6 Pfandrecht an Forderungen.
Daß ein solches Pfandrecht nicht die Natur
einer Hypothek, auch nicht jene eines Faustpfandes
habe, ist oben bereits erörtert, es kann also die Befriedigung
weder in der zweiten noch in der dritten
Klosse nach dem Wortlaute der 88. 15 und 21 Nr. 1
in Anspruch genommen werden.
Den Vorzug in der vierten Klasse nach §. 23
Nr. 8 hätte ein solcher Gläubiger, wie jeder andere
Chirographargläubiger nur dann, wenn er schon vor
Eröffuung des Konkurses die Auspfändung oder die
gerichtliche Einweisung in die ihm verpfändete Forderung
erlangt gehabt hätte.
Unmäöglich kann aber daraus, daß die Prioritätsgrdnung
dieses uneigentlichen Pfandrechtes sowie
eiges Vorzuges in den einzelnen Klassen der Rangordnung
nicht erwähnt, die Folgerung gerechtfertigt
werden, daß dasselbe im Konkurse der Gläubiger
ganz wirkungslos sei, und daher der Pfandgläubiger
nur in der fünften oder sechsten Klasse mit den Chirographargläubigern
seine Befriedigung zu erhalten
habe. Denn da das Gesetz diesem Pfandrechte jedenfalls
die Wirkung einer eventuellen Cession der verpfändeten
Forderung einräumt, so hat es ihm doch
eine vorzugsweise Befriedigung der Forderung aus
einem speziellen Vermögenstheile des Schuldners
sichern wollen, und diese Sicherung, wenn auch vielleicht
nicht in Ansehung dritter Persouen, welche etwa
die verpfändete Forderung vom Verpfänder inzwischen
erworben haben, doch jedenfalls gegenüber dem
Pfandschuldner und dessen Schuldner eingeräumt.
Der Mangel der Eigenschaft eines eigentlichen
dinglichen Pfandrechtes kann hiernach seine Wirkungen
höchstens in Ansehung eines dritten Forderungsberechtigten
äußern, benimmt aber dem Pfandrechte
nicht seine rechtlichen Folgen in jeder anderen
aus seiner eigenthümlichen Natur von selbst hervorgehenden
Beziehung.
In Folge dieses im Gesetze begründeten Ge-