VIII Vorwort.
unserm Zweck entsprechend aufnehmen mußten, die Autorität von namhaften Vertretern
der Wissenschaft und der Technik, die an jenem Werke mitgearbeitet haben,
zur Seite steht. Daß für uns die volkstümliche Schreibung an erster Stelle in
Betracht kommt, ergibt sich aus dem Zwecke unseres Buches von selbst; wie auch
die gelehrte zu ihrem Rechte gelangt, das wird weiter unten in dem Abschnitt
über dessen Einrichtung dargelegt. Hier sei nur noch erwähnt, daß für den großen
Zuwachs an Wörtern und für die von vielen Seiten gewünschte Hin zufügung
von Flexionsformen und andern grammatischen Belehrungen
nur durch eine etwas andre äußere Anordnung, durch Gruppenbildung
und Abkürzungen Raum geschafft werden konnte.
Wenn es mir gelungen ist, die neue Auflage dieses Buches so zu gestalten,
daß sie den Bedürfnissen der Kreise, für die es zunächst bestimmt ist, im großen
und ganzen entspricht, so ist das nur zum kleinern Teile mein Verdienst. Die genaue
Kenntnis dessen, was von Setzern und Korrektoren gewünscht wird, konnte
mir nur aus fachmännischen Kreisen kommen. Wie großen Dank ich den Korrektorenvereinen
schuldig geworden bin, habe ich schon erwähnt. Hier habe ich noch
dem Oberkorrektor der Reichsdruckerei in Berlin, Herrn Otto Reinecke, der durch
seine langjährige Tätigkeit an der genannten Anstalt in hervorragendem Maße befähigt
ist, die Bedürfnisse der Setzer und Korrektoren richtig zu beurteilen, für die
unermüdliche und uneigennützige Mitarbeit, die er auch der neuen Auflage dieses
Buches gewidmet hat, den verbindlichsten und wärmsten Dank auszusprechen.
Nicht minder warmen Dank schulde ich dem Bibliographischen Institut
für die Bereitwilligkeit, mit der es auf meine Wünsche eingegangen ist, und besonders
den Redaktionsmitgliedern des Instituts, Herrn Privatdozenten Dr. Ottmar
Dittrich und Herrn Dr. Alfred C. Schmidt, deren weitgehende Mitarbeit
mir die Herstellung des Buches wesentlich erleichtert hat.
Möge denn nun das durch Zusammenarbeiten so vieler Faktoren unter Mitwirkung
der Buchdruckervereine Deutschlands, Osterreichs und der Schweiz, unter
Berücksichtigung der erfüllbaren Wünsche der deutschen Korrektorenvereine zustande
gekommene Buch in seiner neuen Gestalt noch mehr als in der frühern dazu mitwirken,
daß wirklich, soweit die deutsche Zunge klingt, nur eine deutsche Rechtschreibung
zur Herrschaft gelange. Wer noch nicht alle zweifelhaften Fälle entschieden
findet, der möge daran denken, daß sich für eine lebende, stets sich entwickelnde
Sprache nicht alles festlegen läßt, daß vielmehr für manche Gebiete, die von den
amtlichen Vorschriften nur gestreift werden, z. B. das Gebiet der Zusammenschreibungen,
der Auffassung des Schreibenden einige Freiheit bleiben und daß es
genügen muß, wenn über solche Dinge, wie es in den Vorbemerkungen geschehen ist,
leitende Grundsätze aufgestellt werden.
Schließlich noch ein Wort an die Benutzer des Buches. Bei der Fülle und
Vielgestaltigkeit des verarbeiteten Stoffes ist es leicht möglich, daß hier und da
Jrrtümer und Unstimmigkeiten unbemerkt geblieben sind. Für Mitteilung solcher
Versehen werde ich stets dankbar sein.
Sonnenberg bei Wiesbaden, im Juli 1907.
Dr. Konrad Duden.