schüttet. Dort ruht ein Hauptmann, der mit seiner lleinen Schar
inmitten des Feuers aushielt, als die Franzosen ihre eigene Stadt
beschossen, und schließlich auf seinem Posten siel. Sein Andenken
war unter der Besatzung von Dun ebenso frisch wie die Blumen
auf seinem Grab, die stets erneuert wurden. Und er war bloß
einer unter Millionen! Dem Deutschen scheint es die einfachste
Sache von der Welt, sein Blut hinzugeben und zu sterben. Nein,
ein solches BVolk kann nicht besiegt werden!
Während des Essens kam der Generaloberarzt Professor Widenmann;
er hatte im Lazarett nach unserm Freunde Freiherrn
von Maltzahn gesehen, dem ein Automobilunglück zugestoßen war.
Das Auto war an einer Straßenwendung gestürzt und kam mit
seiner ganzen Schwere auf von Maltzahns Brust zu liegen. Ein
paar Rippen waren ihm gebrochen, dazu ein Beinbruch, eine Gehirnerschütterung
und der allgemeine Chock. Sein Zustand war
sehr beunruhigend, aber der Arzt hoffte auf seine Wiederherstellung.
Professor Widenmann wird mir unvergeßlich sein. Er hatte die
ganze Welt bereist, war wohlbekannt in Afrika und nahe am
Gipfel des Kilimandscharo gewesen, als Wind und Wetter ihn
zwangen, umzukehren. Wir hatten gemeinsame Freunde nah und
fern und unterhielten uns noch lauge, nachdem die andern ihre
Zimmer aufgesucht hatten, an diesem letzten Abend, den ich beim
Kronprinzen des Deutschen Reichs verlebte.
19. Longwy.
ei der Ausfahrt hatte ich Longwy nicht besichtigen können,
dessen oberer Teil, in Baubans Festung gelegen, so furchtbar
durch den Krieg gelitten hat, während die Fabrikstadt im Tal der
Chieère unbeschädigt blieb. Ich fuhr also bei der Rückkehr ins
Große Hauptquartier am 24. September hinauf und über die
beiden Festungsgräben und bis zu dem Tor, das eine Erinnerungstafel
an Vauban schmückt. Jetzt wehte darüber die deutsche Flagge.
Der Wachtposten forderte meinen Ausweis. In den Tunnelgängen
schulterten mehrere Posten ihr Gewehr; nach innen zu
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