Contents : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1852. (29)

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Hausgeräthe,  die  Kleider,  das  Leibweißzeug,  so  wie  die  bestrittenen  und  uneinbringlichen
Forderungen.

Befinden  sich  die  Heirathslustigen  noch  nicht  im  Besitze  der  zur  häuslichen  Einrichtung
nothwendigen  Gegenstände,  so  haben  sie  neben  der  oben  bestimmten  Vermögenssumme  auch
den  Besitz  der  zur  Anschaffung  dieser  Gegenstände  erforderlichen  Mittel  darzuthun.

Neben  der  Nachweisung  des  Besitzes  muß  der  Bestzende  auf  Verlangen  glaubhaft
machen,  daß  und  wie  er  das  Vermögen  eigenthümlich  erworben  habe.

Art.  5.

Wenn  das  Prädikat  eines  Gemeindebürgers  oder  Beisitzers  in  der  Weise  mangelhaft
ist,  daß  mit  Grund  angenommen  werden  kann,  derselbe  werde  von  seinem  Vermögen  oder
Erwerbszweig  nicht  den  den  Unterhalt  einer  Familie  sichernden  Gebrauch  machen,  oder  es
werde  ihm  an  dem  hiezu  nsthigen  Vertrauen  im  Verkehr  mit  Andern  fehlen,  kann  die  Helraths=
  Erlaubniß  versagt  werden.

Insbesondere  ist  dieß  der  Fall:

1)  bei  Jedem,  der  offenkundig  als  schlechter  Haushälter  zu  betrachten  ist;

2)  bei  Jedem,  der  wegen  Vagtrens  oder  Asotie  in  gerichtlicher  oder  polizellicher  Untersuchung
  steht,  oder  wegen  eines  dieser  Vergehen  in  den  nächst  vorangegangenen  zwei
Jahren  zu  elner  Strafe  verurtheilt  worden  ist;

3)  bei  Jedem,  der  der  bürgerlichen  Ehren=  und  der  Dienstrechte  verlustig  geworden  iß,
ehe  von  der  Verurtheilung  an  zwei  Jahre  abgelaufen  sind,  oder  wegen  eines  Vergehens,
  welches  den  Verlust  der  bürgerlichen  Ehren=  und  der  Dienstrechte  zur  Folge
baben  kann,  zur  Zeit  der  Anbringung  des  Verebellchungsgesuchs  in  Untersuchung
steht;

4)  bei  Jedem,  der  wegen  wiederholter  Verübung  der  Vergeben  des  Diebstahls,  der
Unterschlagung,  des  Betrugs,  in  der  Abslcht,  sich  einen  Vortheil  zu  verschaffen,  in
polizeilicher  Untersuchung  steht,  over  deßhalb  in  den  nächst  vorangegangenen  zwei
Jahren  zu  einer  Strafe  verurtheilt  worden  ist.

Der  strafbare  Versuch  oder  die  Beihülfe  haben  die  nämliche  nachtheilige  Wirkung  auf
die  Verehelichungs-Befugniß,  wie  die  Vollendung  oder  Ucheberschaft.

Vorstehende  Bestimmungen  finden  auch  beim  Vorhandenseypn  der  bezeichneten  Prädlkatsmängel
  auf  Seiten  der  Braut  in  dem  Falle  Anwendung,  wenn  nach  den  vorliegenden  Um-