12 Mittleres und nicderes gewerbliches und kaufmännisches Unterrichiswesen.
kunstgewerblichen Anstalten sind aber des Ausbaus und .weiterer
Vermehrung bedürfig.
Innerhalb des gewerblichen Fachschuiwesens gehen die Bedürfnisse
des Grofibetriebes und des handwerksmäßigen Mittel- und Kleinbetricbes
nur teilweise Hand in Hand. Von den bisher angeführten
Schularten kommen für das Handwerk die niederen Fachschulen und
Fortbildungsschulen der Metallindustrie und Elektrotechnik, die Baugewerkschulen
mit ihren Polier-, Steinmetz- und Tischlerfachschulen
und die kunstgewerblichen Schulen in Betracht. Daneben bestehen
in einzelnen Städten selbständige Handwerkerschulen mit Tagesunterricht
für mehrere Handwerke und Abendunterricht, sowie Lehrwerkstätten
und einige Fachschulen, welche große Handwerkerverbände
für das gesamte Handwerk in Deutschland ins Leben gerufen haben.
I’erner kommen für die Handwerker, welche thre Lehrzeit zurückgelegt
haben, bei den Schmieden die Hufbeschlaglchranstalten, für
andere Handwerke die Meisterkurse in Betracht. Allgemein verbreitet
sind nur die gewerblichen Fortbildungsschulen mit besonderen Fachklassen
für Handwerker. Indes können alle diese dem lHandırerk
dienenden Unterrichtsanstalten nur als die Anfänge eines zweckmäßigen
Handwerkerschul- und Bildungswesens angesehen werden.
Im Bereich des Verkcehrswesens hat sich für die Seeschiffahrt
ein zweckmäßiges System von niederen, teilweis auf einen höheren
Standpunkt überführenden Schiffer- und Maschinistenschulen vor allem
als Folse der reichsgesetzlichen Prüfungsvorschriften über den Becfähigungsnachweis
für Schiffer, Steuerleute und Maschinisten entwickelt.
Für die Binnenschiffahrt bestchen in den Uferstaaten der
großen Ströme zahlreiche Schifferschulen, die meist wohl den Charakter
von besonders für die Bedürfnisse dieses Gewerbes zugeschnittenen
Fortbildungsschulen tragen.
Das kaufmännische Unterrichtswesen hat in neuester Zeit den
Antrieb zu einer Neugestaltung erfahren und befindet sich zur Zeit
im lcbhaftesten Flussc: Es bestehen für den Bedarf ausreichende
Handelshochschulen, daneben einige mittlere und viele niedere Fachschulen;
das kaufmännische Fortbildungswesen ist befriedigend entwickelt.
Im übrigen wird auf den folgenden Abschnitt verwiesen.
Jeden systematischen Aufbaus und jeder zielbewußten Pflege entbehrte
dagegen bis vor kurzem das Gebiet der Fachbildung der Frau
in den von ihr besonders bevorzugten Zweigen gewerblicher, kaufmännischer
und hauswirtschaftlicher Tätigkeit. In der ncuesten Zeit
jedoch sind auch hier erhebliche Fortschritte gemacht worden.