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Europa besitzen, denn die Quellen, worans seine Schenkungen
slossen, strömten unausöbrlich fort. Noch im vierzehnten, fünfzehnten
Jahrhundert kommen große Schenkungen vor. Die
Idee vom Fegfeuer, der Erlösung der Bäter daraus,
und von der communio bonorum dauerte sechs Jahrhunderte
in ihrer vollen Kraft. Es ist leicht begreiflich, wie
es zugeht, wenn irgend eine Fürstenfamilie herabkommt, aber
wie eine fromme Hoörperschaft herabkommen soll, die nicht
Ktirbt, ewig lebt, festhält, was sie einmal hat, scheint fast
unbegreiflich. Und doch lag z. B. in Schwaben ein Kloster
Lorch; die Schenkungen desselben gingen durch ganz Wirtemberg
hindurch, den ganzen Rhein hinab, verbreiteten sich
über den ganzen Elsaß. Jetzt ist dieses Kloster ganz duͤrftig,
war eigentlich schon im zwoͤlften Jahrhundert ganz dürftig,
so daß man die Mönche binwegsetzen mußte. Folgende vier
Gründe sind die wichtigsten, jene Verarmung zu erklären:
4) Aller Besitz von Eigenthunm befand sich nach
der Verfassung, die im achten, neunten und zehnten Jahrhundert
war, in einer ewigen Agitation und Ungewißheit.
Geht man in's Einzelne der Geschichte der Kloͤ-ster
hinein, so findet man: das eine Jahr schenkte der König
pro redemptione animae an dreihundert Morgen Ackers. Die
Maffen bauten es, dann rif es der König wieder an sich. Nahm
er es nicht so, so wurde manches Kloster dadurch arm, daß
der Abt für die Güter, die der König den Klöstern einräumte,
bei entstandenem Kriege seine Mannschaft halten mußte. In
den Zeiten war das ganze Leben ein Krieg, die Gesellschaft
hatte nicht die Festigkeir, daß nur für eine kurze Periode ungestörter
Genuß des Friedens hätte seyn können.
2) Der Koͤnig: wollte vielleicht einem Minister wohlthun,
oder oft auch einem seiner eigenen Prinzen, oder einem seiner
Generalc, und schenkte ihm eine ganze Abtei. Dieser