Volltext : Spittler’s sämmtliche Werke. Elfter Band. (11)

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der  Ritterschaft  sprach,  beilaͤufig  Nachricht  erhalten  haben
mochte.  ·

Gemmingen  war  überdieß  evangelisch;  er  hatte  also
hier  doch  nur  halbes.  Interesse.  Gemmingen  hatte  Dinge  zu
negociiren,  die  fast  selbst  die  Existenz  der  unmittelbaren
Reichsritterschaft  unmittelbar  trafen;  wie  hätte  er  zugleich
selbst  gegen  solche  geschwinde  Ränke  aufmerksam  genug  machen
  können,  die  vollends  noch  Ränke  eines  der  wichtigsten
Männer  der  kaiserlichen  Legation  waren?  Es  bleibt  auch
durch  dieses  Beispiel  auf's  Neue  klar.  Wenn  es  die  Doktoren
  und  die  Männer  vom  zweiten  Range,  wie  ungefähr  ein
Isaak  Volmar  war,  auf's  Tauschen  anlegen  wollen,  die  kann
kein  Minister  überschleichen,  die  kaun  kein  Mann  von  24  Abnen
  einholen.

Laßt  uns  nicht  erstaunen,  daß  die  Täuschung  moglich
war!  Wie  ging's  erst  noch  im  vorigen  Jahre;  erst  kurz  noch,
da  wir  selbst  zusahen.  Wo  widersprach  irgend  ein  Domkapitel,
  irgend  ein  ritterschaftliches  Korps,  da  man  die  berühmte
Emser  Punktation  entwarf,  und  da  die  entworfene  erzbischdfliche
  Punktation  durch  feierlichen  Beitritt  der  Bischdfe  zum
Reichs=  und  Kirchengesetz  werden  sollte.

Dachte  denn  Niemand  daran,  daß,  wenn  der  große,
bochgerühmte  Entwurf  durchgesetzt  würde,  wenn  er  zum  allgemeinen
  Reichsgesetz  würde,  daß  dann  alle  Domkapitel  in
ibrer  ganzen  bisherigen  Verfassung  gesprengt  seyen?  daß  in
jedem  Domkapitel  mehr  als  ein  Drittheil  der  Kapitularen
zur  Ahneuprobe  nicht  mehr  verpflichtet  seyn  würde?  daß  gerade
  auch  die  wichtigsten  Stellen  in  den  Kapiteln,  daß  selbsi
die  Dignitäten  dem  Uradel  entrissen  würden?

Volmar  hat  doch  noch  die  Domkapitel  verschont,  die  etwa
erweislich  allein  nur  für  den  Uradel  gestiftet  worden.  Die
Emser  Punktation  macht  keine  Ausnahme.  Volmar  überließ