Kriegsdauer
ausgesprochen, ein sich hinschleppender Krieg sei ‚zu
einer Zeit unmöglich, wo die Existenz der Nation auf einem
ununterbrochenen Fortgang des Handels und der Industrie
begründet ist und durch eine rasche Entscheidung das
zum Stillstand gebrachte Räderwerk wieder in Lauf gebracht
werden muß. Eine Ermattungsstrategie läßt sich
nicht treiben, wenn der Unterhalt von Millionen den Aufwand
von Milliarden erfordert.“ Schon die ersten Monate
des Weltkriegs haben diese Theorie widerlegt. Als nach
dem ersten gewaltigen Zusammenprall der Armeen in West
und Ost die erwartete Entscheidung ausblieb, da brachen
die Wirtschaft und die Finanzen der kriegführenden Länder
unter der Wucht des Krieges nicht zusammen, sondern
stellten sich mit erstaunlicher Anpassungsfähigkeit auf
die außerordentlichen Verhältnisse des Krieges ein. Sowenig
wie die moderne Waffentechnik eine rasche Entscheidung
herbeizuführen vermochte, ebensowenig war
für uns oder unsere Gegner eine wirtschaftliche oder finanzielle
Zwangslage entstanden, die stark genug gewesen
wäre, um dem Krieg ein rasches Ende zu diktieren. Ermattungsstrategie
und Erschöpfungskrieg waren greifbare
Möglichkeiten geworden, die alle kriegführenden Staaten
in ihre Rechnung einzustellen hatten.
Nur widerstrebend und langsam gewöhnte man sich bei
uns an diesen Gedanken. Als aber auch die großen militärischen
Aktionen des Frühlings 1915 keine Entscheidung
brachten, als mit Italien eine neue Großmacht gegen die
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