Abriß der Ortsgeschichte. 1101
schiedenen Ortschaften und hatte außerdem ein ansehnliches Besitzthum, so
die Dörfer Buxheim, Westerhart, Pleß, Obenhausen, Beuern,
Niederhausen zum Theil, das Dorf Neuhausen und Ortsantheile von
Finningen. Durch den Reichsdeputations-Hauptschluß v. J. 1803 des
§. 24 wurde die Karthause Buxheim aufgehoben und als Entschädigung mit
Ausnahme von Pleß an den Grafen von Ostein abgetreten, von wo diese
ganze Besitzung erbweise an die gräfliche Familie von Waldbott-Bassenheim kam.
Daxberg, Dorf zu Unter-Erkheim filialisirt, bietet uns Ueberreste römischer
Befestigungen. Der Ort hatte gleichbenannten, schon 1176 beurkundeten Adel,
der wohl auf dem in der Nähe gelegenen Löwenberg eine Burg gehabt haben
mag. Von hier ist die prachtvollste Aussicht in das Allgäuer-Gebirg
gegen Wangen, Lindau und Bregenz, gegen die Höhepunkte Kronburg, Zeil
und Waldburg, wie die Iller abwärts von Marstetten und Erolzheim gegen
Ulm geboten. Dieses Dorf war Stift-Kempten'sches Lehn, kam 1590 von
Tustach von Landfried kaufweise an Hans Fugger und daun 1614 mit Mindelheim
an Bayern. Dickenreishausen, protest. Pfarrdorf im Gebiete
der Stadt Memmingen, gelangte 1428 durch Kauf an das diesseitige Spital
und huldigte zur Zeit der Reformation mit Memmingen der Lehre Luthers.
Dietmannsried, Markt im Landkapitel Legau unweit der Iller an der Illerbahnlinie,
gehörte mit dem Filialorte Ueberbach zum Reichsstifte Kempten, welches
den Ort verschiedenen Dienstmannen lehnweise überließ, zuerst den in dem nahegelegenen
Ueberbach seßhaften Ottobeuern'schen Vasallen, Ililites Bertholdus
et Richardus de Vberbach (1176); dann kam dieser lehnbare Besitz von
den Herren von Ueberbach an die von Lantrach, die Lauer, Bürger in Memmingen
und Kaufbeuern, die Ritter von Autenried (Utenriet) von Werdenstein
und Rechberg, von welchen Gaudenz von Rechberg 1512 und 1519
den Lehnbesitz Dietmannsried dem Reichsstifte Kempten zurückgab. Zu Ueberbach
aber finden wir nach den Herren von Ueberbach Johann Berchthofer,
1364 Konrad Rizner zu Memhölz, 1395 Hanus von Hirschdorf, Patronatsherrn
zu Dietmannsried, dann Konrad Wiler und 1434 Margaret Risch;
ferner 1451 Peter Seger, Bürger zu Kempten und endlich von 1548 bis
1594 die Vorner, ebenfalls Bürger zu Kempten, deren Erben dieses Besitzthum
mit Zugehörde an ihren Lehnherrn das Stift Kempten abtraten. Im Jahre
1403 erhielt der Ort von König Ruprecht ein Dorfgericht. Ein eigenes Gericht,
das Kaiser Sigmund dem Orte 1418 verleihen wollte, ließ der Lehnsherr, das
Reichsstift Kempten nicht zu, sondern gestattete nur das eigene Pfandrecht und die
Dorfs-Ehehaften. Das Marktrecht bekam Dietmannsried 1586 von König
Rudolf II. und drei Jahre später eine Marktordnung. Von jetzt an theilt
der Markt ganz die Schicksale des Stiftes Kempten mit dessen Säkularisation
er auch an Bayern fiel. Das Wappen von Dietmannsried besteht aus
einer oben angebrachten Föhre, aus einer weißen Taube im rothen Felde
rechts im dreitheiligen ausgeschnittenen deutschen Schilde, dann aus einem