Viertes Capitel.
Italienische und spanische Wirren.
Trotz des Glanzes der Pariser Weltausstellung und der
Erneuerung des deutschen Zollvereins lag über Mitteleuropa
ein allgemeines Gefühl der Unsicherheit, unter welchem zunächst
der materielle Wohlstand aller Länder schweren Schaden litt.
Niemand traute dem Frieden; die Geschäfte stockten, die
Industrie lag danieder, der Börsenverkehr notirte tiefe Unlust.
Es war kein Wunder. In Deutschland und in Italien drängte
die Unfertigkeit der neuen Zustände zur Vollendung der
nationalen Einheit: beiden aber stellte sich die Eifersucht des
französischen Volkes hemmend und drohend in den Weg, und
so wenig Bismarck der treibenden Ungeduld der nationalen
Wünsche genug that, so sehr Napoleon die Erhaltung des
Friedens wünschte: unberechenbar blieben auf beiden Seiten
die Zuckungen der populären Leidenschaften, und mit tiefem
Mißtrauen beobachtete jede Partei alle Schritte der andern.
Daß Napoleon den Frieden wünschte, daran kann kein
Zweifel bestehn. Die beiden mächtigen Völker dicht vor dem
großen Ziele auf die Dauer festzuhalten, hielt er für unmöglich;
in Lavalette's Rundschreiben hatte er selbst die Berechtigung