Full text : Meyers Fach-Lexika; Lexikon der deutschen Geschichte.

Lutter  am  Barenberg  —  Lützen.

Luthers  Tod  (18.  Febr.  1846)  veranlaßte
unter  dem  Namen  Luther-Stiftung
mehrere  Stiftungen  für  Waifen,  verwahrloste
  Kinder,  auch  zur  Unterstützung  noch
vorhandener  Nachkommen  aus  Luthers
amilie.  Eine  neue  Ausgabe  von  Luthers
riften  erschien  in  Erlangen  und  Frankfurt
  a.  M.  ##uce  Schriften-,  1826—
1857,67  Bde.;  2.  Aufl.  1861  ff.;  -Lateinische
Schriftene,  1829—73,  23  *  .
Meurer,  Luthers  Leben  (3.  Aufl.  18:
Jul.  Köstlin,  Martin  Sein  Leben
und  seine  Schriften  (1875,  2  Bode.).
Lutter  am  Barenberg,  Flecken  im
braunschweig.  Kreis  Gandersheim,  berühmt
  durch  den  Sieg  Tillys  mit  dem
Her  der  katholischen  Liga  über  König
hristian  IV.  von  Dänemark  27.  Aug.
1626  im  Dreißigjährigen  Krieg.
Lutteruberg,  Dorf  in  der  preuß.  Landdrostei
  Hildesheim,  Kreis  Göttingen,  bekannt
  durch  das  Gefecht  im  Siebenjährigen
  Krieg  23.  Juli  1762,  in  welchem  die
Sachsen  unter  dem  Prinzen  Kaver  von  der

hannsö  Armee  unter  dem
Ferdinand  von  Braunschweig  geschlagen
wurden.

Lüttich,  ehemals  reichsunmittelbares
Bistum  im  westfäl.  Kreis,  dessen  Sprenel
  den  Osten  des  heutigen  Königreichs
lgien,  das  Land  zu  beiden  Seiten  der
Maas,  umfaßte  und  zum  Erzstift  Köln
gehörte.  Der  Bischof  befaß  ein  ausedehntes
  Gebiet  auf  beiden  Ufern  der
aas.  Bischoffitz  war  ursprünglich  Tongern,
  wo  schon  in  den  ersten  Jahrhunderten
nach  Christo  ein  Bistum  errichtet  sein  soll,
seit  der  Mitte  des  6.  Jahrh.  Maastricht  und
seit  720  Lüttich.  Die  Franzosen  bemächtigten
  sich  zu  Ende  des  18.  Jahrh.  des
Bistums  und  erwarben  es  im  Frieden
von  Lüneville  (1801).  1815  wurde  es
auf  dem  Wiener  Kongreß  säkularisiert  und
sein  Gebiet  den  Niederlanden  überwiesen,
1830  kam  es  an  das  neu  entstandene  Belgien.
  Schon  1801  schied  es  aus  der  Erziözese
  Köln  aus  und  ward  unter  den  Erzbischof
  von  Mecheln  gestellt.

Lutz,  Johann  von,  bayr.  Staatsminister,
  geb.  4.  Dez.  1826  zu  Münnerstadt
  in  Unterfranken,  studierte  zu  Würzburg
  die  Rechte  und  ward,  nachdem  er

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einige  Jahre  Richter  gewesen,  1863  vom
König  Maxr  zum  Privatsekretär  ernannt.
Ludwig  II.  übertrug  ihm  1.  Okt.  1867  das
Mimsterim  der  Justg  und  bald  auch  des
Kultus.  Hervorragenden  Anteil  nahm  er
1870  an  den  Verhandlungen  über  die  Begründung
  des  Deutschen  Reichs  und  verteidigte
  den  Bundesvertrag  dann  mit  Geschick
  in  den  bayrischen  Kammern.  1871
gab  er  das  Justizdepartement  ab.  Als  Kultusminister
  nahm  er  den  Kampf  mit  der
ultramontanen  Partei  aus,  setzte  die  Ausweisung
  der  Jesuiten  durch  und  schützte  die
Altkatholiken.  Der  Haß  der  Ultramontanen,
  die  ihm  1874  sogar  die  Etatspositionen
  für  den  höhern  Unterricht  verweigern
wollten,  hat  seine  Stellung  nicht  erschüttetn
  n  a
elburg,  s.  v.  w.  Luremburg.

t  Sani  im  preuß.  Regierungsbezirk
  und  Kreis  Merseburg,  denkwürdig
durch  zwei  große  Schlachten  im  Dreißigjährigen
  Krieg  und  im  Befreiungskrieg.
In  jenem  siegten  die  Schweden  unter  Guog

  star  Adolf  16.  Nov.  1632  über  die  Kaiserlichen

  unter  Wallenstein.  Letzterer  stand  mit
12,000  Mann  nördlichvonder  Straße  nach
Leipzig  mit  der  Front  nach  Süden,  mit  der
Reitereiauf  den  Flügeln,  von  denen  sich  der
rechte  unter  Holk  an  L.,  der  linke  unter  Gallas
  an  den  graben  lehnte.  Die  Schweden
  rückten,  14,000  Mann  stark,  am  Moren
  heran  und  wurden  durch  heftiges  Gesöhbener
  empfangen.  Den  Hauptstoß
wollte  Gustav  Adolf  mit  seinem  rechten
Flügel  führen,  um  den  ner  von  Leipzigwegzudrängen.
  Die  Kaiserlichen  wichen
a  ni  zurück,  Pappenheim,  der,  mit
*  eiterei  eben  von  Halle  eingetroffen,
ich  den  Schweden  entgegenwarf,  wurde
tödlich  verwundet;  doch  Octavio  Piccolomini
  schlug  noch  einmal  den  Angriff  ab.
Da  führte  Gustav  Adolf  ein  neues  Regiment
  gegen  den  Feind;  es  entstand  ein
wildes  Handgemenge,  in  dem  der  König
selbst  tödlich  getroffen  zu  Boden  sank.  Die
Schweden,  durch  die  Kunde  vom  Tod  ihres
Könige  zur  Wut  entflammt,  setzten  unter
  Führung  des  Herzogs  Bernhard  von
Weimar  den  Kampf  fort.  Sie  trieben  die
Kaiserlichen  aus  ihren  Stellungen  zurück,
und  Wallenstein  trat,  gedeckt  durch  Pap-