sind  dabingepangen.  Der  rauhe  Winter
deckte  mit  seinem  ichentuch  so  viele  Heldemgräber.
  Und  doch  ist  der  Frühling  wieder  gekommen,
  mit  seiner  Prac  und  Wonne,  mit
dem  Rieseln  der  Bächlein,  dem  leisen  Ranschen
der  Wälder,  mit  all  den  lieben  Blümlein,  die
uns  traulich  zulächeln!  Aber  auch  draußen  auf

 

dem  Schlachtfelde  sind  der  Blumen  so  viele.  7.

Gar  reiche  Ernte  hält  der  Schnitter  Tod  dabei.
nter  seiner  Sense  sallen  sie  blutig  rot  zur  Erde.
Sie  fallen  unter  der  Hand  gehässiger  Feinde
und  wilder  Horden,  die  diese  gegen  unsere  Söhne
geworfen.  Die  wildesten  Völkerrassen  haben  sie
gegen  die  Unseren  aufgeboten,  doch  sell  und
einig  lehen  Deutschlands  Krieger  da  und  wanen
  nicht.  Das  zum  Schluß  auf  die  tapfere
Armee  ausgebrachte  Hoch  fand  begeisterte  Aufsnahme.
  .
Die  liebliche  Gavotte  „Weiß-Blau“  ließ  das
Orchester  unter  der  Leitung  des  Herrn  Helfrei  4
auftänzeln  und  ihr  reihte  sich  das  wieder  im
Chor  gesungene  „Karpathenlied“  an.  Herr  Baumann
  ergriff  das  Wort,  Herrn  Kämpfel  für  die
Bereitung  dieses  schönen  Abends  dankend;  er
gedachte  auch  der  ernsten  Zeit,  in  der  wir  des
Glüdes  eines  weisen  Herrschers  nicht  entralen
können  und  stimmte  ein  Hoch  an  auf  Kaiser
und  Vaterland.  Herr  Fanschuh  brachte  drei
schöne,  aktuelle  Gedichte:  „Der  Kaiser  geht
durch  das  Schlachtfeld“,  „Das  letzte  Worl““
und  „Durchhalten“,  die  mit  großem  Beisall
aufgenommen  wurden.  Dann  erfreute  uns  Herr
Kapellmeister  Meyer  mit  zwei  Violinvorträgen.
Herr  Hutterer  jun.  hatte  die  Klavierbegleitung
übernommen  und  sehr  subtll  ausgeführt.  Einzig
schön  kam  das  „Preislied“  aus  Meistersinger
von  Wagner-Wilhelmy  zu  Ohr.  Herr  Meyer
ist  unstreitig  ein  Künstler  auf  der  Violine,  er
führt  meisterhaft  den  Bogen,  hat  einen  seinen,
reinen  Ansatz  und  eine  schöne  Nuancierung.  Ge
dämpft  trug  er  auch  die  „Canzonetla-  von
Derla  vor.  „Mir  halten  aus“  ,  unser  Losungswort,
  brachte  Herr  Mathes  in  erhabenen  Reimen
  vor.  Ergreifend  wirkte  die  Wiedergabe
der  „Drei  Grafen  Spee“  und  lebhafter  Bei
sall  wurde  dem  Vortrag  „Gegen  England“
gezollt.  Das  Orchester  spielte  dann  den  ZKaiser
Friedrich-Marsch,  dem  sich  wieder  von  allen
gesungen  das  „Tabaktagslied“  anreihte.
Nunmehr  ließen  die  Künstler  des  Fünferl
vereins  mehr  die  heitere  Muse  zum  Worte
lommen,  und  sie  übertrafen  dabei  die  Erwar
tungen  aller.  Michel  Kämpfels  Gedicht  über
den  Tabaltag  und  seine  ev.  Nachfolger  und
sein  „Erstens  und  Zweitens“  weckte  allgemeine
Heilerkeit.  Nicht  minder  trug  Herr  G.  Ler  zur
Bereicherung  gerade  dieses  Teiles  dess  Abenos
bei.  Bei  ihm  gefielen  namentlich  „Kampf“  und
„Kriegsbrot“  und  die  unübertreffliche  „Bauernkriegspolitik“.
  Nicht  minder  gab  es  bei  den
„Zwei  Landsturmmänner'“  und  bei  den  „Schür“
rengrabeng’'stanzel“  zu  lachen.  Auch  die  Duette
waren  auf  den  gleichen  Ton  gestimmt.  So
ging  es  eine  geraume  Zeit  fort,  zu  jedermanns
Freude  und  zu  allgemeinem  Anklang.  Des  Bei
falles  war  kein  Ende  mehr,  Wiederholungen  und
Einschaltungen  mußten  gegeben  werden.  Dazwisckken
  gal  e:  nock  mmil  li  .  Darbietungen
des  Orche#und  emieinsa  de  Lieder,  zu  denen
Herr  Michel  Kämplel  und  Derr  Sekretär  Gmein
wieser  aus  eigenem  beisteuerten.  Hr.  Kämpfel
wurde  durch  einen  großen  Lorbeerkranz  geelhrt.

Der  ganze  Abend  verlief  in  gehobenster  Stmmung,
  der  Saal  war  gefüllt  und  zeigte  mit
seinem  festlich  grünen  Schmucke  ein  gules  Vild.
Junge  Damen  boten  noch  immer  die  süßen
Makronenherzen  an,  die  reichen  Absatz  sanden.
War  es  vielleicht  mehr  der  Tüten  willen,  die
als  Knallbomben  große  Verwendung  sanden?
Jedenfalls  dürfen  wir  sagen,  nicht  nur  der
Abend,  der  ganze  Tag  hat  sich  gelohnt,  unsere
wackeren  Krieger  werden  somit  eine  reiche,  schone
Pfingstfreude  erhalten  und  uns  Daheimgebli:
benen  sicherlich  Dank  wissen.

Wic  wir  erfahren,  brachte  allein  der  Abend
einen  Ertrag  von  500  Gewiß  ein  sehr
ansehnlicher  Ertrag!  Anfügen  möchten  wir  noch,
daß  Herr  Photograph  Knarr  von  der  patrio
tischen  Feier  vor  dem  Kriegerdenkmal  zahlreiche
vorzügliche  Aufnahmen  gemacht  hat,  die  bei
ihm  als  Ansichtskarten  erhältlich  sind.  Sie  bilden
  ein  treffliches  Andenken  an  den  denulwürdigen
  Tag,  der  namentlich  in  den  Herzen
unserer  Jugend  fortleben  wird.  Die  Karten
sind  in  unserem  Schaufenster  ausgestelll.  Th.  R.

 

Cokalnachrichten.

Rosenheim,  den  11.  Mai.
Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Andreas  Dingler  aus  Irlach  bei  Halfing,  Soldat
  im  1.  Juf.-Rgt.;  Kriegsfreiwilliger  Jus.
Ant.  Bartl,  Sohn  der  “]e=Bartl
  in  Bad  Aibling;  Inf.  Fr.  T.  Fröschl,
Sohn  der  Manurersehesut  Fröschl  in  Bad  Aibling;
  Ers.-Res.  A.  Lohmaier,  Wagnermeisler?
sohn  von  Elchenloh,  Feldartillerist  Josef  Heel,
Steinmetz  und  Bildhauer.  aus  Traunstein.
Uszeichnungen  im  Felde.  Josef
Schärfl,  Angestellter  der  Firma  Franz  Nonrad,
  Maschinenfabrik  in  Rosenheim,  wurde  zum
Unieroffizier  befördert  und  gleichzeitig  mit  dem
Eisernen  Kreuz  ausgezeichnet.  Bataillonslommandeur
  Hauptmann  d.  L.  Emil  Glaher  aus
Bruckmühl,  Inhaber  des  Eisernen  Kreuzes  und
des  Militärverdienstordens  mit  Schwertern,
wurde  zum  Mafjor  befördert.  Ferner  erhielten
das  Eiserne  Kreuz:  Gastwirtssohn  Sig.  Hamberger
  aus  Noderwichs,  Feldgend  r?  ber,
wachtmeister  GEg.  Arneth,  früher  enar##in
Kolbermoor  (unter  gleichzeitiger  inn:  ig  des
Militärverdiensttreuzes  2.  Kl.);  Leninant  Eugen

 

Manyr,  Sohn  der  Kaufmannswitwe  Elise  Mayr
in  Wasserburg.  !I

 

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