Full text : Geschichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Erster Band Erste Hälfte.

Der  Hofprediger  JapLoxskt  wird  Präsident  (1753).  225
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verdiente  eine  solche  Behandlung,  weil  sie  sie  duldete?  Aber  hätte
es  irgend  etwas  geholfen,  wenn  sie  sich  gewehrt  hätte?

Zum  Glück  für  die  Societät  wurde  vox  VırrEck  im  folgenden
Jahre  —  wider  seinen  Willer  —  Protector,  und  seine  erste  Amtshandlung
  (18.  Mai  1733)  bestand  darin,  dass  er  die  Ernennung  des
Hofpredigers  JagLoxskı  zum  Präsidenten  beim  Könige  durchsetzte‘.
Aım  14.  Juli  1733  trat  der  greise  Mitstifter  der  Akademie  das  Amt
als  Präsident  an  mit  einer  Zulage  von  100  Thlr.  zu  seinem  ebenso
grossen  Directorialgehalt.  Ausdrücklich  aber  bemerkte  der  König,  dass
(RABEN  VON  STEIN  als  Vicepräsident  die  unter  dem  Titel  »Vor  die
sämmtlichen  Königl.  Narren«  stehenden  200  Thlr.  fortbeziehen  solle.

Unter  vox  VIEREcK’s  und  JaBLoxskıs  Leitung  kam  ein  etwas
frischerer  Zug  in  die  Societät.  Sie  veröffentlichte  nun  doch  wenigstens
  alle  drei  Jahre  einen  Band  Miscellanea  (1734.  1737.  1740.
1743).  Mit  dem  letzten  gelehrten  Narren  des  Königs,  MoRGENSTERN,
wurde  die  Societät  nicht  mehr  behelligt.  Er  wurde  durch  ein  Patent
vom  1.September  1737  zum  »Vicekanzler  derer  sämmtlichen  Espaces
  imaginaires«  ernannt.

Der  Secretar  J.  Tn.  JagLoxsxı  starb  am  28.  April  1731  im  77.Lebensjahr.
  Nachdem  er  melırere  Jalıre  als  Reisebegleiter  eines  Prinzen
von  Berlin  entfernt  gewesen,  hatte  er  gegen  Ende  des  Jahres  1717
sein  Amt  bei  der  Societät  wieder  aufgenommen,  und  der  König
bewilligte  ihm  auf  seine  Eingabe  die  einst  entzogene  Hälfte  seines
Gehalts  wieder”.  Seine  Stelle  blieb  nach  seinem  Tode  zwei  Jahre
unbesetzt:  dann  erhielt  sie  auf  Antrag  der  Societät  (11.März  1733
der  Hofratlı  vov  JarıgEes  (geb.  am  ı3.  November  1706  zu  Berlin,
gest.  am  9.  November  1770),  der  spätere  Präsident  des  Kammergerichts
  und  Grosskanzler  der  Justiz  unter  Friepricn  IL’.  Kurz  vorher
  war  das  Amt  eines  Rendanten  von  «dem  des  Secretars  getrennt
und  vom  Könige  dem  Professor  und  Hofapotheker  NEUMANN  ver-!

  Der  geistliche  Stand  ‚Jarıoxskr's  diente  ihm  bei  der  Gemütlhsverfassung,
in  der  sich  der  König  damals  befand,  zur  Empfehlung.  Barruorxess  (l  p.  120)
vermuthet.  dass  der  König  anch  Gewissensbisse  gehabt  habe  des  burlesken  Leichenbegängnisses
  wegen,  das  er  für  GuxpLınG  veranstaltet  hatte.
®  Ordre  vom  23.  März  1720.  Im  Decenber  1725  wurde  ihın,  weil  er  alterte,
ein  Secretarius  adiunctus  in  der  Person  des  Hofraths  CoErPER  beigegeben,  s.  Urkundenband
  Nr.138  und  Akademische  Protokolle  vom  29.  December  1725.

®  Er  war  auch  Mitarbeiter  Coccen’s  an  der  Justizreform  und  seit  1755  dessen
Nachfolger  im  Amt.  (Eloge  von  Forxer  in  den  Mem.  1771  p.11—45).  Frievsich's  Il.
günstiges  Urtheil  über  ihn  siehe  in  den  (Euvres  T.20o  p.  195  vom  ‚Jahre  1776.

Geschichte  der  Akadenıie.  1.  1»