Full text : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

###er  100

.  toscuhcimcr  Anzeiger

 

hensseden:  Ncheschlen.

Verl  2J.  Juil.  In  der  Friedrichstraße
am  Ora  n  w-  -qr-ok  standen  in  der  vergange-EIII
  Weibtier=  Altienbrauerei  Bolle
5½%  1  45  der  Dachiluhl  des  Waisenhauses

#flanichen  Kolonie  und  ein  Dachuhl  auf
dem  Nag  Farhof  in  ganzer  Ausdehnung  in  Flammen.
  Die  Seuerwehr  vermochte  eri  nach  drei
Stunden  den  Vrand  zu  löschen.

Buda  pen.)  2J.  Juri.  Ueber  die  Ernteresultate
  in  Ungarn  liegen  Lan  rerordentlich  befriedige#nde
  Nackrichten  vor.  Die  Ernlearbeilen  gehen
ungeört  vor  sich.  Das  W.  iler  isi  auhterordentlic,
  günstig.  Bei  Roggen  und  Weizen  wird  das
Ergebnis  nach  den  bisherigen  Resullaten  volllommen
  befliedigen.  allch  in  Bezg  auf  d  die  Qualilät.
  Bei  Gerie  und  H#fer  im  die  Qualität  meniger
  gut,  doch  immer  noch  besser,  al?  man  allgimein
  erwartete.  und  auck  dem  Mais  jind  o  die
Nieders#e#läge  noch  sehr  zunaiten  geiommen.  Die
Spatlartossein  haben  sich  gut  erhallen.

 

s-  Kn  Neusgienen.

A##ünchen.  2.  Juli.  Der  Lebensmittelaussd
  uß  -  in  seiner  letzten  geheimen  Sitlnn,
  die  Mühte  und  die  Großmehlabgabenielle
ner  Anna  Krns.  Pae.  lerin  der  Hospfiflerei,

gen  neuerlecher  Zuwiderhandlungen  gegen

e  lriegs  wir  lĩa.  aĩtsi  ichen  Norschriften  dauernd  zu
enn  n.  Der  Beirieb  war  schon  wegen  verschiedener
  Unzulsssigkeiten  zu  Beginn  dieses  Jahres
auf  einen  Monat  geschlossen.

—  1
Sahetiiche  Nachrichlen
mühldorf,  23.  Jusi.  Die  Abnahme  der  besck
  agnahmten  Gloden  der  Marienlirche  ül  heute
j  r  in  Gewid'te  ban  359  bzw.  210
der  Ö#  eresverwaltung  zugeführt,
L  u,  sa  on  Johre  alt,  dari,  weil  sie
beriidan  Wert  han,  zurücbehatien  werden.
kruer  f,  24.  Juni.  Die  Bierbrauerei
Tediniier),  seit  einigen  Wochen  im
HOrlru  Hausberger  hier,  wurde  von
der  Ke  elrauerei  München  länsüich  erworben.
Der  Vorkb  behieit  sich  die  Guitwirtschast
und  50  Legweri  Grundstücke  zurück.

Füssen,  2.  Zuli.  Die  Viehdiebstähle,  auch
non  Grofe#,  die  in  Llebler  Zeit  aus  verschiedenen
  wenenden  des  Landes  gemeldet  wurden,
nelhmen  au.#  in  hieiger  Gegend  überhand.
iit  auf  der  N  eit-  zunger  Alpe  abermals  ein  üeiljuehiger
  Sier  alhanden  gelemmen.  Es  liegt  die
Vermutung  nahe,  daß  er  gesck  lachtet  und  sofort
an  mellige  Arnehmer  verlauft  wurde.

Zeumarkt  i.  O.  2.).  Juli.  In  einem  grohsien
  Welher  der  Oberpfalz  sind  sämtliche  Karpsen
  zugume  gegangen,  nachdem  kurz  vorher  ei-   



 

 

nig  Kriegegesa  augene  dari.  gebadet  und  sich  dabei
  in  an  sjall.  ger  Weise  mit  einem  Schächtelchen
16  Giliot  lauen.  Sie  halten  sich  offenbar

  

 

ii  iu  verschafken  gemußt.

Vamberg,  51.

 

Juli.  Im  100.  Lebensjahr
entiarlasen  in  im  nal#en  Mele  (Tdorf  die  Güllerin
  zuma  Marin  Noiter.  Die  Frau  wohnle
im  er  Urenkelin  u  d  mar  wohl  seit
inehreren  Kohren  belliggerig.  halie  aber  bis
zum  setzten  Uugenblid  ihre  geinige  Frische  bemahrkt.


Forchheim,  21.  Juli.
inmnung  sdachlete  am  13.  3#n  cinen  von  einem
Landwitt  au  der  Iin  debunn  gelieserten  Odien.

*  er  war  *  1  Getreide  überf#lll,  sodan  sich
Lebemäarwiert  von  14810  Pfund  li  zur
ächtung  herene  um  30  Pfd.  verringert  hatte.
Der  Wani  des  gescklachteten  Ticrer  ueg  330
send.  Wigen  der  Uebersullrung  mit  Gerreide
6  Arz'ige  ernallet.

Von  einsamen  Menschen.

Noman  von  Frih  Ganzer
Machermch  verttken.)

iu  miu  auch  der  Sohn  gestorben“

Die  biesige  Menger- 



 

2))

„  Ann
.  .  .  La  wandte  er  den  Kopf  ....  Es  durste
L  nicht  sein!.

Aber  er  war  allein  im  Zimmer.  —  Und
nun  flünte  er  die  Arme  auf  die  Platte  des
Schreibusches,  vergrub  den  Kopf  in  beide
Hände  und  slöhnte,  daß  es  wie  der  letzte
Seuszer  eines  Sterbenden  durch  das  Zimmer
cann  —  und  wle  ein  bitteres,  wehes  Erzählen
  von  einfamen  Menschen.  —

r—
nk##te  shn  #iars,
ui)nn,  und  5  .

s,nmtt·s  Humoem
  -’1«»e  nlin-us
tiupsisssivonsssncu»  Iscscttrlitgcs
1I.-Idcslt’c..l.HHJJlHH.(1;lz(’:chgc5
.ut«s.trp.:as  immer  wieder  bedachl.
Und  immer  Wier  war  er  zu  dem  Ende  gekommen:
  ich  hahr  niet#t  andere  handeln  können.

Gewin:  Zate  sein  Bater  eine  Spur  von
Nachgie  digleit  vrgeisgt,  so  würe  der  Ausgang
ein  anderer  gewesen.  Gr  hütte  sagen  können:
,Jo)  sohe  es  eigentlich  nuhn  gern,  u
deinen  Beluch  wiederholen  wiülst;  denn  ich
ben  davon  über  zeugt,  daß  das  Zusammensein
  mit  diesmt  ussilertahe  für  dich  oon
großem  Nachteil  Es  lönnte  geschehen,  daß
du  durch  Geihlr  ½%  über  Kunst  von  deinem
mühsam  errungenen  UCutschlulse,  Jura  zu
studieren,  abgebracht  und  in  das  alte  Fahrwasser
  genieben  wirst.  Aber  da  du  dein  Kom- 


 

als  Woljgang
en  Sterne  glimmzGul.
  Kurz  vor
se  e  SIch:  itte  und

 

—

 

 

  
  

 

„Hetten,  21.  Juli.  Als  vom  Turme  der  hiesigen
  Stiftslirche  eine  beschlagnahmte  Plocke  herabgenommen
  werden  sollte,  brach  gleich  außerhalb
  der  Schallöff  nung,  der  Seilhaden  und  die
ja  were  Vast  sausie  auj  bie  linlestehende  Seitentapelle,
  deren  Dach  durchschlagen  wurde.  Volle
zwei  Tage  mutte  angestrengt  gearbeitet  werden,
um  die  zwischen  Holzteilen  und  Manerwerk  eingellemmte
  Glocke  freimadfen  zu  können.  Menschen
  wurden  zum  Glück  nicht  beschädigl.

Kelheim,  21.  Juli.  Ein  schweres  Unglück
ereignete  sich  auf  der  Staalstraße  von  Walddorf
  nack  Kelheim.  Ein  mit  Holz  beladener
Lalkrastwagen  raße  infolge  Bremsbruches  mit
einer  Gesckwindigleit  von  50  Kilometer  den
Berg  hi  mab,  lam  in  den  Straßengraben  u.  überich
  ing  sich,  den  Führer  unter  sich  begrabend.

er  Arbeiter  Büriner  wurde  vom  Wagen  er-#a
  lagen,  wahrend  der  Führer  mit  LQuetichungen
davonlam.

 

GulandT4

Kufstein,  24.  Xusi.  Am  Mittwoch,  den  18.
Juli,  unternahm  Prof.  Newer  aus  Berlin  eie
Besteigung  der  Ellmauer  Halspitze.  Er  ließ  im
Unterlunftshaus  in  Hinterärenl  ad  jeinen  Rucksad
  zurück  und  ging  morgens  mit  der  Absicht
sort,  am  Abend  wiederum  zurück  zu  sein.  Er  war
sch  lecht  ausgerüstet  und  hatie  einen  Regen  N
mit.  Da  seine  Rüdlehr  auch  am  andern  Tage
nicht  ersolgte,  machte  sich  der  Wirt  von  Hinterbärenbad
  auf  die  Suche.  Er  sand  aber  ningends
  eine  Spur  von  dem  Vermifß  ten.  Es  dürfte
dem  Bergwanderer  wahrs#einlich  ein  Ungluck
zugesloßen.  jein.  Die  Nachuche  wird  auf  Veranlassung
  der  Frau  des  Vermißten  fortgesetzt.

bmwerisches  Oberiand.

Vom  Inn,  24.  Juli.  Auf  den  Feldern  des
Inntals  haben  uun  Sichel  und  Sense  das  Wort.
Ueberatl  sieht  man  Soldatenarme  lrastvoll  zusassen,
  auch  unsere  wackeren  Landfrauen  isen
lapfer  mit.  halbwüchsige  Buben  tragen  das
gesch  niltene  Gelreide  seitab  und  die  alle  Dorsharde
  bindet  es  zu  Garben  und  Mandeln.  Alle,
  was  Hände  hat,  ilt  in  emsiger  Bewegung.
Hie  und  da  brummen  auch  schon  die  D  Dreichmasceinen,
  Roggen  und  Gerite  wird  schon  seit  Tagen
  gedroschen,  in  den  Lagerhäusern  wurden
schon  gröseer#  Gctreidemengen  angefahren.  Der
Körnerertrag  in  aut  und  auch  das  Stroh  von
guter  Beschafsenleit.  Die  Weizenernte,  die  begonnen,
  dürfte  etrnan:  die  Ermarlungen  efriedigen.


HBögling,  24.  Juli.  Die  Pfarrgemeinde  Högling
  beging  am  Zomtan  das  25jähr.  Prieflerjubitänm
  der  HH.  Pfarrer  Stuhlberger  und

Benesiziaten  Niggl.  Am  Abend  vorher  brachte
der  Kirckencher  den  Jubilaren  ein  Ständchen,
während  der  Fentag  selbil  durch  feierliches  Ge
läute  und  Böllersalven  eingeleitct.  wurde.
Gleickzeilig  mar  dem  Wallfahrtsort  seiuliches
Gewand  gereben  worden.  Vor  dem  Golles
dienst  wurden  die  Jubilare  in  festlicem  Zuge
abgeholl.  an  dem  sich  die  Gemeinde  und  Kirenwermaltime.
  Schullinder,  die  Veteranenvereine
  Högling  und  Kirg  dorf,  der  Arbeilerverein
  Hiuield,  die  freiw.  Feuerwehr  Heufeldmühle.
  der  Vurschenverein  Högling  urw.  beleiliglen.
Vor  der  Kircke  wurde  das  Jubelpaar  vurch  einen
  Prolog  begrüßt  (#Frl.  Kreszenz  Stahuber)
und  mit  dem  silbernen  Ehrentranze  geschmüzt.
Die  Fei#predigt  hielt  HH.  Geistl.  Nat  Dr.  Eirainer
  aus  Landshut.  Während  des  H##mwamtes
Vrad  te  der  Kirchenchor  unter  Leörer  Wihr  die
Festmeise  in  Co  von  Horat  erinttefilicher  Auf—
sührung.  Nack  der  Rüdlennan  der  Jubilare
in  den  Psarrhof  ##n  herreichten  die  Juelgsfrauen

iderne  Kränze  und

und  Frauen  der  (##einde  1
Breviere,  woran  der  Kir  enchyr  mit  dem  Lie- 



 

inen  nun  einmat  ver  lprochen  hãit,  jo
dich  nicht  hindern,  dein  Wort  ein  Glosen
ich  hege  das

8

denn

ural  ten  #11  La#  #du
deinem  D#  êé(4½  Tcu  bieiben  u  12  dich  nicht
breinfiussen“  henn  woiell  Gehe  also  immerhin!
Da  ich  dich  aber  nun  einmal  heute  gern  jur
mich  haben  mochte,  schicten  wir  vielleicht  Le- 



werenz  hinuber  und  lassen  sagen,  du  kämest
morgen  oder  betmorgen.  Und  dann  laß
mir  zu  Gesallen  diesen?  seluch  den  leplen  sein.“

Wenn  uuter  in  diesem  Sinne  gesprochen,
  w  uvk  l  .  nimmt  mchtmndthck
hintenaus-.  -«  «nu.  dieser  ge-  


 
 

warc,
Weise  entwalttätigen


sondern  in  un  —-Ichicdenthk«.-.:i:..nc
  Loolmnq  geblieben,
  wenigssen=  bte  er  es  vbann  nicht  auf
den  Bruch  mit  allen  rei  en  DSolze#n  ankdommen
lassen.

Aber  dieser  verweisende,  allian  zelnde  Kathederton,
  den  vielleicht  M#er  unmündigen
Kmdern  gegenüber  anschlagen,  die  weder  Cinsicht
  noch  Urteil  haben,  war  nicht  um  Platze
gewesen.  Dem  musuie  er  enlgegentreren.  Ganz
und  gar  ungerechtsertigt  waren  die  Lrundlote
Beschuldigung  und  die  benbiitigte  Unterbindung
  seines  ireien  Willens  gewelen.

Rein,  er  hatte  nicht  anders  gekonnt!

Diee  Anstmt  war  auch  Frau  Reaina.

„Was  willit  du  nun  beyinnen  hH.  u  sie
ihn  Hefragl.  a!s  beim  Abschiemnnehmen
Hande  zum  letzten  Male  ineinander  nerschlungen
lagen.  Er  hatte  die  Schultern  gezuckt.  „Iln
weis,  es  noch  nicht.  Vorerit  muß  ich  mich
irgendwelcher  Tätigleit  zuwenden,  um  überhaupt
  mein  Leben  zu  fristen.  Wielleicht  Schreiber
oder  Hausknecht  der  Straßenkehrer  oder  irgend

  

 

will  icbon

 

Donnerstag,  26.  Zuli  1912

 

de  „Das  iit  der  Lag  der  Herrn“  die  vormilta
gige  Feier  abschloß.  Die  Jutilare  und  meh
rere  ihrer  Amtsbrüder  trafen  sich  in  der
Straßmeierscken  Gastwir#ischaft  zum  Mitlagsmahls,
  worauf  dann  die  Pfarrgemeinde  nachmit.
tags  eine  kleine  Familienfeier  veranstalteic,  bei
der  wieder  H#Geisl.  Rat  Dr.  Eirainer  die
Feitrede  hieit  und  der  Burschenverein,  oer  Dar
lehenelassenverein  und  der  Diemilbatenverein  die

Jubilare  durch  Wie  Ueberreichung  von  Geschenien
  erfreuten.  Der  Kirchenchor  umrahmie  die
Feier  durch  manchertei  Gesangsvorträge.  Die
Pfarrgemeinde  Högiing  hat  ihre  Priesteriubilare
würdig  geehrt.  ¾l

Thalham,  2..  Jui.  Am  Samstag  erhängte
sich  auf  ihrem  Dienitvlatz  beim  Bauern  zum
Schletzbanm  dahier  die  39jährige  Dienilmagd
Ama  Brann.  Kirckbergerauerstochter  von

Stürziham.  Der  Grund  zu  diesem  traurigen
Ende  des  souft  so  le  benelufligen  Mädchens  vürsle
geistige  Umnack  tung  sein.

Kochel,  24.  Juli.  Die  Maschinenfabrik  Augsburg
  Nürnberg.  Werk  Nürnberg.  hat  das
Braunlohlenbergwer!  Großweil  rei  Kodhel  läuf—
lich  erworben.

Traunstein,  24.  Juli.  Der  Gendarmerie
sergeanr  Rülter  von  Ruhpolding  hat  einen
in  Vernau  entwichenen  russischen  Offiziere#ieell
vertreier  in  den  Rußpoldinger  Bergen  wieder
ergriffen  und  eingeliefert.

Bad  Reichenhall,  33.  Juli.  Die  Kurlisie
vom  Sonntag  rerzeichuct  den  5000.  Kurgaft.
Die  Zahl  der  Passanten  beträgt  4172,  der  Gesamtbesuck
  des  Kurortes  9131  Personen.

Könia  Ollo  von  Griechenland.

Zum  50.  Todestage  am  26.  Juli  1917.

Am  7.  Mai  1832  wurde  Prinz  ÖOtto  von
Banern,  der  eril  17  jährige  zweite  Sohn  Konig
Ludwigs  I.  v.  Bayern,  zum  1.  König  des  in  der
Lononer  Konfserenz  sonverän  ertlärten  Griechenlands
  erwähit.  Der  junge  König,  dem  man
Lis  zum  vollendeten  20.  Lekensjahre  für  die
Aurübung  der  oberiten  Staaisgewalt  eine  Regentick
  aft.  beigeordnet  hatle,  lam  mit  seinem
Gesckwader  am  30.  Janmar  1833  im  Hafen  von
Nauplia  an.  Eine  un  cgeheure  Volksmenge  bedeckt:
die  User  des  Golses  von  Astros  bis  Nauplia  u.
die  Schisse  der  verbündeten  Aomiraje  wie  die
Strandbatterien  von  Nauplia  lichen  ihre  Salutsalven
  unaufhörlich  ertonen.

Nock  verürich  einige  Zeit,  bis  der  König  das
Land  seiner  Zuinnst  betral.  Seine  Landung
und  der  Einng  erfolgten  am  C.  Febrnar  unter
Formen,  die  die  v#lle  Begeislerung  der  Griechen
  erweckten,  die  da  wähnten,  daß  nun  endlich
  ihre  Leidengzeit  abgeschlossen  und  die  Morgenröte
  eines  goldenen  Tages  ausgegangen  sei.
Königr  Otto  beitieg  am  1.  Juni  1835,  dem  Tage
seiner  Volljährigleit,  als  selbitändiger  Herrscher
den  Thron  und  vermählte  sich  am  22.  Novemder
  1336  mit  Prinzessin  Amatjic,  einer  Tocktler
es  Grohetzogs  von  Oldenburg.  Es  war  jetzt
die  Jeit  gelommen.  da  der  junge  Griechentonnig
zeigen!  ernlie.  wieweit  er  der  Mann  war,  die  ve
wirrten  Verhalinisse  umzugesialten,  aber  irotz
allem  gulen  Willen  lonnte  er  der  anarchistüchen
lͤrd  im  Innern  nicht  Herr  werden  und  die
Eingrisse  und  Umtriebe  der  sog.  Schutzmächte
Rusand,  Frankreich  und  England,  die  das  unglückliche
  Land  schon  damals  zum  Spielball
ihrer  Politik  machien,  erschwerten  ihm  dauernd
  jedes  selbländige  Hindeln.  Dazu  lam,
daß  er  durd  den  Mangel  an  Entgegenkommen
gegen  die  nationale  Partei,  die  die  Erbb#ung

 

2

alier  Cviechischen  Provinzen  der  Türlei  errebte,
  immer  mehr  an  Nollstümlichkeit  verlor.
  "

Die  Verhällnisse  spitzten  sich  immer  mehr  zu
bis  die  Revolution  rom  Oltober  1862  ihn  sei- 



nes  Thrones  beraubte.  Das  Königspaar  verließ
  auf  einem  englischen  Schisse  Griechenland  u.
zog  sich  in  sein  Heimatland  nach  Zumberg  zulück.
  Den  Zusammenbruch  seines  Königtums
hat  Konig  W  nicht  lange  überlebt;  am  26.
Juli  1867  ist  er  in  Bamberg  zur  letzten  Ruhe
eingegangen.  Die  Königin  übe:lerte  ihren  löniglicken
  Gemahl  um  ach!  Jahre  (gestorben  ebenfalls
  zu  Bamberg  am  20.  Mai  1875).  Die  Leiche
  wurde  in  einem  verschlossenen  Salonwagen
u#ber  Ançgelurg,  wo  sie  durd  hohe  Offiziere  und
Haitschiere  in  Empfang  genommen  wurde,  nach
Münd#en  uberfährt  und  dort  feierlich  in  der
Furstengruft!  der  Theatinerhoflirche  zu  S1.  Cajetan
  am  30.  Juli  beigeseht.

Als  König  Onto  im  Jahre  1832  Bayern  verließb,
  um  die  Regierung  in  Griechenland  anzutrelen,
  gab  ihm,  auseer  einer  größeren  Zahl  bayerischer
  Truppen,  das  Königspaar  bis  »ur  Landergrenze
  das  Geleite.  In  Nibling  verabischiedete
  sich  die  Mutter,  Köônsein  Karoline,  von  dem
Sohnr.  Das  Vostgebaude  in  Ailling  in  mit
mehreren  Bildern  geschmückt,  die  das  letzte  Beisammensein
  und  den  fümertlichen  Abschied  von
Minttern  und  Sohn  darirellen.  Der  Rater  begleiteie
  den  Sohn  bis  Kiesersselden;  dort,  an  der

in  ,  nahm  er  von  ihm  Abschied  und
zum  Geda  inis  dieser  Stunde  ließ  der  König
dort  die  Olto  Kapelle  errichten.  Jeder  Wande
rer,  der  von  Kiefersfelden  gen  Kufftein  pilgert,
leunt  dieses  idylliscke  Kirchlein.

Loininschrichten.
Rosenbeim,  25.  Juli.
A  luszeic  nungen  im  Felde.  Der  Schun.
mann  Johann  Lang  aus  Rosenheim,  Vizeseldwebel
  in  einem  Res.  Juf.  Neg.,  wurde  mit  dem  Eisernen
  Kreuz  2.  Klasse  ausge  g#ichnet;  er  ist  das
100.  Mitglied  des  Kampfgenosen  und
leranenvereins  Nosenkeeim.  das  sich  diese  Aus
zeichung  erworden  hut.  Der  Maier  Alois  Kirch
maner,  der  als  Pionier  im  Felde  sieht,  wurde
mit  dem  Milttärverdienlren  Klasse  mit
S##mertern  aus  gezeichnet;  für  seine  Tapserieit
vor  dem  Keinde  i#ml  ihm  das  Eiserne  Kreuz  2.
Ktasse  früher  schon  verliehen  worden.  Außerdem
il  er  zur  Goldenen  Tapferleilemedaille  vorge
sc  lagen.  Der  Baueresohn  Joham  Zehentner
aus  Rosen  eim  Hofaud,  der  zurzeit  im  Westen
iteht  ‚hat  fict  das  Eiserne  Kreuz  2.  Klasse  er
worben:  in  einem  sehr  ehrenden  Begleitschrei
ben  wurden  seine  Verdienste  besonders  gewür
digl.  Der  Imanteri#l  Mar  H##bauer  aus  Prien
und  der  Seminariit#  Karl  Seeô  aus  Prien
erhielten  das  Eiserne  Kreuz  2.  Klasse.

Frohe  Kunde  traf  heute  mitlag  aus  dem
oilgaliziscken  Kampfgebiet  ein.  Aus  dem  Kriegs.
pressequartier  bradte  uns  gegen  1  Uhr  der  Telegraph
  die  Meldung,  das  Stamolan  und  Tar.
nopol  von  unseren  tapferen  Tiuppen  und  ihren
Verbündeten  genommen  murden  Siegesschüsse
verlündeten  den  große  1  Erfoln  in  Stadt  und
Land.  Heil  und  Sieg  unseren  tapferen  Feldgrauen
  un  fernen  Oilen!

Bauerus  Wiehiland.  Nack  den
memellungen  den  K.  B.  Statirtischen
amtes  bietet  die  Niehzählung  vom  1.
1917  solgendes  Bilo:  Pferde  272  0067
zZunahme  11  067,  Rindvich  3  306  702
Zunahme  22716,  Schafe  616  464  Stüd,
nahme  23365,  Schweine  1  184  763  Sind.
nalme  24456,  Ziegen  309  533  Stüd.  Die  Zahl

z  Ziegen,  die  am  1.  Marz  nich#t  erloben  wurde,
  hal  gegen  die  Zahlung  vom  1.  Dezember
llö  eine  Zunahme  von  790  374  Srück  erfahren.
  Es  isl  demnach  bei  allen  Viellgattungen
eine  Mehrung  eingetreten  mit  Ausnahme  der
Sd.weine.  Im  Ganzen  zeigt  somit  die  Viehzählung
  vom  Standpunkt  der  Vollsernährung  aus
ein  nicht  ungunftiges  Ergebnis.  Freilich,  das
Gewicht  der  Tiere  ist  geringer  als  „jrüher  und

 

Re

Huian  ;
vandes-Juni

L
Stüd,
Zu-Ab-




eiwas  anderes.  Donn?..  Ja  ich  t
nicht  Mutter“.  Und  er  hatie  bltter  gelachelt.
„Jeh  besitze  ein  kleines  Vermogen,

gang.  20½  Marl  etwa.  JIch  sielle  es  dir
Verfügung.“

„Keinen  Biennig,  Mutter!“  hatte  er  jast
schrol  emgegnet.  „Auf  teinen  Fall!  Nein!“

Frau  Regina  redei#e  Zu,  drüngte,  iprach
vom  llebermitteln  der  Summe.

Und  da  war  er  mit  der  sesten  Versicherung
gegangen,  daß  er  im  letzteren  Falle  das  Geld
sofort  Jurüienden  müsse.

E  fz  das  ein  eigen  Ding  um  seine  Zukunft.
  e  bot  so  viele  graue  Ungewißheit,
daß  er  bis  jent  noch  nici;t  gewagt  hatte,  einen
behimmten  Votsat  zu  fassen.

Jedenfalls  mußte  er,  daß  er  nichts  tun
würde,  um  eine  Verfohnung  mit  seinem  Vater
herbezuführen.  Ja,  er  konnte  gar  nichts  dazn
tun.  Dieser  Gang  nach  Beydorf  zerriß  alle
Bande  und  nahm  ihm  die  Möglichkeit,  sie  von
leiner  Seite  aus  wieder  zu  knupien.  Und  der
Bater  würde  ihm  in  jeiner  Starrkopfigkeil
leinen  Schriit  entgegenkommen.  Er  gab  liever
den  Sohn  aus,  begruv  alle  Hoffnungen,  als
daß  er  die  Hand  zum  Erieden  reichte.  Daovon
war  Wolsgang  überzeug

Das  kleine  Boelat  lag  in  der  seierlichen

uhe  des  Weihnachtstages  und  vom  grauen
Mantel  der  Dämmerung  umhüllt  wie  schlasend,
als  er  die  Dorfstraße  hinabschritt.  Kein  aufs.
dringliches  Geräusch  störte  die  heimliche  Stille.
Selbst  die  Hofhunde,  von  denen  sonst  immer
ein  paarne  läffen  und  zu  geifern
hatien,  schienen  einen  Feiertagsschlaf  zu  halten.

In  den  Häusern  wurden  hier  und  dort
die  Christbäume  angezündet.  Halb  vom  Abendwelh

  es  noch

winde  verwebtes  Kindersauchzen  schlug  an
Woligang:  Ohr  und  ließ  ihn  wehmütig  seiner
eigenen  Kinobeit  gedenken.  Sie  war  fast  immer
einsam  gewesen  und  hatte  hellen  Jubel  kaum
gelannt.  Co  hatte  uber  ihr  ung  wie  ein
ernstes,  nie  lächelndes,  Antlitz  g  .

„Weshalb  diefe  erichubein  .“  fuhr  es
lihm  dann  durch  den  Sinn.  Er  machte  sich
von  ihnen  frei  und  suchte  mit  seinen  Augen
den  Giebel  des  Doltorhauses

Nun  sah  er  ihn.  Noch  ungewis,  verschwommen.
  Und  dann  nach  jedem  Schritte
deutlicher,  bis  *-  das  ganze  einfache  Gebäude
  vor  ihm  lag.

Auch  hier  batte  man  die  Lichter  der  Tanne
angezündet.  Ein  breiter  heller  Streisen  fiel  in
den  toten  Vorgarten.  Wie  traulich  der  Glang
anmutete!  Es  war  Wolsgang,  als  wenn  er
eben  aus  der  Fremde  heimtehre  und  vor  seinem
Interhause  siehe

Und  doch  wagte  br  sich  nicht  hin  zu;  denn
er  bedachte  plötzlich,  daß  er  den  Frieden  dieses
Hauses  stören  wurde,  wenn  er  von  dem  daheim
Vorgesallenen  berichtete

Aber  war  es  denn  nötlig,  dies  zu  tun?
Gewiß  nicht!  Es  würde  schon  angehen,  das
Gesprüch  so  zu  lenken,  daß  niemand  von  dem

Zerwürfnis  erfuhr.  Lange  konnte  er  ohnehln
nicht  verweilen,  da  er  mit  dem  Zehnuhrzuge
von  Westrup  aus  nach  Berlin  zurückkehren
wollte  und  bis  zur  Mealnssien  noch  zuel
Stunden  tüchtigen  Marsch  h

Man  empüng  ihn  ane  .  Zlicher  Frende
und  schalt  lachend  uber  sein  spates  Kommen.

   

 

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