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winnen, sondern auch zu behalten, ein herzlicher Friede mit dem
Kaiserhause niemals wieder möglich sein würde, weniger noch von
jener Seite als vielmehr von der seinigen, um des bösen Gewissens
willen. Das war nicht bloß mehr ein Zwiespalt, eine Eifersucht
von zwei fürstlichen Häusern im Reiche, wie es vordem gewesen
war etwa zwischen Hohenzollern und Welfen, über welchen aus—
gleichend und vermittelnd der deutsche Kaiser stand, sondern es war
ein Spalt des Reiches selbst. Verblieben auch dem Kaiser rechtlich
die Befugnisse des Kaisers: so mußten dieselben thatsächlich
scheitern an dem Widerstreben Friedrichs, der nicht mehr sich unterordnen
wollte. Ein Angriff auf das Kaiserhaus, zumal wenn er
glücklich war, zerriß die deutsche Nation. Auch in der alten lockeren
Form war sie fähig gewesen den Stürmen von Ost und West
zu widerstehen, weil zur Zeit der Noth noch die ganze Kraft dem
Rufe des Einen folgte. Zerspalten und zerrissen, war sie gelähmt
nach Ost und West. Denn die kleineren Splitter müssen nach dem
Gesetze der Gravitation unabwendbar dem Gewichte der schwerern
Massen folgen. Zur Zeit eines Krieges in Deutschland konnte es
fortan nicht eine Reihe von Parteien geben, sondern nur zwei. Wie
nahe lag es, daß der Führer der einen Hälfte eine Erhebung von Ost
oder West gegen die andere Hälfte mit Freuden begrüßen und befördern
würde! Das war die Bedeutung des Angriffs auf Schlesien
für die deutsche Nation. Der Tag des Marschbefehles an die Truppen
in Berlin war ein Tag des Unheiles gleich demjenigen des Fenstersturzes
zu Prag.
Wenn nämlich bloß Schlesien das Ziel des Königs war. Wir
wissen es nicht. Am Tage des Auszuges aus Berlin rief der
König!) dem französischen Gesandten zu: Je vais, je crois, jouer
votre jeu. Si les as me viennent, nous partagerons. Was
deuten diese Worte an? Friedrich erhob allerdings Ansprüche nur
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1) Preuß L 172.