1. Ceschichte 113
traten. Sie bildeten zusammen mit Dreußen ein einheitliches Sollgebiet, in dem die
Waren nur einmal versteuert werden mußten. Das Geld, das dadurch einkam, wurde
unter die beteiligten Länder nach der Bevölkerungszahl verteilt. Der Sollverein führte
einen großen Zufschwung des Handels herbei; er brachte auch die deutschen Staaten
einander näher und hat -.
so die spätere Einigung
Deutschlands vorbereitet.
— Ein völliger Umschwung
des wirtschaftlichen
Lebens vollzog sich
mit der Einführung der
Dampfmaschine. Die
ersten SFabriken entstanden;
zwischen Berlin.
und Potsdam wurde yx
1838 die erste preußische MW % WG“ E
Eisenbahn gebaut. Zuf ""«««--·- 6*—
den Strömen begannen
Dampfschiffe zu verkehren,
und auch der Seehandel
fing wieder an
sich zu beleben. — In
der langen Friedenszeit, die auf die Befreiungskriege folgte, strebte der deutsche Bürgerstand
mächtig empor und übernahm in Wissenschaft und Kunft, in handel und Gewerbe
die Führung. Ueben den drei alten Ständen (Adel, Bürger, Bauern) begann sich
durch die zahlreicher werdenden Fabriken ein neuer, vierter Stand, der Arbeiterstand,
zu bilden.
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Ein Eisenbahnzug im Jahre 1840.
II. Sriedrich wilhelm IV. 1840—18651.
1. Des Königs Wesen. Hriedrich Wilhelm IV. war der älteste Sohn Friedrich
Wilhelms III. und der Königin Luise. Zusgestattet mit hohen Geistesgaben, hatte
er sich eine gelehrte Bildung angeeignet, so daß er „sein Brot als Professor hätte erwerben“
können. Dabei besaß er ein tiefes Verständnis für die Kunst und war ein
witziger, gewandter Redner. Er wollte das Beste seines Dolkes; für die unruhvolle
Seit, in die seine Regierung fiel, war er jedoch nicht tatkräftig genug. — Mit
seiner Gemahlin Elisabeth lebte er in kinderloser, aber glücklicher Ehe. Sie unterstützte
ihn getreulich bei allen Werken der Barmherzigkeit und pflegte ihn in den
Cagen der Krankheit mit aufopfernder Ciebe. ·
2.Detvekfassungskampfinpreußeu.Derwunschnacheiner »Verfassung«
wurde, wie überall in Deutschland, so auch in Preußen allgemein gehegt. Das Volt
wollte bei der Gesetzgebung und Rechtsprechung mitwirken, und keinem Bürger
sollte es verwehrt sein, in Dersammlungen und Seitungen frei seine Meinung zu äußern.
Friedrich Wilhelm IV. suchte den Hoffnungen des Volkes entgegenzukommen und berief
1847 einen „vereinigten Landtag“, der aus Dertretern der acht preußischen Drovinzen
bestand. Der Landtag konnte sich jedoch mit der Regierung über die Rechte, die
ihm eingeräumt werden sollten, nicht einigen und ging auseinander. — Kls nun