VI. Die Königlich Württembergische Technische Hochschule
in Stuttgart.
I. Gründung und Entwicklung.*)
Unter der Regierung König Wilhelms I wurden im Jahre 1825
die ersten Vorberatungen über Errichtung eines polytechnischen
Instituts in Württemberg gepflogen, dessen Zweck die wissenschaftliche
Vorbildung für die Gewerbe in allgemeinen scin sollte. Bis zur
Verwirklichung dieses Vorhabens vergingen noch einige Jahre. Am
23. März 1829 richtete der Minister des Innern und des Kirchen- und
Schulwesens eine Schrift über die Einrichtung der künftigen Gewerbeschule
an den König. Die Grundlage derselben sollte die im Jahre 1818
durch Abtrennung einer Anzahl Klassen vom Gymnasium gebildete
Realschule scin. Zu den sieben Klassen dieser Anstalt sollte eine achte
mit zwei neuen l.chrstellen hinzugefügt werden mit den Hauptfächern:
angewandte Mathematik, Technologie, technische Mechanik und
technische Chemie, und den Nebenfächern: Buchführung, Kunstkenntnis
und Kunstgeschichte. „Es soll“, heißt cs in der vorgenannten
Schrift, „mehr auf cine recht solide Grundlage für die technische
Bildung im allgemeinen, als auf die einseitige, wenn auch vollständigreere
Ausbildung für einzelne Gewerbezweige Bedacht genommen werden,
dabei aber die Möglichkeit, ja sogar Wahrscheinlichkeit einer baldigen
Erweiterung der Anstalt zu einem wahren polytechnischen Institut
nie außer Augen gesetzt werden.“
Nachdem diesen Grundzügen durch Königliche Entschließung vom 27. März 1829
die Genehmigung gegeben worden war, erfolgten die nötigen Vorbereitungen zur Fröllnung
der mit der Realschule vereinigten Gewerbeschule im Oktober 1829 in dem
in der Königstraße gelegenen Gebäude, woselbst sie bis 1864 verblieb. Der Unterricht
begann am 26. Oktober 1829 nit 34 Schülern. Schon im Jahre 1832 trat cine neue
-
*) Vgl. Zech, P., Urkundliche Geschichte der K. Technischen Hochschule in Stuttgart,
enthalten in der Festschrift zur Feier des SOjährigen Jubiläums 1879.