Full text : Hammer oder Amboß. Dritte Reihe der Kriegsaufsätze. (3)

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lange  hinaus  ein  würdiger,  allem  Tüchtigen  und  Hochstrebenden
  fördersame  Friede  gesichert  wird.

Ob  das  in  vollem  Maße  jetzt  gelingen  kann,  weiß  ich
nicht;  ich  bezweifle  es;  die  Grundlage  aber  dazu  kann  und
muß  gelegt  werden,  und  dies  wiederum  erfordert,  daß  das
Ziel  erblickt  und  als  Willensbeschluß  erfaßt  wird.  Geschieht
  es  jetzt  nicht,  so  ist  es  für  alle  Zeiten  zu  spät;  hemmen
  überkommene  Menschlichkeitsphrasen  die  Entfaltung
der  Waffengewalt,  geben  diplomatische  Tüfteleien  den
Ausschlag,  so  ist  nichts  geschehen;  Blut  und  Tränen  flossen
dann  umsonst,  und  das  siegreiche  Deutschland  hat  die
Schlacht  verloren  —  die  Schlacht  um  die  Gestaltung  der
Zukunft  des  Menschentums  auf  Erden.  Hegel  spricht  einmal
  von  der  „Ohnmacht  des  Sieges“,  weil  ein  Sieg,  der
nichts  Neues  schafft,  aus  dessen  blutigem  Zoll  kein  neues
Leben  entsprießt,  in  der  Tat  das  reine  Nichts  ist.  Dagegen
  kennt  der  selbe  deutsche  Denker  ein  „Heroenrecht":
dieses  ist  das  schöpferische  Recht,  das  Blut  und  Gewalt
entfühnt,  weil  es  Schlechtes  zerstört  und  Besseres  an  die
Stelle  setzt.  Der  Tod  der  deutschen  Helden  kann  nur  dann
als  entfühnt  und  mehr  als  das  —  als  notwendig  und
segensreich  —  betrachtet  werden,  wenn  er  dazu  dient,  solches
  Heldenrecht  durchzusetzen  und  dauernd  zu  befestigen
  —  das  Recht  auf  den  deutschen  Frieden.

In  einem  früheren  Kriegsaufsatz  machte  ich  auf  den
Anterschied  zwischen  pax  (paix,  peace,  pace)  und
Friede  aufmerksam:  pax  bedeutet  einen  juristischen  Vertrag
  —  also  eine  vorübergehende,  kündbare  Abmachung,
Friede  einen  währenden  Zustand  —  die  Herrschaft  der
Liebe  und  der  Schonung  1).  Die  Feinde  Deutschlands  be-1)

  Siehe  Aufsatz  „Deutscher  Friede“  in  Neue  Kriegsaufs.,  S.  86  ff.

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