Die Districts-Gemeinden. 8. 124. 331
Mitglieder der Districts-Gemeinde sind die innerhalb des
Bezirkes bestehenden Ortsgemeinden, welchen die höchst besteuerten
Grundbesitzer des Bezirkes in gewisser Beziehung rechtlich gleich—
geachtet werden. 5)
Die auf der Grundlage der frühern Gesetzgebung zur Zeit
der Publication des Gesetzes über die Districtsräthe noch bestehenden
Districts-Gemeinden sind durch das neuere Gesetz aufgehoben,
ohne daß dadurch den Einzelgemeinden das Recht entzogen wäre,
für gewisse Unternehmungen und Einrichtungen, die ihren ausschließenden
Gemeindenutzen betreffen, oder bezüglich welcher ihnen
ausschließliche Verpflichtungen obliegen, in besondere Verbindung
zu treten oder in solcher zu verbleiben. Dabei versteht es sich
von selbst, daß eine solche Verbindung, die als Gesellschaft zu
beurtheilen und zu behandeln ist, keinen Einfluß auf das Verhältniß
der betreffenden Gemeinden zur Districts-Gemeinde äußern
könne. )
§. 124.
II. Von den Rechten und Verbindlichkeiten der Mistrictsgemeinden.
1) Der Districts-Gemeinde kommt vor Allem die Eigenschaft
der juristischen Persönlichkeit zu. Sie ist daher fähig
Vermögensrechte zu erwerben und zu besitzen, und das erworbene
Vermögen durch ihre Organe zu verwalten und für ihre Zwecke
zu verwenden. Daraus folgt von selbst, daß sie in der Regel
auch zur Uebernahme von privatrechtlichen Verbindlichkeiten jeder
frühere Eigenschaft von Districtsgemeinden beibehielten. Es giebt daher jetzt
Verwaltungsdistricte, welche nur Eine Districtsgemeinde umfassen, und solche,
in welchen zwei oder drei Districtsgemeinden begriffen sind. S. die Uebersicht
in der Handb.-S. B. I. S. 279 ff. — Ueber mehrere Fragen, welche
sich bei einer Aenderung in dem Bestandc der Districtsgemeinde ergeben
können, vergl. Bl. f. adm. Pr. B. XIV. S. 90 u. S. 321 ff.
5) Brater a. a. O. S. 37 bezeichnet sie schlechthin als Mitglieder
der Districtsgemeinde. Dieß ist jedoch, wie mir scheint, irrig, da sie in
Art. 23 Abs. IV. ausdrücklich nur als Mitglieder des Districtsrathes bezeichnet
und in Art. 32 Abs. I. nicht genannt werden. Brater selbst ist
bei der Auslegung des Art. 31 seiner Auffassung nicht treu geblieben; vergl.
Bl. f. adm. Pr. V. S. 157.
6) S. das angef. Gesetz Art. 37 und Brater a. a. O. S. 94.