Volltext : Der Weltkrieg. I. Band. (1)

Die  Etappen  zum  Weltkrieg

 

Das  geschlossene  Auftreten  der  Dreibundmächte  tat
seine  Wirkung.  Vor  allem  rückte  die  britische  Regierung
von  dem  Vorstoß  Poincares  ab.  Kiderlen  erzählte  mir  am
9.  November,  England  zeige  uns  gegenüber  eine  auffallende
Beflissenheit.  Der  britische  Botschafter  sei  in  seiner  ganzen
Amtszeit  noch  nie  so  häufig  unaufgefordert  zu  ihm  gekommen
  und  habe  sich  noch  nie  so  eingehend  mit  ihm  ausgesprochen
  wie  in  den  letzten  acht  Tagen;  und  ebenso  lasse
Sir  Edward  Grey  fortgesetzt  den  deutschen  Geschäftsträger
  zu  sich  bitten.  Das  Ergebnis  dieser  deutsch-englischen
  Konversationen  kam  zum  Ausdruck  in  einer  Rede
des  britischen  Premierministers  Asquith  beim  Lordmayorsbankett
  am  9.  November,  in  der  er  sagte:  England  sei  an
den  Veränderungen  auf  dem  Balkan  nicht  unmittelbar
interessiert;  es  seien  aber  andere  Mächte  vorhanden,  von
denen  nicht  erwartet  werden  könne,  sie  würden  nicht  verlangen,
  daß  ihre  Stimme  gehört  werden  müsse,  wenn  die
Zeit  für  die  endgültige  Regelung  gekommen  sei.  Solange
der  Kriegszustand  andauere,  lehne  es  die  britische  Regierung
ab,  einzelne  Fragen  zu  behandeln,  die  getrennt  und  sogleich
aufgeworfen  wahrscheinlich  nicht  wieder  gutzumachende
Differenzen  hervorrufen  würden,  die  aber  wohl  ein  besseres
Aussehen  annehmen  würden,  wenn  man  sie  zurückstellte,
um  sie  dann  unter  dem  weiteren  Gesichtspunkt  des  allgemeinen
  Ausgleichs  zu  behandeln.

Also  im  Gegensatz  zu  dem  Vorschlag  Poincares  eine
glatte  Anerkennung  der  Berechtigung  des  österreichisch-IOO