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Flugzeug- und Motorenbau mit allen für den Flieger dazu gehörigen Ausrüstungen,
dem Stollen= und Gaskampf, den verschiedensten Wurfgeschossen
und Schutzeinrichtungen für die Kämpfer).
Im Gefolge der Dauer des Krieges entstand eine ungeheuere Verschiebung
der Bevölkerung nach außen, d. h. nach den Fronten zu und
im Innern. Die bislang übliche Arbeitsverteilung wurde aufgehoben; denn
dem neuen Bedarf mußte mit einer neuen Ordnung der Arbeitskräfte
begegnet werden. Damit verschob sich auch die Arbeitsverteilung unter den
Geschlechtern, ohne Rücksicht auf selbst sehr begründete gesundheitliche Bedenken;
denn alles mußte und durfte nur unter den einen Gesichtspunkt
gestellt werden: Zusammenschluß des gesamten Volkes zu gemeinsamer Abwehr,
Erhaltung der Nation, Erhaltung des Staates, Schutz des Uberpersönlichen
unter Zurückstellung aller persönlichen Wünsche und Sicherheiten.
In den ersten Wochen des Krieges machte sich die als fortdauernd angenommene
Verwirrung auf dem Arbeitsmarkt als große Arbeitslosigkeit
bemerkbar, bis der kriegsmäßige Massenbedarf einsetzte und die arbeitslosen
Personen aufsog, bis schließlich darüber hinausgehend unendlich viel Personen,
die bislang überhaupt in keinem Arbeitsverhältnis gestanden hatten,
in die Arbeit mit hineingezogen wurden. Die immer weitere Einberufung
der Männer an die Fronten machte in beschleunigtem Umfange die Uberführung
von Frauen in Männerarbeit notwendig, sie erfolgte aber ohne
Plan und dadurch mit großen Zeit= und Kraftverlusten. Diese Planlosigkeit
bei der Einbeziehung der Frauen in die männlichen Arbeitsgebiete hat ihre
Gründe einmal in dem anfangs sehr großen Angebot zur Verfügung stehender
weiblicher Kräfte überhaupt, dann in der mangelhaften Ausgestaltung des
Arbeitsnachweises im allgemeinen, des Arbeitsnachweises für Frauen im
besonderen und schließlich in dem sehr großen Irrtum der Unterschätzung der
Kriegsdauer.
Da sich nach und nach für die Aufrechterhaltung der kriegswirtschaftlichen
Materialherstellung ein Mangel an Arbeitskräften bemerkbar machte,
wurde die planmäßige Anwerbung, Verteilung und Anlernung von Frauen
immer notwendiger. Daß es überhaupt gelang, ohne diese Planmäßigkeit eine
Zeitlang genügend auch brauchbare Arbeitskräfte zu haben, hat zum Teil
seinen Grund darin, daß schon vor dem Kriege eine ganz bedeutende Anzahl
von Frauen in außerhäuslicher Arbeit stand und dadurch bei eintretender
Arbeitslosiakeit auf ihrem ursprünglichen Arbeitsgebiet doch leichter in der Lage
war, sich auch in neuartige Berufsverhältnisse hineinzufinden.
Ganz besonders machte sich diese Tatsache in der Landwirtschaft
geltend. Schon 1907 stellten die Frauen mit 4 1½/ Millionen Personen ungefähr
die Hälfte aller in der Landwirtschaft Tätigen, besonders auf dem
Gebiete der Kleinviehzucht, des Hackbaues, der Gartenwirtschaft und eines
großen Teiles der Milchwirtschaft. Diese Tatsache wurde von ganz besonderer