182 YDeutschland nach dem Interregnum.
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Jetzt wandte sich Albrecht nach Ungarn, wo indessen König Andreas III. gestorben war.
Der Papst hatte seinen Schützling Karl Robert von Sizilien, den Sohn Karl Martells.
von Anjou zum König gemacht und auch Albrecht war mit dieser Wahl einverstanden
gewesen. Ihm gegenüber hatten nun die Ungarn den jungen Wenzel III. von Böhmen
als Gegenkönig aufgestellt, allein der Papst beharrte auf seiner Wahl, und forderte
Albrecht auf, dieselbe mit Waffengewalt in Ungarn durchzusetzen. Während man sich
aber nun gegenseitig zum Krieg rüstete, hatte sich die Stimmung in Ungarn schon mehr
und mehr von Wenzel ab und Karl Nobert zugewandt, und als König Wenzel II. von
Böhmen starb, fand dessen Regierung in Ungarn immer festeren Halt. Als nun
Wenzel III. rasch durch Mörderhand fiel, ergriff Albrecht begierig die Gelegenheit,
auch in Böhmen seine Herrschaft festzusetzen. Albrecht zog in Prag ein, sein Sohn
Rudols wurde zum König gewählt und vermählte sich mit Wenzel II. Wittwe.
Dann wandte sich Albrecht nach Thüringen, um auch dort Ordnung zu schaffen.
Die beiden Brüder Friedrich und Diezmann hatten sich nach Adolfs Tod wieder in den
Besitz ihres Landes gesetzt, ohne indessen hierfür Albrechts Anerkennung zu finden. Diesem
gelang es, nachdem sich einige Städte, wie Eisenach für ihn erklärt, und Landgraf
Albrecht ihm die Wartburg übergeben hatte, die Lausitz, Meißen und das Pleißener
Land zu besetzen. Aber bald erlitt das königliche Heer, das unter Burggraf Friedrich
von Nürnberg stand, eine Niederlage bei Lucka unweit Allenburg. Diezmann freilich
starb noch in demselben Jahre, Friedrich aber blieb im Besitz von Thüringen und
Meißen.
Im Jahre 1297 war Rudolf, König von Böhmen, von einem plötzlichen Tode
dahingerafft worden, und nun erhob man sich, da sich die Habsburger nur wenig
Sympathie hatten zu erwerben gewußt, mit aller Leidenschaft gegen die deutsche Partei.
Der Haß wandte sich nun gegen alle Oesterreicher; Herzog Heinrich wurde zum König
ausgerufen und in Prag gekrönt. Nun wandte sich Albrecht gegen diese Feinde. Sein
Sohn Friedrich der Schöne fiel in Heinrichs Besitzungen ein und er selbst zog vernichtend
und verheerend in Böhmen umher, ohne indessen namhafte Erfolge zu erringen. Allein
während er sich nun im Winter zu einem neuen Feldzug rüstete, sollte bald ein Ereignis
dazwischen treten, das allen seinen Plänen und Gedanken ein Ende machte.
Sein Neffe Johann, durch seine Mutter Agnes ein Enkel Ottokars von Böhmen
und an und für sich schon dem König, seinem Vormund, feindselig gesinnt, verfolgte ihn
mit immer größerem Haß, als sich Albrecht beharrlich weigerte, ihn aus der Vormundschaft
zu entlassen und mit selbständigem Besitze in der geforderten Weise auszustatten.
Immer wieder zurückgewiesen und vertröstet, verband er sich mit mehreren seiner
Ministerialen, und in der Schweiz, angesichts der Stammburg seines Hauses, ermordeten
sie den König an der Reuß (1308). Während dieser zwischen den Saatfeldern hinritt,
und sich nach seiner Gewohnheit mit dem Ritter von Kastel unterhielt, näherten sich ihm
der Herzog und die Seinen. Zuerst rief ihn Rudolf von Wart an: „Wie lange sollen
wir noch jenen Schelm reiten lassen?“ Rulassingen, sein Knappe, fiel dem Rosse des
Königs in die Zügel, während Herzog Johann mit einem Dolche des Königs Kehle
durchbohrte und Rudolf von Wart dem König das Schwert durch den Leib rannte.
Rudolf von Palm spaltete ihm mit dem Schwert Gesicht und Haupt. Walther von
Eschenbach aber war wohl bei der Tat zugegen, verletzte den König jedoch nicht.