Full text : Bavaria. Landes und Volkskunde des Königreiches Bayern.

Zur  Geschichte  der  Bolksbildung  und  des  Unterrichts.  967

sche  in  Augsburg;  die  höhern  Töchterschulen  und  Erzieh.-Inst.  der  Englischen
  Fräulein  3)  in  Günzburg;  4)  in  Lindau;  5)  in  Mindelheim;
6)  in  Neuburg;  7)  der  Franciscanerinnen  in  Dilingen.  II.  Privaterzieh#ngsisstitate:
  Unterrichts=  und  Erziehungsanstalten:  1)  der  Franciscanerinnen
  bei  St.  Maria  Stern,  und  2)  der  Dominicanerinnen  bei  St.
Ursula  in  Augsburg;  3)  der  Frl.  M.  Jörres  in  Lautrach  (bei  Memmingen);
  4)  das  protest.  Instistut  der  Frl.  E.  Kinkelin  in  Lindau.

Rettungsanstalten  für  arme  verlassene  Kinder  befinden  sich,  und
zwar  I.  als  Kreisssstalten:  1)  für  Knaben  im  Benerictinerpriorate  zu  Ottenbeuren
  (mit  1  Inspector,  1  Lehrer,  mehrern  Laienbrüdern  für  den  Gewerbsunterricht
  und  50—60  Zöglingen);  2)  für  Mädchen  im  Kloster  der
Dominicanerinnen  zu  Wörishofen,  Bez.-Amt  Mindelheim,  mit  80—90
Zöglingen;  II.  als  Fistrictsanstalten:  1)  St.  Josephsanstalt  für  katholische
Mädchen  in  Augsburg  unter  Leitung  der  Franciscanerinnen  von  St.  Maria-Stern;
  2)  Rettungsanstalt  für  kathol.  Mädchen  im  Kloster  der  Franciscanerinnen
  zu  Mödingen  für  das  Bez.-Amt  Dilingen;  3)  Rettungsanstalt
zu  Oettingen  für  protestantische  Kinder  des  dortigen  Pfarrbezirkes;  4)  Erziehungsanstalt
  für  landwirthschaftliche  Dienstboten  bei  den  Schulschwestern
in  Lenzfried  für  das  Bez.-Amt  Kempten.

Außerdem  kommen  hier  zu  erwähnen  die  Taubstummeninstitute,
nämlich  1)  die  (Dec.  1851  eröffnete)  Kreis-Erziehungs=  und  Unterrichtsanstalt
  für  Kraben  in  Augsburg  (mit  1  Lehrer,  1  Gehilfen,  1  Zeichnungslehrer
und  z.  Z.  17  Zöglingen);  2)  desgleichen  für  Mädchen  in  Dilingen  (mit
2  Lehrerinnen,  2  Geh.  und  z.  Z.  30  Zöglingen).  Endlich  das  zur  Heranbildung
  von  Lehrkräften  im  Jahr  1824  zu  Dilingen  (im  ehemaligen  Bartholomäer-Seminar,
  später  Passaquaischen  Handelslehrinstitut)  neu  errichtete,
und  1841  wegen  Unzulänglichkeit  dieser  Räumlichkeiten  (die  Zahl  der  Seminaristen
  war  von  46  auf  beinahe  70  gestiegen)  nach  Lauingen  ins  ehemalige
  Augustinerkloster  verlegte  katholische  Schullehrer-Seminar.

Zum  Abschluß  unserer  Darstellung  über  die  Volksschulen,  deren  Bedarf
  nach  dem  Gesetze  vom  10.  Nov.  1861,  so  weit  er  nicht  aus  Privattiteln
  bestritten  werden  kann,  nicht  mehr  wie  früher  von  den  Gemeinden
subsidiarisch,  sondern  in  erster  Reihe  zu  decken  ist,  während  der  Kreis
und  der  Staat  erst  im  Unvermögensfalle  der  Gemeinden  hiefür  eintreten,
geben  wir  nachfolgende  Zahlenzusammenstellung.

1)  Die  protestautischen  Schulseminaristen  des  Kreises,  durchschnittlich  5  in  jedem
Jahrescurse,  besuchen  das  Seminar  in  Schwabach.